Fleck & Schneck

Ich hatte Zeit. Bis zur Rückfahrt nach Berlin blieben noch drei Stunden. Wohin im Ländle – wohin in Stuttgart? Ich bekenne, dass ich numal ein leidenschaftlicher Café-Geher, ein Café-Genie-ßer, ein Café-Sitzenbleiber bin. Doch es muss stimmen!

Von einer kleinen Caffé-Bar in der Torstraße hatte ich gehört, die „Fleck & Schneck“ heißt und unter Kaffeeschwärmern längst bekannt ist, denn es soll dort den allerbesten Espresso der ganzen Stadt geben.

Von Stadt-Mitte waren es zu Fuß ca. fünfzehn Minuten, dann stand ich in der Torstraße vor der kleinen CAFFÉ-BAR und war überrascht – mediterranes Flair mitten in der City! Neugierig trat ich ein und ergatterte einen der wenigen Plätze. Wie in den südlichen Ländern wird hier der Espresso an der Theke getrunken oder rechts an einem der beiden hohen Tischborde auf Barhockern. Alles ist aus dunklem Holz und erinnert an Filmszenen aus vergangenen Zeiten. Vorne prunkt das glänzende Herzstück, die Espressomaschine. Decke und Wände sind in kräftigem Ocker und weiter hinten lädt ein Lesesofa zum Bleiben ein. Gegenüber steht deckenhoch ein imponierender Schrank mit Gläsern und Flaschen.
 
Am Ausschank läuft die Hauptschlagader dieses Ortes, eigentlich wie in jeder florierenden Bar. Es wurde geredet, zugehört, artikuliert – als wäre man zu Haus in der Küche, denn erfahrungsgemäß endet dort ja jede private Party, weil es dort kuschelig-eng ist und man das sagt, was man schon immer sagen wollte.Ich bestellte noch einen hochgelobten Espresso und halte Ausschau nach Aschenbechern – schade! Hinten an der Ockerwand entdeckte ich ein Ensemble nostalgischer Dinge, eine Wandleuchte, ein Brett auf geschnörkelte Konsole, daneben ein altes Telefon. Es fehlte nur Omas Häkeldeckchen. Etwas seltsam an diesem Ort, doch das erzeugt eine private Atmosphäre. Die Accessoires geben Gemütlichkeit.
 
Jetzt diskutiert das Paar auf dem Sofa schon etwas intimer …, ich sehe mich besser weiter im Raum um und erkunde das Angebot. Was wird dem Gaumen geboten? Kaffee in allen Farben und Formaten natürlich: vom Cappuccino bis zum Latte Macchiato und mehr. Den besten Espresso der Stadt selbstverständlich! Erlesene Weine und nicht alltägliche Biere, aber auch Bio-Limonade. Für den kleinen Hunger auf Herzhaftes wird mit entsprechenden Snacks gesorgt. Alles zu moderaten Preisen.
  
Der Espresso war wirklich ein Genuss! Ich genoss weiter und vergaß die Zeit. Wer mehr sehen und erleben will und zum Espresso gerne eine Zigarette rauchen möchte, kann es im Frühling und Sommer draußen an kleinen Betontischen tun und dem brausenden Verkehr lauschen, der Melodie der Großstadt. Das Publikum scheint sich sehr wohl zu fühlen und für manchen ist die kleine Bar zum eigentliche Wohnzimmer geworden. Gerne wäre ich geblieben, doch ich muss los. Die Bahn nimmt sich vor, auf die Minute loszufahren und pünktlich anzukommen. Ich werde es erleben.

CAFFÉ-BAR
„Fleck & Schneck“
Torstraße 27

70173 Stuttgart

Hallo Onkel Albert!

