Humboldt-Terrassen

Lassen wir den Streit um den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses mal für einen Kaffeepause bei Seite. Bin ich Architekt, Stadtplaner, Politiker? Nein, ich bin Kunde, ich bin König. Kein Fritz, neee, auch nicht Preußisch-Blau im Rausch. Ich fühle mich hier oben auf der Humboldt-Box, umweht von der teuren Berliner Luft berauscht ….. aber aus einer anderen Ecke: es duftet nach Kaffee. Heute könnte es z.B. ein königliches Frühstück sein, denn man soll ja wie ein König frühstücken ….. und zu Abend essen wie ein Bettler – ich weiß.

Ich stehe bereits oben in der 5. Ebene dieser Box auf den Humboldt-Terrassen, erkämpfe mir einen freien Platz an der Balustrade und schaue auf diese Stadt. Neben mir klicken die Kameras der Touristen, meine auch. Ich genieße die Aussicht und blicke auf den geschichtsträchtigen Boulevard „Unter den Linden“, schaue weiter auf den Lustgarten, die Alte Nationalgalerie und den Berliner Dom. Bei diesem Anblick weitet sich das Berliner Herz! Ich durchquere das Café und gehe auf die gegenüberliegende Terrasse. Von dort aus sehe ich den künftigen Standort des Humboldtforums am ehemaligen Staatsratsgebäude. 2019 soll das Schloss fertig sein ….. werd ich das noch erleben? Viel flaches Grün schiebt sich an dieser Stelle vor meine Kameraoptik, und ich gehe zurück zur Terrasse mit dem Blick auf den Dom und die „Linden“, setze mich auf einen der weißen Plastikstühle und greife nach der Karte. Es ist knapp nach 10 Uhr, ich könnte ein 2. Frühstück nehmen, ein „Preußisches“ wie ich lese. Stehe im Sitzen fast stramm. Zur Wahl stehen z.B. das „Pickelhauben Frühstück“ zu 7,50 € (Aufschnitt, Bergkäse, Marmelade, Butterpraline und Bio-Brötchen), das „Markgrafen Frühstück“, das „Kurfürsten Frühstück“ und das „Kaiser Frühstück (getrüffeltes Rührei aus dem Glas, Aufschnitt, Seranoschinken, Weichkäse, Marmelade u. Honig, Butterpraline, Bio-Landbrot und Bio-Brötchen) zu 18,- €. Mir wird plötzlich wieder so preußig-schwummrig, besser, ich lasse das Frühstück sein, die zwei Honigschrippen am Morgen zu hause sollten erst einmal reichen.

Für den Mittagstisch ist es noch zu früh, doch ich amüsiere mich darüber, was aus dem „Max“ geworden ist: ein „Strammer Humboldt“ mit Seranoschinken, Bio-Spiegelei, Petersiliensalz und Spreewald-Gurken-Butter bittet für 9,- € zu Tisch.

Da es noch früh am Tag ist, konzentriere ich mich lieber auf die Kaffeespezialitäten. Was möchte ich denn? Kaffee „Masai“ zu 6,- € aus Kenia, oder eine Tasse „Blue Mountain“ zu 11,- € aus Jamaika, oder den Premiumkaffee „Manabi“ zu 6,- € aus Ecuador, kein Problem, Herr Dallmayr macht’s möglich. Was jetzt? Ich bleibe wohl meinem Espresso Doppio zu 4,- € treu, die teure Aussicht rechne ich mal nicht mit ein …… Eine hübsche Kellnerin hat mich längst im Visier und fragt nach meinen Wünschen. Ich bemerke, dass die gesamte weibliche Bedienung weiße Blusen und schwarze Zöpfe trägt und diesen Bordcomputer an der Hüfte hängen hat. Bin neugierig auf die Herkunft der Schönen. Aus Thailand sei sie und fühle sich in Berlin sehr wohl. Ihre Kolleginnen kämen aus den verschiedensten Ländern und fast jeder Gast könne in seiner Landessprache bestellen, erzählt sie. Ich schmunzle, sie lächelt. Diese Freundlichkeit hier oben gefällt mir.

Es kommen noch mehr Gäste, die gleich zur Balustrade eilen, um, was wohl …..? Es ist ein Kommen und Gehen, ein Klicken ohne Ende. Ich fühle mich etwas getrieben. Doch schon kommt der Espresso – mir fällt gerade auf thailändisch nicht ein, was „danke“ heißt. Zahle gleich, werde dankbar für das Trinkgeld angelächelt, schaue auf die Uhr und denke: die Stunde hier oben war „juuut“. Falls ich noch einmal wiederkomme, dann aber zu später Stunde, um im Lichtermeer meiner Stadt zu baden. Bis 23 Uhr ist für Preußens Gloria geöffnet. „Jawoll“, mon Général!

