Noble Pizza

In Prenzlberg muss ich mich mal wieder sehen lassen, denn es soll hier bei den PAPARAZZIS in der Husemannstraße die schmackhafteste Pizza Berlins geben. Davon konnte ich mich überzeugen, denn in dieser Trattoria werden nur die allerbesten Zutaten verwendet. Dünn ausgerollter Teig, auf dem Tomaten, Mozarella und Parmaschinken kross gebacken – darüber eine gute Handvoll vom feinen Ruccola und Parmesanspäne. Noch ein Hauch Olivenöl und schon schiebt sich mir der Satz „Neapel sehen und sterben“ in den Sinn. Die Dekoration ist die Ursache. Ich sitze vor einem Foto im Großformat. Sophia Loren schaut aus einem Fenster auf mich. Davor baumelt, wie in den südlichen Ländern selbstverständlich, auf einer Leine (ihre?) weiße Wäsche. Eine herrliche Idee, fühle mich wie bei „Mama“ in Neapel.

Aber ich lasse mich nicht ablenken und bestelle noch ein Viertel vom Hauswein. Der Chianti passt hervorragend zu meinem Essen. Als ersten Gang hatte ich Bruschetta (das esse ich übrigens immer, um zu vergleichen!), ebenfalls köstlich. Diese Kombination von Tomaten Zwiebeln, Petersilie und feinem Olivenöl auf gerösteten Brot ist zwar einfach, aber immer wieder ein großer Genuss! Mögen die Tischnachbarn auch gratinierte Austern essen oder Trüffel-Pastete – ich komme heute nicht in Versuchung. Aber beim nächsten Besuch werde ich doch Malfatti (gerollte Spinatpasta mit Ricotta und Parmesan gefüllt) mit schäumender Salbeisauce bestellen. Stadtbekannte Politiker und Schriftsteller sollen das hier schon mehrmals gegessen haben. Achtung: Promifaktor!

Bei mir ist jetzt aber das Pistazien-Nougat-Parfait an der Reihe, dazu ein doppelter Espresso! Besser kann es mir heute nicht gehen! Diesen kulinarische Ausflug nach Italien kann ich unbedingt empfehlen. Es ist etwas Besonderes, weil hier mal Italien nicht von Italienern gemacht wird. Die Geschichte der Inhaberin, Doris Burneleit, ist schon ungewöhnlich, denn sie eröffnete bereits 1986, als der Osten noch Osten war, als Erste in Berlin-Spindlersfeld ein Italienisches Restaurant. Ohne jemals in diesem Land gewesen zu sein! Das nenne ich Mut zum Risiko! Respekt, der Erfolg ist ihr treu geblieben.
Wenn ich die Besitzerin mal erwische, werde ich sie fragen, was das Fahrrad unter der Decke bedeuten soll. Das hängt dort sicherlich nicht ohne Grund! Vielleicht war sie damit in Italien? Der Kellner kann mir keine Auskunft darüber geben, er muss jetzt eine größere Gesellschaft bedienen und jede Menge Korken aufziehen. Die Weinauswahl ist groß und gut, die der Speisen ebenfalls, alle Zutaten sind erste Wahl. Die Preise allerdings auch! Deshalb wird der Besuch im PAPARAZZI ein besonderer Genuss bleiben, wenn ich es mal SEHR gut mit mir meine. Man muss sich ja auf etwas freuen können, oder? Salute!

Trattoria PAPARAZZI
Husemannstraße 35
10435 Berlin
Tel.: 030-4407333
Öffnungszeiten:
Dienstag – Samstag: 18 bis 0:30 Uhr
Sonntag: 18 bis 24 Uhr
Montag: geschlossen

0 Gedanken zu „Noble Pizza

  1. Da kann ich nur fragen, wer geht mit mir dorthin?
    Das Ambiente ist ja originell, obwohl ich ein an der Decke hängendes Fahrrad aus einer Wirtschaft auf Malta kenne.
    Die Husemannstraße ist bei mir jedenfalls schon mal für den nächsten Spaziergang vorgemerkt. Außer italienisch essen,kann man dort auch gut shoppen gehen. Schöne Kombination, grazie für die Anregung.

  2. Habe von meiner Mutter von Ihrer Seite gehört.
    Toller Tip, weiß ich doch jetzt,wohin ich das nächste Mal vor einem Synagogenkonzert mit ihr
    essen gehen kann.
    David aus Dessau

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