Kennen Sie diesen Onkel? Er trägt eine Brille mit runden Gläsern, um den Hals eine gebundene Fliege und um sich selbst einen Frack, als wolle er gerade zum Opernball gehen. Außerdem kann er bis unter die Zimmerdecke fliegen – der Onkel Albert aus dem Musical-Film „Mary Poppins„. Scheinbar ist er der Geschichte direkt entflogen. Flatterte um den Berliner „Pfefferberg“ im Prenzlberg und vergnügt sich nun am Kinder-Lachen in der Zionskirchstraße, denn hier ist das KINDERSPIELCAFÉ, ganz nah an der U-Bahnstation Senefelderplatz. Ein helles Kinderlachen war es auch, was mich dort vom Rad steigen ließ. Außerdem war es kurz vor Zehn, Zeit für meine 2. Tasse Kaffee. Ich setzte mich an den Fliegenpilz-Tisch draußen neben der Tür und erfreute mich an der Herbstsonne. danach wollte ich eintreten und meinen Kaffee bestellen, doch eine niedrige Gittertür mit liebevollem Willkommensgruß versperrte mir den Weg. „Hallo, die Tür ist von innen verriegelt – wegen der Laufkinder„, wurde mir zugerufen. Die Chefin lächelte mich milde an. etwas verunsichert fragte ich nach Kaffee und deutete auf den Fliegenpilz draußen. Lächelnd sagte sie: „Wie Sie sehen, befinden Sie sich in einem Kinderspielcafé, hier krabbeln nicht nur Kinder, hier lernen sie auch laufen“! Tatsächlich ist alles hier für Kinder gemacht und Erwachsene müssen achtsam sein. Das verstand ich gut und wurde freundlich empfangen.

Stephanie Dornbusch, Mutter von Charlotte (3. J.) und Till (6 Mo.) ist seit 3 Jahren Inhaberin dieser hübschen Café- und Spieloase mitten im kinderturbulenten Berliner Prenzlauer Berg. Ursprünglich ließen sich in den Räumlichkeiten Hunde frisieren, erfuhr ich. Welche Wendung! Jetzt beginnen hier, in einem der ersten Berliner Kinderspielcafés die Kleinkinder mit der Entdeckung der Welt. – sehr zur Entspannung der gesamten Verwandtschaft, die hier bei Kaffee und Kuchen, Tee, frisch gepressten Säfte, Waffeln, Milchreis und Müsli den Nachwuchs betreuen und bewundern kann.

Die Mütterfangemeinschaft scheint sich zu kennen, denn die Mamas begrüßen sich herzlich. Dann kennen sich also auch die kleinen Prinzen und Prinzessinnen vom Prenzlberg: Karl, Fritz, Elyas, Silas, Carlotta, Antonia, Paula und Emma.

Ich schaute mich um. Im Sandkasten am Eingang lag das Buddelbesteck bereit. Eine Treppe tiefer sprangen Bälle, eine Treppe höher wollte gerade Kleinwolfgang nicht so wie Vater wollte. Ja, Väter kommen mit ihren Lütten auch. Meist dienstags. Wieso? Darauf konnte selbst Stephanie sich keinen Reim machen. Aber auch sonst ist hier an bestimmten Tagen großer Zirkus und Onkel Albert hängt lachend an der Decke. „Neulich erst verlegte ein Opa seine Geburtstagsfeier mit Enkeln und Urenkeln hierher zu uns. Die Meute von 40 Gästen wollte er nicht zu Hause haben!!“ berichtete Stephanie. „Da musste Heike Makatsch mit ihren beiden Süßen an diesem Tag mal eine Auszeit nehmen“, fügte sie heiter hinzu. Oha! Außerdem werden hier Taufen gefeiert. Dann kommt das Theater Lakritz zu Besuch und bringt DORNRÖSCHEN mit“ – erzählte die Inhaberin weiter drauf los.

Wir gingen über die kleine Treppe ins obere Spielzimmer. Alles ist bunt und sauber. Ein Säugling nuckelte gerade an Mutterns Brust. Ich wünschte guten Appetit und stand dann vor einer geheimnisvollen Tür. Ich öffnete und sah, dass hier die Fetzen fliegen, denn das tapfere Schneiderlein hat hier sein Reich. Stoffballen türmen sich. Schnittmuster liegen aus und daneben wartet die große Schere auf ihren Einsatz. Hier also werden die Kleidungsstücke entworfen und geschneidert, die im Spielcafé draußen wie drinnen zum Kauf angeboten werden. Janine Pönisch hat hier mit ihrem „LIVIShop“ den richtigen Arbeitsplatz gefunden! Mütter (und auch Väter!) in ganz Europa interessieren sich für ihre Produkte.