Humboldt-Terrasse,
5. Ebene der Humboldt-Box,Schlossplatz 5, 10178 Berlin,
Telefon: 030/20625076,
Geöffnet: täglich von 10 bis 23 Uhr

„Weiße mit Schuss“

Wer kennt Sie nicht, die „Berliner Weiße mit Schuss“, diesen Durstlöscher in den Farben Rot oder Grün mit seiner herrlichen Schaumkrone. An heißen Sommertagen bietet dieses erfrischende Getränk den wahren Genuss – aber nicht mehr nur den Berlinern. Längst hat sich dieses Spitzengetränk im ganzen Lande seine Freunde gefunden – doch beklagen zum Beispiel Touristen, dass es dieses Getränk leider nicht überall zu kaufen gibt. Sie diskutieren deshalb gerne darüber, wie wohl dieses erfrischend süß-säuerliche Bier hergestellt wird, wollen aber auch wissen, woher es seinen Ursprung hat. Das ist verständlich, denn die „Berliner Weiße“ hat wirklich ihre Geschichte. Weiterlesen

Kaffeepoint am Alex

Kaffeepause mit internationalem Flair – direkt unterm Fernseh-Spargel. Was der Berliner liebt, versieht er mit Kosenamen. Die Höhenüberwindung, um aus 365 Metern einen Blick auf die Metropole zu werfen, kostet Sie 11 Euro. Getränke vorher oder nachher? Das ist die Frage. Sie befinden sich also jetzt bei STARBUCKS und haben damit eine gute Adresse gewählt, denn die Auswahl an unterschiedlichsten Kaffee-Spezialitäten ist hier enorm.

Seit 2002 bedient diese amerikanische Kette sein Stammpublikum auch in Deutschland. Von allen Hauptstadt-Filialen ist diese am Alexanderplatz wohl die attraktivste, weil hier Berlin stattfindet. Die Mädchen hinterm Tresen dieses internationalen Cafés haben alle Sprachen fest im Griff und jeder Wunsch des Kunden, sei er noch so speziell, wird schnell und überaus freundlich erfüllt. Ob laktosefreie Milch oder Milchschaum statt Sahne, ob herrlicher Eistee im Sommer oder für die Kleinen ein Cookie besonderer Größe – jeder Kaffee- und Tee-Gast kann dort süchtig werden. Allerdings sollte er schon wissen, wonach sich sein Gaumen sehnt. Nach der Bohne aus Lateinamerika oder nach einem Hauch Schoko mit Espresso kalt oder warm oder eben nach Tee, der hier weniger getrunken wird, aber in allen Sorten und Temperaturen zu haben ist. Die Preise sind gehoben, denn „wir sind ja nicht beim Sozialamt“, würde der Berliner sagen ….. hat man aber erst einmal draußen oder drinnen in den gemütlichen Polstermöbeln Platz genommen und gibt sich ganz dem Genuss der duftenden Kaffee- und Tee-Getränke unterschiedlichster Größe hin, spielt der Preis bald keine Rolle mehr. Trinken, schauen, ausruhen – was kostet die Welt? Sie kostet zum Beispiel beim beim kleinen Café Latte 2,95 €, beim „grande“ 3,50 €. Der kleine Cappuccino ist für 3,10 € zu haben. Für den sehr großen Frappuccino müssen allerdings 4,40 € auf den Tisch gelegt werden. Dass alle Produkte auch „to go“ zu bekommen sind, muss ja bei einer amerikanischen Kette eigentlich nicht erwähnt werden.

Besonders beliebt sind die saisonalen Angebote. Im Sommer sind es die eisgekühlten Frappuccini in den Geschmacksrichtungen Mocca, Caramel oder Espresso. In der kalten Jahreszeit werden natürlich gerne die winterlich-weihnachtlich duftenden Christmas-Spezialitäten mit Zimt, Anis oder orange bestellt.

Meldet sich der kleine Hunger, so ist auch für Snacks gesorgt. Vom Brownie, Muffin un d Cookie werden bis zu Cheesecake und Toast typische amerikanische Kleinigkeiten zum Kaffee oder Tee angeboten. Wie es sich für einen so großen Kaffeeanbieter gehört, können selbstverständlich auch Thermosbecher aus Edelstahl oder Acrylbecher mit Firmen-Logo erworben werden.

Ein Loblied auf den STARBUCKS COFFEE? Vielleicht! Die Vielfalt des Angebotes ist beeindruckend – doch der Platz direkt unterm Fernsehturm auf dem Alex, mitten in der City, der ist sogar ohne Kaffee einen Besuch wert. Und wenn es ohne die beste Bohne nicht geht, dann laden Sie Ihre Freunde doch das nächste Mal zum „Kaffeeklatsch International“ ein!

