Bom dia Lissabon (2)

Wir blieben bis in den Abend, um dort die heimische Küche weiter kennen zu lernen und natürlich, um Fado zu hören. In der Rua de S. Pedro entdeckten wir ein kleines authentisches Restaurant, in dem man auf Bänken gesellig zusammen sitzt. Weit hinten sah man in die Küche, wo an einer grünen Kachelwand sorgfältig aufgereiht die polierten Töpfe hingen. Der Raum füllte sich mit Gästen, Einheimischen und Neugierigen verschiedenster Nationen. Unaufgefordert wurde die kleine Vorspeise serviert, Brot, Butter, Käse, Schinken und Oliven. Wir wählten aus der portugiesischen Speisekarte eine kalte Gemüsesuppe aus Tomaten, Gurke und Knoblauch. Dann Carne de porco com ameijoas, Schweinefleisch mit Muscheln und Zwiebeln. Dazu verlangte mein Durst nach einem Servesa, einem Bier. Die Freude entschieden sich für Rotwein aus der Karaffe, schon in Vorfreude auf den Gesang des Fado. Wir genossen das Mahl, lobten die Freundlichkeit der Bedienung, gaben Komplimente an die Küche. Zwei Senhores nahmen in der kleinen Nische hinter dem Fenster Platz und griffen zu den Gitarren. Zeit für Fado, Zeit für die Saudade, dem nur den Portugiesen eigenem Lebensgefühl. Ein Mythos – ein Geheimnis. Wir erkannten sie wieder, es kam die Köchin, nun nicht mehr mit weißem Haarnetz und Schürze. Weiterlesen

Bom dia Lissabon (1)

Freunde fragten, ob ich mitkommen würde, nach Lissabon, denn dort  blühten gerade die Jacarandabäume. Was für eine Frage, es wurde Zeit, dass ich meinem deutschen Eifer etwas mehr Leichtigkeit entgegensetze, mich der südländischen Gelassenheit hingebe. Auf nach Lisboa, der weißen Stadt am Tejo! In der Rua Augusta nahmen wir Quartier, in der 5. Etage, mit Blick auf den Atlantik. Strahlender Azur! Bom dia Lisboa! Weiterlesen

Matrosen AHOI!

„Es rief mich an Bord – mein Schiff war fort“, dieser Spruch gilt aber wohl nur für Landratten, die Seemannsgarn spinnen. Von diesem südlichen Teil der Spreeinsel, auf dem ich mich heute befinde, legen nur Vergnügungsdampfer ab, die nach Treptow und Köpenick fahren. Von Berlins Fischerinsel startet Käpt’n Blaubär also nicht auf „große Fahrt“, sondern er bleibt ganz in der Nähe, denn eine maritime Umgebung findet er im MARINEHAUS am Märkischen Ufer. Hier kann der Fahrensmann sich mit 12 Sorten Bier vergnügen, die Schiffsglocke läuten und die echten Marine-Uniformen bewundern, die im Kaminzimmer ausgestellt sind. Weiterlesen

Kunst ganz kulinarisch

Berlins Hinterhöfe haben es in sich! In der südlichen Brunnenstraße, deren schäbige Häuser an die wilden 90er Jahre erinnern, habe ich in einem 2. Hof eine Entdeckung gemacht. Verheißungsvoll leuchtet eine pinkfarbene Neonschrift: ZAGREUS. Weiterlesen