Der Blick in diese herrliche kleine Kinderwelt hatte meinen Kaffee auf dem Tresen kalt werden lassen. Ich nahm ihn trotzdem, bedankte mich für die Führung und steuerte wieder draußen auf meinen Fliegenpilz zu. Die Sonne wärmte die schöne Kastanien-Dekoration auf dem Nebentisch und meinen Kaffee in der Tasse. Ich schielte zu den Kastanien und dachte: wie konnte ich damals nur so dumm sein und die Streichhölzer gegen ein Feuerzeug tauschen. Wie gerne würde ich jetzt Kastanienmännlein basteln und sie stolz Onkel Albert zeigen.

Onkel Albert
Kinderspielcafé

Zionskirchstraße 63
10119 Berlin
Tel.: 030-44045610
Mo. – Fr.: 10 bis 19 Uhr
Sa. + So.: 14 bis 19 Uhr

LIVIShop
Janine Pönisch

Spreegold im Bötzowviertel

„Guten Tag, bitte 1 Kilo Spreegold“ – das wäre doch mal ein ungewöhnlicher Posten auf dem Einkaufszettel ….. man kann in diesem gemütlichen-modernen Bistro zwar alles „außer Haus“ erwerben, aber für meine Gold-Marie habe ich heute leider kein typisches Gericht gefunden. Aber mit Fantasie und der freundlichen Unterstützung des geschulten Personals klappt es dennoch: Trüffel-Stullen! Nicht mit Gold aufzuwiegen. Dieses wahre Gaumengold ist bei den Gästen in der Hufelandstraße schon seit einiger Zeit „der Renner“ und hat bereits Kult-Status, erfahre ich. Schön, man gönnt sich ja sonst wenig. Ich ordere zwei gut verpackte Goldstullen und verweile noch in der Herbstsonne, in eine warme Decke gehüllt, auf den Außenmöbeln. Eine der vielen Kaffee-Spezialitäten und ein großes Stück von Brigittes selbstgebackenen Käsekuchen wirken beruhigend, während ich über die Trüffel im bewegten BötzowKiez des Berliner Prenzlauer Berges nachdenke. Habe ich überhaupt schon einmal Trüffel gegessen? Forsche ich im Oberstübchen nach ….. besteht eventuell Suchtgefahr, wie bei anderen Lieblingsgerichten? Bis März ist Trüffelsaison – lerne ich hier. Na dann ….. es müssen ja mal außergewöhnliche Reize her – denn dass die Goldlöckchen-Frau auf dem Holland-Rad hier völlig barfüßig herum kurvt, haut mich nicht wirklich um. So ist das Publikum im Kiez, immer ein bisschen anders, immer jung und sofort zur Stelle, um sich unter alten Ahornbäumen zu präsentieren. Wenn sie gleich eines der wunderbar duftenden Pasta-Gerichte im SPREEGOLD probiert, wird ihr sicherlich warm.

Bei der Zubereitung der immer frischen Speisen herrscht totale Mitbestimmung. Auch das Würzen obliegt dem individuellen Geschmack. Es gibt viele attraktive Gewürze, bei denen man freie Hand hat. Also Chilly bis der Arzt kommt. Oder das nächste Glas Bötzow-Pils. Das umfangreiche Angebot an Speisen und Getränken hat eine übersichtliche Mitte, so dass sich die Gäste auf ein reduziertes, festes Angebot verlassen können, vieles andere kommt saisonal hinzu! Knack-frisch vom Römersalat bis zum Rinderfilet-Streifen. Das alles wird hier nicht mit Goldstücken bezahlt, sondern nur mit langweiligen Euronen.

Das SPREEGOLD-Konzept ist seit 2009 so erfolgreich, dass es in der goldenen Mitte unserer Stadt bereits ein Stammrestaurant nah am Alex gibt. Rosa-Luxemburg-Str. 2 ist die geschichtsbewusste Adresse dieses exklusiven Restaurants, das mittags von vielen Geschäftsleuten besucht wird und über den Tag verteilt natürlich von vielen Weltenbummlern, die es auf gesunde und schmackhafte Kost abgesehen haben. Die feinen und frischen SPREEGOLD-Gerichte machen nicht müde, ganz im Gegenteil! Eine gute Unterstützung für den langen Arbeitstag oder die hungrigen Europa-Express-Touristen aus aller Welt. Goldene Zeiten für Genießer!