STARBUCKS COFFEE
Alexanderplatz
Panoramastraße 1a
10178 Berlin
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 8:00 bis 21:00 Uhr
Samstag u. Sonntag: 9:00 bis 21:00 Uhr

 

Fährmann: 1 x klingeln

„Der Berlina liebt dit Jrüne, ooch uffn Wasser, wenn et sein muss – dann aba uff de Spree“. Kann er haben, hat er sich verdient, hat sich seine eigene Arche gebaut und lädt nun zur schönen Aussicht mit Verzehr ein. Noch ist Sommer, ein seltsamer, deshalb tut es gut, jeden Sonnenstrahl zu nutzen. Auf, auf ins Grüne! So zögerte ich am Wochenende nicht lange, machte mich auf den Weg – genau dorthin, nach Köpenick, nach Friedrichshagen, auf die „SpreeArche“, mitten auf der Müggelspree.

Wir waren zu dritt, standen am Ufer und lasen: „1 x klingeln“. Getan. Im Nu sahen wir den Käpt’n mit Floß auf uns zu schippern. Von der Arche bis zur Anlegestelle sind es nur ca. 40 Meter. Freundlich wurden wir aufs Floß gebeten, vom Chef persönlich, Frank Cotte, der gleichzeitig Fährmann, Wirt und Inhaber des schwimmenden Wirtshauses ist. An der Arche angelegt, sahen wir schon, dass es eng werden könnte, denn die obere Terrasse war bereits für Partygäste reserviert. Also keine Chance, die Aussicht von oben zu genießen. Auch unten schienen die Gäste nicht gehen zu wollen – man konnte es ihnen nicht verdenken! Doch hier ist der Chef noch Chef und macht’s möglich. Schnell brachte er einen zusätzlichen Stuhl und stellte ihn uns an den letzten freien Tisch. Wir fühlten uns willkommen, dankten und konnten jetzt im Sitzen die herrliche Aussicht – mitten auf der Spree zum Müggelsee genießen. Welch heiteres Leben um uns herum! Gerade fuhr ein Ausflugsdampfer, die „Luna“, an uns vorbei. Man winkt. Die Paddler waren unterwegs und eine Armada von Segelbooten übte wohl eben ein Wendemanöver. Dazwischen schwammen und putzten sich Enten und Schwäne. Die Berliner Luft wehte leicht und uns war klar, Speisekarten fliegen hier über Bord. Darum schaute ich mich um und fand sie, die Angebotstafeln. Die Wanderung hatte mich durstig gemacht; das Angebot erschwerte meine Wahl: entweder nehme ich ein großes Bier vom Fass zu 3,20 €, oder ein Glas Weißwein zu 3,- €. Auch Erdbeerbowle (3,- €) lockte mich. Ein Pott Kaffee oder ein Glas Tee? Ich blieb beim Bier und las weiter. Natürlich, Fisch ist zu haben, wie es sich auf See gehört, z.B.: „Nudelpfanne mit Garnelen“ (11,90 €), oder „Röstitaler mit Räucherlachs“ (9,90 €), oder „2 Sylter Matjesfilets mit Backkartoffeln“ (9,90 €), vielleicht „Dorschfilet mit Schwenkkartoffeln und Kräuterquark“ (13,90 €)? Für jeden Gast ist etwas dabei – sogar die „Berliner hausgemachte Boulette mit Kartoffelsalat“ fehlte nicht (8,90 €). Klasse – sehr juut!

Ich genoss mein Bier und fühlte mich wohl als Insulaner, mitten in Berlin, Und ich fragte mich: warum sitze ich eigentlich erst heute auf dieser herrlichen „Blockhaus-Arche“. Verpasse ich vielleicht noch andere schöne Plätze in meiner Stadt? Berlin ist groß und grün! Ich nehme mir vor, noch mehr auf Wanderschaft zu gehen, wie Fontane es vormachte. Kommen Sie mit? Mit einem Besuch auf der „SpreeArche“ als Start machen Sie garantiert alles richtig!

SpreeArche
Tel.: 0172/3042111
Öffnungszeiten im Sommer (April – Oktober)
Mo. – Fr.: ab 13 Uhr
Sa., so. u. feiertags: ab 12 Uhr
Öffnungszeiten im Winter (November – März)
Samstag u. Sonntag ab 11:30 Uhr
Zu erreichen:
Von Friedrichshagen kommend: zu Fuß durch den Spreetunnel, dann rechts halten, über die Liegewiese (auch „Teppich“ genannt), am Ufer ist die An- u. Ablegestelle
Von der Müggelheimer Seite her kommend: in den Müggelschlösschenweg hinein, am Wendehammer der BVG-Busse vorbei, nach ca. 900 Meter finden Sie die An- u. Ablegestelle.
Auf dem Wasserweg: mit Boot natürlich auch!

