Im lila Labyrinth

Ein Museumsbesuch ohne das Innehalten in einem künstlerisch eingerichteten Museumscafé ist heutzutage kaum denkbar. Viele Besucher starten den Ausflug in die Hochkultur sogar an diesem Ort, um sich für den Kunstgenuss erst einmal zu stärken. Und dann gibt es Museumscafés, die an sich schon ein Kunstwerk sind. In ein solches bin ich heute bestimmt geraten. Weiterlesen

Der Wirt als Wirt

In der „Lindenstraße“ – wer kennt diese Fernsehserie im Ersten nicht – spielte Kostas Papanastasiou fast zehn Jahre lang einen griechischen Wirt. Er konnte sich selber spielen, denn auch in diesem Dauerbrenner beließ er es nicht beim Ausschank von griechischem Wein und Ouzo, eine politische Komponente musste her, damit es echt wirkte. So organisierte er als Panaiotis Sarikakis ein Hilfsprojekt für Georgien (das er im wirklichen Leben auch heute noch unterstützt). Eines Sonntags begleitete er einen Transport dorthin – und hatte sich damit aus der TV-Serie heraus geschlichen, weil er in Berlin als echter Wirt dringend gebraucht wurde! Diese wahre Geschichte kann sich der Gast aus Zeitungsartikeln und Fotos, die an der Wand hängen, zusammenlesen. Oder er lässt sie sich vom Wirt selbst erzählen, der häufig am „Stammtisch“ gegenüber der Eingangstür sitzt und seine Gäste mit einem freundlichen „Jassou“ begrüßt.

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Berlin und die Franzosen

Revolutions-Emigranten und französische Hugenotten bestimmten Ende des 18. Jahrhunderts die soziale Struktur und das Stadtbild. Jeder zehnte Berliner war ein Franzose! Bis 1900 sank dann der Anteil auf 1 Prozent, aber der französische Wortschatz traf auf Berliner Mundwerk und ist mit anderen kulturellen Einflüssen bis heute geblieben. Französische Straße, Pariser Platz, Bellevue und Gendarmenmarkt sind nur einige Beispiele. Heute stehe ich auf dem Gendarmenmarkt, einem der schönsten Plätze Berlins und schaue mich um. Dieses Ensemble Weiterlesen

Gegenwärtige Vergangenheit

finde ich in der SIBYLLE auf der Karl-Marx-Allee. Zugegeben, es ist hier nicht alles wie früher, denn die ehemalige Prachtstraße hat sich in den letzten 20 Jahren verändert. Es wohnen wohl nur noch wenige der einstigen Aktivisten hier, die zur Belohnung für ihren intensiven Arbeitseinsatz auf eine Wohnung in der Stalinallee hoffen konnten. In einer der Glasvitrinen im Café, das gleichzeitig Museum ist, kann ich noch ein Stück vom Schnurrbart des gestürzten Stalin-Denkmals ansehen. Bevor ich mich ganz vom Kaffeeduft verführen lasse und mir etwas bestelle, absolviere ich das kleine Pflicht-Programm eines Museumsbesuchers (bei freiem Eintritt!). Weiterlesen