Wein mit Wirkung

Nach mehreren Nachmittagskaffees muss es gegen Abend auch bei mir manchmal etwas Stärkeres sein. Ich fahre durch Kreuzberg und hoffe auf eine Entdeckung. Was könnte ich heute zur Blauen Stunde ausprobieren, mein Fahrrad anketten, mich niederlassen und in aller Ruhe bei einem guten Tropfen über den Tag nachdenken? Ich schaue auf die schöne Oberbaumbrücke, auf der ich schon Silvester war. Einen Steinwurf weiter werde ich fündig, denn in der Falckensteinstraße betreibt ein smarter Mitdreißiger mit seiner Freundin eine ziemlich intellektuelle Weinhandlung. Marion Streubel und André Gersdorf haben alles durchdacht. Der Wein-Betriebswirtschaftler weiß wovon er redet, wenn er seine Weinseminare im leicht coolen Ambiete der Weinhandlung NOER hält. Übrigens hat genau dieses Ambiete und das gesamte Corporate Design der weibliche Teil übernommen: Marion. André ist für alles andere zuständig. Gerne höre ich Andrés Ausführungen bei der Bestellung meines ersten Glases zu, denn ich möchte ja immer dazulernen. Ich erfahre zum ersten Mal von der differenzierten Weinwirkung. Ein spannendes Thema. Weiterlesen

SCHNITTCHEN

Das niedliche Schild mit rosa Aufschrift lässt mich innehalten, denn es fällt auf. Gerade in diesem eher tristen Abschnitt der Kreuzberger Großbeerenstraße zwischen Tempelhofer Ufer und Obentrautstraße. Auf dieser Schattenseite hätte ich kaum etwas Gastronisches erwartet und freue mich über die einladenden Bänke, Stühle und Tische, die gerade mit kleinen Blumensträußen dekoriert werden.

Der Innenbereich ist mit Möbeln aus den Fünfziger und Sechziger Jahren ausgestattet, die liebevoll gesammelt, ertrödelt oder sogar per Internet gekauft wurden. Vom Nierentisch bis zur wackeligen Stehlampe ist alles echt. Ein großes Foto von Brigitte Bardot, die in jener Zeit ihre besten jahre hatte, hängt an der Wand. Tja und was passt zu diesem Ambiente? Natürlich SCHNITTCHEN. Weiterlesen

Café mit Zeitung

Unsere Stadt hat ja eine große Pressetradition. Dass Kaffeetrinker automatisch Zeitungleser sind, ist vielleicht nicht jedem bekannt, darum sage ich es an dieser Stelle gern. So liegt es nicht fern, dass ich während meines Spazierganges hier in Stadtmitte über den Checkpoint Charly hinaus vor der Rudi-DutschkeStr. 23 (vormals Kochstraße) stehenbleibe und lese: „TAZespresso„. Café mit Zeitung, ein Platz für mich! Und ich finde heraus, dass im Jahr 2007 die Namensänderung der Straße aufgrund einer TAZ-Initiative erwirkt wurde. Das beeindruckt mich. Meine Neugier auf einen TAZepresso, Fair gehandelt – versteht sich, wurde nicht enttäuscht. Nach 2 Doppelten muss zwar nicht gleich der Notarzt kommen, aber Weiterlesen

Fischers Fritze fischte frische Fische

Aber heutzutage heisst er Dietmar ROGACKI und betreibt in Berlin-Charlottenburg einen wahren Gourmet-Tempel. Dieser Name steht seit 1928 für Tradition und Qualität. Aus der kleinen Fisch- und Aal-Räucherei der Großeltern ist eine sehr frequentierte Institution geworden. Die blitzblanke Ladenfront samt Markise leuchtet mir in frühlingshaftem Grün entgegen. Es ist Samstag und ich habe für das Wochenende noch nichts besorgt. Die goldene Regel „Kaufe niemals hungrig ein“ kann ich hier leider nicht einhalten, denn zum Einkaufen komme ich erst gar nicht. Angezogen von köstlichen Küchen-Düften bleibe ich gleich an der ersten Imbiss-Insel kleben und will nie wieder nach Hause. Ein Koch wirbelt am Sofort-Grill und bereitet eine Dorade Royal mit Blattspinat zu. Köstlich, so etwas möchte ich auch essen! Aber ich bin noch nicht dran. Weiterlesen

Pack die Badehose ein

Dieser alte Schlager von Conny fällt mir natürlich sofort ein, wenn ich an den Wannsee denke. Heute ist zwar kein Badewetter, aber ich habe Lust, das Mittagessen und den Kaffee im Grünen, wenn möglich mit Seeblick, zu genießen. Mein Fahrrad ist dabei und darf in der S-Bahn mitfahren. In Berlin-Wannsee steige ich aus und habe es nicht weit bis zur Anlegestelle. Eine  richtige Radtour hat mein Drahtesel heute nicht zu erwarten, denn mit dem gleichen Fahrschein geht es weiter mit der Fährlinie F10. Wochentags dient diese Linie hauptsächlich den Berufspendlern, aber am Wochenende ist die 4,4 km lange Strecke als kurze Dampferfahrt nach Alt-Kladow sehr beliebt. Nach 20 Minuten ist die See-Fahrt schon vorbei und ich stehe auf der Promenade. Viele Restaurants, ein Hotel, 1 Spielplatz, eine Badestelle und viele Bootsanleger säumen den Uferbereich. Currywurst-Buden und Biergärten warten noch auf die Saison. Weiterlesen