Reif für die Insel?

Leben Sie auch schon wieder eine Weile auf der Überholspur? Dann sind Sie reif für die Insel – reif für die Insel Hiddensee. Hier werden Sie fernab des Stadtlebens Entspannung und Erholung finden. Gönnen Sie sich ein paar freie Tage und atmen Sie auf diesem „lütten“ Eiland gesunde Seeluft ein, steigen Sie mal aufs Rad und genießen Sie den Anblick der unberührten Natur.

Mein Vorschlag: beginnen Sie Ihre Radtour am südlichen Zipfel der Insel, im ursprünglich erhaltenen Fischerdörfchen Neuendorf, fahren durch die blühende Dünenheide bis zum Dorf Vitte. Am Dorfeingang wechseln Sie die Seite und radeln dann oben auf dem befestigten Damm weiter, mit Blick auf die offene See. Ein herrlicher Weg! So erreichen Sie das nördliche Dorf Kloster. Spätestens dort werden Sie bemerken, wie gut Ihnen die Seeluft bekommt. Ihr gesunder Appetit wird sich melden! Folgen Sie ihm und legen Sie im Restaurant der Pension „Wieseneck“ eine Rast ein, denn dieses Haus gehört zu den ältesten Gästehäusern auf Hiddensee (erbaut 1918, liebevoll restauriert 1997) und bietet den Gästen Erholung in schönster Umgebung. Stellen Sie Ihr Fahrrad ab und genießen Sie hier die Inselruhe. Besonders beliebt sind die Plätze auf der hinteren Terrasse. Hier haben Sie einen herrlichen Blick auf die Boddenlandschaft. Der nächste Blick gebührt allerdings der Speisekarte, denn der Koch ist bestens auf Ihre Wünsche eingerichtet und auf die Bestellung vorbereitet. Pensionsgäste können sich nach dem erfrischenden Bad in der Ostsee (zu Fuß sind es nur 5 Minuten bis zum Strand) ab 8 Uhr auf ein herzhaftes Frühstück am Büffet freuen. Wer zur Mittagszeit eine Pause einlegen möchte, auf den wartet ein köstliches Mahl. Die angebotenen Speisen auf der Karte lesen sich vielversprechend, so dass Ihnen die Entscheidung schwer fallen wird. Von den Vorsuppen wird häufig die „Hiddenseer Kutschersuppe“ mit Hackfleisch und Champignons (3,70 €) verlangt. Salatfreunde ordern gern den „Salatteller Neptun“ mit Blattsalat, Thunfisch, Krabben, Dorschleber und Sauce Vinaigrette (10,40 €). Bleibt es beim Hauptgericht, so ist die Auswahl riesig. Deftiges aus Topf und Pfanne gibt es in vielen Variationen. Von der „Hausgemachten-Eisbeinsülze“ zu 6,90 € bis zum Schweinesteak „Art des Hauses“ mit Rahmchampignons und Kartoffelkoketten zu 13,60 € ist für jeden etwas dabei. Typisch für die Küste sind natürlich Fischgerichte. Beim Heringsfilet „nach Matjeart“ zu 8,80 € oder dem mehlierten Dorschfilet „Hiddenseer Art“, das auf Tagliatelle mit Sanddornrahm serviert wird, läuft einem das Wasser im Mund zusammen und man legt dafür gerne 13,70 € auf den antiken Holztisch des Hauses. Noch Lust auf ein Dessert? Dann kann ich Ihnen den gefüllten Eierkuchen mit Heidelbeeren, Vanilleeis, Eierlikör und Sahne zu 5,10 € wärmstens empfehlen. Köstlich!

Sehr aufmerksam und freundlich werden Sie hier stets bedient. Kein Gast muss lange warten. Auch an der Theke des Restaurants werden Ihre Getränke-Wünsche schnell erfüllt. Denn Sie wollen ja bald wieder aufs Rad steigen oder zum Strand gehen, um die Schönheit der Insel zu genießen. Sollten Sie also wirklich einmal „Reif für die Insel“ sein, zögern Sie nicht, nehmen Sie eine Fähre der Weißen Flotte ab Stralsund oder das kleinere Schiff ab Schaprode (auf Rügen) und setzen Sie über nach Hiddensee. Heben Sie sich den guten Appetit auf und lassen Sie sich im „Wieseneck“ rundum verwöhnen.
Überhaupt: erholen Sie sich!

Pension-Restaurant
„Café Wieseneck“
Kirchweg 18
18565 Kloster/Hiddensee