Was ist mit Silvester?

Das habe ich mich manchmal gefragt, und nicht nur im Hinblick auf Essen und Trinken, das an diesem Tag immer speziell ist, sondern auch die Frage: WARUM feiern wir Silvester? Aus dem Kaffeesatz wird ja erst in der Silvesternacht gelesen, darum bemühe ich jetzt noch die offiziellen Quellen. Von der Einführung des „Gregorianischen Kalenders“ im Jahre 1582 ist dort die Rede. Dieser Kalender sorgte dafür, dass der letzte Tag im Jahr nicht mehr der 24., sondern der 31. Dezember war. Der Todestag des Papstes Silvester I. Wenige Leute heißen heutzutage Silvester, aber am Jahresende ist dieser Name in aller Munde. So wurde Silvester der Patron für ein gutes Jahr. Ohne Papst kein Silvester!

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Zwischen Kiez und Kaffeehaus

Meine Tram hält heute am Antonplatz im Berliner Stadtteil Weißensee. Hier gibt es noch immer das schöne alte Kino ANTON, dessen kleinerer Saal TONI heißt. Das gefällt mir wie die Tatsache, dass hier Filme noch laufen, die man aktuell verpasst hat. Heute ist Kinotag und zu meiner Überraschung auch Markttag, denn auf dem Antonplatz gibt es ein überschaubares Angebot verschiedener Händler. Aber nach dem aufregenden Film-Nachmittag ist mir nicht nach Fischbrötchen oder Quarkkeulchen aus der Hand; mir ist nach gutem, warmen Essen. Ich weiß, dass sich fünf Minuten von hier das CAFÉ MIRBACH befindet  – und mache mich auf den Weg.

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Tragt das Geld in die Wirtschaft

Diesen Satz muss man den Gästen des Wirtshauses ZUR QUELLE im alten Berliner Arbeiterbezirk Moabit wohl nicht extra sagen, denn hier wird ganz freiwillig die Wirtschaft in der Wirtschaft angekurbelt. Der Zapfhahn ist 24 Stunden in Betrieb – wie die Kneipe selbst. Rund um die Uhr gibt es „Bier – Weine – Schnäpse – Frühstück“. Die freundlich-resoluten Frauen hinter dem Tresen arbeiten in drei Schichten, denn an diesem Ort gibt es das kühle Bier zum günstigen Preis an sieben Tagen in der Woche, ohne Pause. „Wir sind ja schließlich nicht zur Erholung hier“, verrät mir die diensthabende Quellen-Wächterin. Sie ist nicht nur charmant und unterhaltsam mit den Gästen, sie hört sich jede Lebensgeschichte an und hat für jeden einen Rat. Sie muss den Überblick behalten, die Deckel richtig zusammenrechnen und aufpassen, dass sich alkoholisierte Streithähne nicht zu nah kommen. Sie ist stolz darauf, dass die Polizei nie gerufen werden muss, denn eine Sicherheitskamera scheint als Schutz zu genügen. Weiterlesen

Vorsicht: heiße Suppe!

Hilfe, die Tram legt sich quietschend in die Kurve und bereitet mir einen unfreiwilligen Suppengenuss. Mein Ellbogen hängt doch wirklich in einem großen Becher warmer Currysuppe, die intensiv nach Kantine riecht. Für Sekunden stehe ich in Schock-Starre, aber da wird auch schon neben mir die Entschuldigung hinter einem Plastiklöffel gemurmelt. Die hungrige Mitfahrerin hat auch nicht mit dem Schwung in der Kurve gerechnet. Langsam gewinne ich den Eindruck, dass es völlig unmodern geworden ist, zu Hause zu essen, denn um mich herum wird geschmatzt, geschlürft, gekaut, getrunken, gegessen, abgeleckt, probiert, verworfen, runtergeschluckt und ausgespuckt. Ob man die Suppe im Rücken spürt oder seine Schuhe nicht mehr sehen kann, weil ein Döner-Innenleben darauf gefallen ist – ich finde, dass die rastlose Gesellschaft übertreibt.

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Film und Fernsicht

Auf dem Berliner Potsdamer Platz bin ich gerne zur Zeit der Filmfestspiele, wenn es dort so richtig voll ist! Aber für die Kinos bekommt man selten Karten und in den Bars nie einen Platz. Das ist nun Vergangenheit, BILLY WILDER’S BAR unten im Filmhaus gehört heute mir! Die ganz schwarz gekleideten Bar-Keeper mit ihren schnellen Bewegungen faszinieren mich. Sie beherrschen den dominanten Tresen perfekt. Das Angebot ist groß und bunt: 120 verschiedene Cocktails können hier gemixt werden, allein 85 Sorten Wodka stehen zur Auswahl. Eine Sorte davon wird die Basis für meinen ersten Drink sein, denn ich bestelle eine „Bloody Mary“. Zum Wodka gesellen sich viel Tomatensaft, scharfe Gewürze und eine Stange knallgrüner Sellerie. Schmeckt gut, irgendwie gesund. Ob Billy Wilder so etwas auch am Set getrunken hat?

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