Matrosen AHOI!

„Es rief mich an Bord – mein Schiff war fort“, dieser Spruch gilt aber wohl nur für Landratten, die Seemannsgarn spinnen. Von diesem südlichen Teil der Spreeinsel, auf dem ich mich heute befinde, legen nur Vergnügungsdampfer ab, die nach Treptow und Köpenick fahren. Von Berlins Fischerinsel startet Käpt’n Blaubär also nicht auf „große Fahrt“, sondern er bleibt ganz in der Nähe, denn eine maritime Umgebung findet er im MARINEHAUS am Märkischen Ufer. Hier kann der Fahrensmann sich mit 12 Sorten Bier vergnügen, die Schiffsglocke läuten und die echten Marine-Uniformen bewundern, die im Kaminzimmer ausgestellt sind.

Die Wände sind matrosenblau und passen zur gemütlichen Holz- und Messing-Einrichtung, bei der jedes Detail stimmt. Aus den Lautsprechern soll der Song „Santiano“ die Gäste beim „Havanna Club“ oder dem 4. „Bacardi“ kräftig von Freiheit und dem weiten Meer zum Träumen bringen. Träumen macht Appetit. Das weiß der MARINEHAUS-Küchenchef und bietet die deftigen Gerichte wie Schnitzel mit Bratkartoffeln oder Knusprige Schweinshaxe im „XXL-Format“ auf einer speziellen Karte an. Endlich mal wieder satt essen. Hier gibt es große Portionen zu angemessenen Preisen, sehr erfreulich! Wer es feiner mag, wählt zwischen 5 internationalen Fischgerichten oder kleineren Fleischgerichten. Was die Kombüse anbietet, sieht sehr appetitlich aus. Seefahrt hin oder her – ich bestelle mir einen „Altberliner Gulaschtopf“ und werde ebenfalls nicht enttäuscht.

Dieses Restaurant ist eine Oase, die der getriebene Großstadt-Mensch bequem von der Jannowitzbrücke aus erreichen kann. Vorbei an der großen Chinesischen Botschaft mit den vielen Wachposten – und schon steht man vor der ehemaligen „Admiralität“. So nannte der Volksmund die Schifffahrtsbehörde, für die dieses Gebäude um 1900 errichtet wurde. Das jetzige Restaurant kauften die beiden Betreiber 1990 von der Konsumgesellschaft Berlin und beglücken nun seit über 20 Jahren mit ihrem kulinarischen Programm die Gäste, zu dem natürlich auch ein „Kapitänsdinner“ gehört: 2 Stunden Spreefahrt und Sekt-Empfang inklusive. Aber heute hat der Kapitän Landgang, denn im MARINEHAUS ist am Abend  Live-Musike: jeden Montag und jeden ersten Freitag im Monat.

Zum Abschied blicke ich noch einmal zurück und bewundere die schöne Eingangstür, die darüber mit einer auffallend bunten Schnitzerei geschmückt ist, wie ich sie sonst nur aus dem Erzgebirge zu Weihnachten kenne. Da lag ich wohl ganz richtig, denn einer der Wirte erklärte mir, dass sein Kompagnon einfach nicht dazu käme, die Weihnachtsdeko abzunehmen – und außerdem sei es sowieso bald wieder soweit.  

MARINEHAUS
Stefan Pfannschmidt/Michael Hartwig
Märkisches Ufer 48-50
10179 Berlin
Tel.: 030-279 32 46
Täglich von 12 bis 24 Uhr geöffnet

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