CAFÉ SPREEGOLD
Hufelandstraße 20
10407 Berlin
Mo. – Fr.: 7 bis 22 Uhr
Sa. + So.: 8 bis 22 Uhr

Karibiktraum an der Kieler Förde

Café FIEDLER ist ein Traditionshaus in der Holstenstraße, das seit 90 Jahren die feinen Handwerkskünste der Bäcker, Konditoren und Patisseure pflegt. In diesem Etagen-Café fühlt man sich wohl; es duftet nach frischem Brot und Kuchen, nach Kaffee und Kakao und über allem liegt ein Hauch von „gute Stube“, wie man es hier oben im Norden, in den Hafen- und Handelsstädten immer wieder trifft.

Sicher musste man im Laufe der Jahre das Angebot und die Bezeichnung der Artikel anpassen. Aus der traditionellen, schweren Buttercremetorte wurde darum mit Blick auf ferne Reiseziele der Name „Karibiktraum“ erfunden, unterstützt von Orangen-Maracuja-Guss und exotischer Frucht-Dekoration.

Die traditionellen Torten-Namen findet man hier natürlich weiterhin: die berühmte Lübecker Nusstorte im Niederegger Marzipanhemd hat hier ihren festen Platz, ebenso die Schwarzwälder Kirsch- und die Tiroler Aprikosentorte. Die schwedische Apfeltorte mit umfangreichem Belag wartet auf die skandinavischen Besucher, die hier jeden Tag mit den großen Fährschiffen anlanden. Denn von den Kai-Anlagen ist es nicht weit, die Gäste sitzen nach 15 Minuten Spaziergang in der frischen Brise der Küste dann rechtzeitig bei Kaffee und Kuchen. Auf die Dänen warten bei FIEDLER frische Plunderstücke, damit sie sich wie zu Hause fühlen. Aber manch einer lässt sich lieber den vierfach gefüllten Frankfurter Kranz schmecken, außen mit viel Krokant!

Weil ein Konditor Opern-Fan war, wurde von ihm die AIDA-Torte erfunden. Seemannsgarn wird hier oben an der Küste nicht nur im Fischladen gesponnen ….., sondern auch in der Backstube.

Vor dem karibischen Traum lassen sich heute viele Gäste das TRAUM-Frühstück schmecken. Für viele Kieler aus der Umgebung nicht mehr wegzudenken. Man trifft sich hier, berät die Probleme des Tages, isst vielleicht später noch etwas Kleines zu Mittag (Quiche mit Salat / Königin Pastete mit Ragout fin / Rührei mit Kräutern und Pellkartoffeln oder Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat) und lässt sich dann unten im Laden ein Kuchenpaket zusammenstellen, das man den Daheimgebliebenen mitnimmt. An einem Extra-Tresen sind süße Köstlichkeiten in vielen Variationen zu erwerben, die zum Mitnehmen sehr hübsch verpackt werden. Berühmt sind natürlich die „Kieler Sprotten“ aus Schokolade oder „Kiesel vom Ostseestrand“, naturgetreue Nachbildungen aus Marzipan oder Zuckerwerk.

Wenn im Herbst/Winter die Bäume in der Holstenstraße entlaubt sind, kann man beim Kaffeetrinken die Aufbauten der großen Schiffe sehen, wenn sie ein- oder auslaufen, so als würden sie durch die Parallelstraße fahren. So etwas habe ich hier zum ersten Mal gesehen und war sehr beeindruckt. Aber heute kann ich nicht warten bis alle Blätter vom Baum sind, mache mich jetzt auf den Weg und gehe den schwedischen und norwegischen Wortfetzen hinterher. Bin gespannt, wo meine Neugier mich hinführt, vielleicht zu den Matrosen am Hafen? Sehe schon die Goldknöpfe in der Sonne blitzen ….

