Film und Fernsicht

Auf dem Berliner Potsdamer Platz bin ich gerne zur Zeit der Filmfestspiele, wenn es dort so richtig voll ist! Aber für die Kinos bekommt man selten Karten und in den Bars nie einen Platz. Das ist nun Vergangenheit, BILLY WILDER’S BAR unten im Filmhaus gehört heute mir! Die ganz schwarz gekleideten Bar-Keeper mit ihren schnellen Bewegungen faszinieren mich. Sie beherrschen den dominanten Tresen perfekt. Das Angebot ist groß und bunt: 120 verschiedene Cocktails können hier gemixt werden, allein 85 Sorten Wodka stehen zur Auswahl. Eine Sorte davon wird die Basis für meinen ersten Drink sein, denn ich bestelle eine „Bloody Mary“. Zum Wodka gesellen sich viel Tomatensaft, scharfe Gewürze und eine Stange knallgrüner Sellerie. Schmeckt gut, irgendwie gesund. Ob Billy Wilder so etwas auch am Set getrunken hat?

Ich stehe mit dem Glas in der Hand vor einer großen Wandfläche, die mit schönen schwarz-weiß-Fotos aus dem Filmschaffen des berühmten Regisseurs, Drehbuchautors und Produzenten dekoriert ist. Szenenfotos aus vielen der  weltbekannten Filme: zum Beispiel „Manche mögen’s heiß“, „Eins Zwei Drei“, „Boulevard der Dämmerung“, „Das Apartment“ oder „Irma la Douce“ erkenne ich wieder. Der Namensgeber dieser Bar prangt als Zeichnung in seinem Regiestuhl auf der Wand hinter dem Tresen. Er scheint die Szenerie hier wohlwollend zu beobachten. Berlin war eine seiner wesentlichen Lebens-Stationen. Nun ist diese Bar wie ein Denkmal für den berühmten Mann, der 2001 hier seinen 95. Geburtstag feierte. 2002 starb er an den Folgen einer Lungenentzündung in Beverly Hills.

Nach meinem Rundgang nehme ich auf einer edlen Lederbank an der großflächigen Fensterfront Platz und möchte noch einen zweiten Cocktail bestellen und wieder zuschauen, wie der Mixbecher durch die Luft gewirbelt wird. „Sex on the beach“, „Zombie“, „Grashopper“, „Manhattan“, „Negroni“, „Coco loco“. Ach, mir ist nach  „Tod am Nachmittag“ (Pernod mit Sekt). Noch nehme ich die Inneneinrichtung als gradlinig wahr und fühle mich wie in einer amerikanischen Großstadt, denn der Blick aus dem Fenster bietet jede Menge Wolkenkratzer. Einer davon, ein spitz zulaufender Klinkerbau, nennt sich PANORAMAPUNKT und hat den schnellsten Aufzug Europas. In 20 Sekunden bringt er die Besucher nach oben. Da ich nun mal in der Gegend bin, möchte ich einen Blick auf die Stadt werfen. Hier soll es den schönsten  „Sundowner“ Berlins geben. Gemeint ist jetzt aber nicht der Cocktail  gleichen Namens, sondern der ganz normale Sonnenuntergang. Aber auch in luftiger Höhe gibt es natürlich ein schönes, verglastes Café mit Sonnenterrasse. Ein atemberaubender Blick auf einen der „bedeutsamsten und populärsten Plätze der Welt“ beschließt meinen heutigen Ausflug. Ob unten oder oben, der Potsdamer Platz hat es in sich!

BILLY WILDER’S BAR
Potsdamer Platz 2
10785 Berlin
Tel. 030 – 26 55 48  60
Geöffnet:
Täglich von 12.00 bis 02.00 Uhr

PANORAMAPUNKT
Potsdamer Platz 1
10785 Berlin
Tel.: 030 – 25 93 70 80
Letzte Auffahrt 17:30 Uhr
Das Café ist geöffnet:
von 11:00 bis 17:30 Uhr

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