Zwischen Kiez und Kaffeehaus

Meine Tram hält heute am Antonplatz im Berliner Stadtteil Weißensee. Hier gibt es noch immer das schöne alte Kino ANTON, dessen kleinerer Saal TONI heißt. Das gefällt mir wie die Tatsache, dass hier Filme noch laufen, die man aktuell verpasst hat. Heute ist Kinotag und zu meiner Überraschung auch Markttag, denn auf dem Antonplatz gibt es ein überschaubares Angebot verschiedener Händler. Aber nach dem aufregenden Film-Nachmittag ist mir nicht nach Fischbrötchen oder Quarkkeulchen aus der Hand; mir ist nach gutem, warmen Essen. Ich weiß, dass sich fünf Minuten von hier das CAFÉ MIRBACH befindet  – und mache mich auf den Weg.

Die Behaimstraße führt geradewegs zum Mirbachplatz. Auf beiden Seiten der Straße befinden sich kleine Handwerksbetriebe, Dienstleister, Einzelhandelsgeschäfte. Die denkmalgeschützte Turm-Ruine der ehemaligen Bethanien-Kirche liegt dem Kaffeehaus und Restaurant genau gegenüber. Auf diesem Platz ist im Sommer viel los, 150 Gäste sitzen dann hier und genießen Speis und Trank. Dann hat der beleuchtete Kirchturm etwas Geheimnisvolles.

Mein Appetit hat zugenommen, so möchte ich in die Geheimnisse der deutsch-mediterranen Küche eintauchen, wie es in der Karte heisst. In den Wintermonaten ist hier aber eindeutig Ost-Europa im Programm, denn ich entdecke im Angebot Soljanka, Würzfleisch und polnische Gänsekeulen. Zum Aufwärmen wähle ich eine feine Wildrahm-Suppe mit Preiselbeersahne.
Gestärkt wandere ich durch mehrere ineinander übergehende Räume. Es ist  ein großes, helles Restaurant mit Alt-Berliner Ambiente. Liebevoll ausgesuchte Holzmöbel und schöne Dekorationselemente wie Raumteiler, Säulen, Spiegel, Kommoden und Bilder erfreuen das Auge. Solch schöne alte Holzdielen hätte ich zu Hause auch gerne als Fußboden! Inzwischen wird mein 2. Gang serviert: so kurz vor Weihnachten muss es heute eine halbe Ente mit Grünkohl sein! Das winterliche Essen wird perfekt und freundlich serviert, die Portion entspricht meinem Hunger.

In der Speisekarte finde ich einen Hinweis auf den großen Sonntagsbrunch, den man nicht versäumen darf, ebenso wenig die umfangreiche Auswahl an Torten und Kuchen aus der eigenen Backstube. Ein anspruchsvolles Cateringangebot für alle Gelegenheiten hält das Restaurant, das es seit elf Jahren an dieser Stelle gibt, selbstverständlich auch bereit. Ob man das gesamte Restaurant, oder nur einen Raum davon mieten möchte, hängt ja vom Umfang der Feier ab. Fachkundige Beratung und Ausführung sind Chefin-Sache! Mein privates Fest-Menü runde ich mit Zimtparfait an Cognacpflaumen ab, ein wunderbarer Geschmack! Jetzt noch ein doppelter Espresso und ein langer Blick auf das schöne Bethanien-Gemeindehaus. Da die evangelische Kirche nicht wieder aufgebaut wurde, befindet sich der Kirchsaal jetzt hier im ersten Stock.
Veranstaltungsräume und eine Kita sind ebenfalls untergebracht. Dieser „Heimatstil“ war mir bisher nicht so geläufig, aber man lernt ja nicht aus. Die Gründerzeit ist hier im Kiez stark vertreten. Nicht nur aufwändig gebaute Häuser erinnern an diese Zeit. Viele Straßen tragen Namen der Personen, die sich zu jener Zeit um den Ausbau von Weißensee verdient gemacht haben. So auch ein gewisser Freiherr von MIRBACH, dem Namenspatron des Platzes seit 1902, von dem aus ich mit einem duftenden Glühwein allen Lesern sehr herzlich ein frohes Weihnachtsfest wünsche.

MIRBACH
Kaffeehaus und Restauration
Behaimstr. 64
13086 Berlin-Weißensee
Tel. 030 – 92 045 612
Täglich von 9.00 bis 1.00 Uhr geöffnet
Sonntags ab 10.00 Uhr

0 Gedanken zu „Zwischen Kiez und Kaffeehaus

  1. WIEDER SO EINE SCHÖNE EINLADUNG, WENN AUCH ETWAS WEITER ENTFERNT!
    WER KOMMT AUSSER DIR UND MIR SCHON NACH WEISSENSEE: DA WAREN MAL TÜCHTIGE UND GUTE LEUTE AM SCHAFFEN, DIE TEILWEISE ETWAS BESONDERES AN „STADT UND WOHNEN“ FERTIG BRACHTEN! GROSSARTIGE WOHNANALGEN UND PARKS: – GANZ IN DER NÄHE VOM CAFE MIRBACH!
    HERZLICH R:R:

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