CAFÉ FIEDLER

Holstenstraße 92-94
24103 Kiel

Vorstadt-Rotkäppchen

Das Märchen der Brüder Grimm hat hier nicht Pate gestanden, sondern die Kopfbedeckung, die „roten Käppis“ der amerikanischen Besatzungssoldaten nach dem 2. Weltkrieg. An diesem Ort wird also schon seit vielen Jahrzehnten bei unterschiedlichen Wirten getrunken. Zugegeben: die Märchen-Erinnerung ist viel angenehmer und bei der richtigen Beleuchtung wirkt das Haar der Wirtin rötlich. Karen war vormals Akt-Modell in Berlin; angekleidet leitet sie nun schon lange diese Bremer Institution in der Östlichen Vorstadt, genannt: Ostertor-Viertel. In der Zeit der knappen Wörter einfach nur VIERTEL genannt. Eine Heimat für viele unterschiedliche Menschen und ihre Grundbedürfnisse: essen, trinken, sabbeln, gucken, gesehen werden, wichtig sein oder auch unsichtbar bei einer Tasse Kaffee zu 1,90 € glatte 3 Stunden über dem Laptop hängen. Natürlich will nicht jeder das Monatsgehalt oder das Transfer-Einkommen hier verballern, aber möglich wäre es. Man wünscht sich, dass in diesem Eck-Restaurant, Bistro, Kneipe, Bar und Beratungsstelle die Nahrungskette niemals unterbrochen wird, auch wenn der Koch mal schlafen muss. Seine süßen und salzigen Crêpes aus Weizen oder Buchweizen mit Füllungen wie im Märchen sind kaum zu übertreffen. Von 2,90 € bis 7,40 € können hier fast alle Geschmacksrichtungen berücksichtigt werden. Maronencreme mit geschmorten Apfelscheiben hat er genau so gespeichert wie Gorgonzola, Kapern, Ziegenkäse, Lauch, Shrimps oder Hähnchenbrust. Spiegelei oben drauf? Natürlich. Plus 1,20 €. Pfeffer und Salz umsonst.

Das Brot wird selbst gebacken und kommt nicht nur zum rasanten Frühstücks-Buffet auf den Marmortisch, sondern auch zu den delikaten Abendspeisen. Am Nebentisch bestellt sich eine schrille Ostertor-TypeBruschetta al pomodore mit Ziegenkäse“. Wir kommen über diese Köstlichkeit ins Gespräch. Danach folgt ein „Salatteller mit gefüllten Lammhackbällchen“ zu 9,50 €. Ich begnüge mich mit einem Hauptgericht aus der Abendkarte: „Zweierlei Fischfilet mit Zitronengras-Kokossauce an Salat“, dazu das berühmte Brot und Kräuterbutter – herrlich; ich muss langsam essen und viel Grünen Veltliner dazu trinken. Am Nebentisch wird stilvoll ROT getrunken: Anarkos aus Apulien wird häufig nachbestellt und ich lass mir erzählen, dass der Wein nach reifen Brombeeren, die trocken, saftig-frisch rüberkommen, schmeckt. Na gut, die Wirtin empfiehlt mir jetzt noch ein Parfait mit Datteln, Birnen und Calvados, dann widme ich mich bei „Espresso Coretto“ und dem Dessert weiter der Galerie der Abendgäste.

Gerade ist die Lampenhändlerin von „ANTITICK“ gegenüber erschienen. Wenn bei ihr das Licht ausgeht, liest sie hier donnerstags immer umsonst den „STERN“. „Das Geld gebe ich lieber für frisch gezapftes Bier aus“, sagt sie, denn hier ist BEXXTown: der Halbe für 3,60 €. Heute haben ihr aber andere Gäste das geliebte Magazin weggeschnappt und sie blättert etwas beleidigt im ÖKOTEST.

Ab 21:00 Uhr wird gnädig das Licht gedimmt. die Rotkäppchen-Generation geht eine Station weiter, die Wölfe und die (jungen) Großmütter bleiben. Nach der großen Abendessen-Welle er-scheinen die Bratschen, Flöten und Geigen, um sich nach Konzerten bei Rotkäppchen-Sekt (3,70 €), Roibooschtee natur (1,90 €), Jägermeister (1,90 €) oder einer Flasche Veuve Cliquot Ponsardin (84,- €) zu entspannen. In Bremen sind die STADTMUSIKANTEN zuhause! Dicht neben den Geigenkästen sitzt noch immer dieser Nightmare mit seinen 5 Jutebeuteln. Er bringt seinen Teebeutel mit und bekommt für 1,- € das heisse Wasser geliefert. Wo gibt es das noch? Im:

ROTKÄPPCHEN,
Am Dobben 97
28203 Bremen

Montag bis Freitag: 9:00 bis 2:00 Uhr;
Samstag, Sonntag, Feiertage: 10:00 bis 2:00 Uhr
Küche: täglich 11:30 bis 1:00 Uhr nachts
Tel.: 0421-75446

ANTITICK
Lampen und Leuchten
Auf den Häfen 4
28203 Bremen

www.antitick.de