Was ist mit Silvester?

Das habe ich mich manchmal gefragt, und nicht nur im Hinblick auf Essen und Trinken, das an diesem Tag immer speziell ist, sondern auch die Frage: WARUM feiern wir Silvester? Aus dem Kaffeesatz wird ja erst in der Silvesternacht gelesen, darum bemühe ich jetzt noch die offiziellen Quellen. Von der Einführung des „Gregorianischen Kalenders“ im Jahre 1582 ist dort die Rede. Dieser Kalender sorgte dafür, dass der letzte Tag im Jahr nicht mehr der 24., sondern der 31. Dezember war. Der Todestag des Papstes Silvester I. Wenige Leute heißen heutzutage Silvester, aber am Jahresende ist dieser Name in aller Munde. So wurde Silvester der Patron für ein gutes Jahr. Ohne Papst kein Silvester!

Die Silvesternacht und der Neujahrstag werden in der christlichen Welt intensiv gefeiert. Neben gigantischem Feuerwerk und allerlei regionalen Bräuchen ist das Essen zur Silvesternacht besonders wichtig, weil auch heute noch Märchen und Mythen, Geheimnisse, Hoffnung – und natürlich Wohlgeschmack damit verbunden werden.

Silvester - FischfrauFisch kommt bei der Silvesterspeisung häufig vor und der Karpfen führt die Reihe an. Auf vielerlei Art zubereitet, ist er der Renner; die langen Warteschlangen in den Fisch-Geschäften am Morgen des 31.12. zeugen davon. Der Geschmack ist  speziell, darum wird häufig auch zu anderen Kochfisch-Sorten gegriffen. Eine Fisch-Schuppe wird im Geldbeutel aufbewahrt und soll dafür sorgen, dass dieser niemals leer wird. Bei meiner Großmutter gab es auch Fisch, aber fein zerhackt, mit viel roter Beete, Gurken und Zwiebeln. Eine große Schüssel vom „roten Heringssalat“ begleitet in Norddeutschland viele Menschen durch diese Nacht, denn auch als Katerfrühstück eignet sich der Salat bestens.

In vielen Gegenden kommt ein Schweinebraten auf den Tisch, denn Schweine gelten als Glücksbringer. Pech bringt dagegen Geflügel an diesem Tag, isst man dies, fliegt das Glück davon. Das ist den Rheinländern allerdings egal, denn zu Neujahr wird eine Gans verspeist. Fondue und Racelette als Abendessen sind beliebt und überregional verbreitet. Nicht besonders festlich, aber immer wieder gern gegessen und schnell zubereitet ist das „Nationalgericht“ Würstchen mit Kartoffelsalat. Wenn es um Süßes geht, darf an Silvester und Neujahr natürlich nirgendwo der Berliner Pfannkuchen fehlen. Dieses Festtagsgebäck heißt auch Kräppel, Krapfen oder einfach nur „Berliner“ und ist mit Apfelmus, Marmelade, Pflaumenmus oder Eierlikör gefüllt. Oben drauf Zucker –  als Glasur oder Puder. Wer Pech hat, erwischt eine Füllung mit Senf oder Zwiebel. Damit wäre dann die Reihe der Silvester-Scherze angeführt. Der Legende nach, hat ein Berliner Zuckerbäcker diese Pfannkuchen aus Hefeteig, die in heißem Fett gebacken werden, 1756 erfunden. Er wollte als Kanonier dienen und formte deshalb diese „Kanonenkugeln“.

Glücksbringer haben an diesem Tag natürlich Hochkonjunktur, allen voran das Glücksschwein aus Marzipan, Symbol der Fruchtbarkeit und damit ein Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Geheime Wünsche und Hoffnungen werden durch den vierblättrigen Klee transportiert. Ein kleiner Blumentopf mit Glücksklee wird gern verschenkt, meist ist er noch mit einem kleinen Schornsteinfeger dekoriert. Früher gingen die Kaminkehrer in Schwarz am Neujahrsmorgen als erste durch die Straßen und gratulierten zum neuen Jahr. Oft ist noch ein Marienkäfer dabei, der als Himmelsbote gilt. Wenn er Ihnen zufliegt, niemals abschütteln! Er heilt die Kranken und beschützt die Kinder. Das Hufeisen hat die Aufgabe, Haus und Hof zu schützen und Fremden den Eingang zu verwehren. Sehr beliebt sind auch blank geputzte Glückspfennige. Heute heißen sie Glückscent und sind ein Symbol für Reichtum.

Haben Sie Ihre Wohnung mit Luftschlangen und Konfetti dekoriert, kann das Bleigießen beginnen. Hier versucht man, aus den entstandenen Figuren die Zukunft zu deuten. Das kann noch unterstützt werden, wenn Sie Horoskope lesen und Tarot-Karten ziehen. Bei der Beschäftigung mit Glück und Zukunft wird man durstig. Feuerzangen-Bowle oder Punsch gehören am Abend des alten Jahres unbedingt dazu. Aber die Silvester-Getränke sind in erster Linie Sekt, Champagner und Prosecco, wobei es wichtig ist, dass die Korken „knallen“, besonders, wenn die Flaschen kurz vor Mitternacht geöffnet werden, um auf das Neue Jahr anzustoßen. Dabei ruft man sich „Prosit“ zu, das stammt aus dem Lateinischen und bedeutet: Es möge gelingen! Mit diesen Worten wünsche auch ich Ihnen viel Glück, erheiternde Getränke, gutes Essen und ein frohes NEUES JAHR !

0 Gedanken zu „Was ist mit Silvester?

  1. Danke für die informative und nette Kolumne!
    Sylvester als PapstName: wußten wir nicht.
    Claudia kennt Sylvester Stallone – Richard eher nicht
    SchweineBraten als GlücksBringer – wunderbar!

    Vielen Dank für die informative und nette Kolumne zum JahresWechsel, genannt „Silvester“.
    Silvester Stallone kennt Claudia – Richard kennt ihn eher nicht….
    Und SchweineBraten als GlücksBringer: da schieben wir gleich einen in den Ofen!
    Und sagen unsererseits „ein Prosit auf 2013“
    und freuen uns auf hoffentlich viele neue KaffeeklatschGeschichten

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