„Du liebes grünes Tier …

BLUME - Aussenwerbungich liebe Dir“! Gemeint ist ANNA BLUME, die Geliebte von Kurt Schwitters (1887 – 1948). Ein Gedicht des berühmten DADA-Künstlers war der Grundstein für eines der beliebtesten Cafés, das Berlin zu bieten hat. Die Abteilung BLUME deckt der angrenzende Blumenladen ab, den man durch eine Tür neben der großen Kuchen-Vitrine betritt. Die Konkurrenz ist groß, denn die zwanzig hausgemachten Torten sind toll dekoriert, dass sie durchaus mit der exotischen Blütenpracht mithalten können. Ich kann mich nicht entscheiden – leiste ich mir ausnahmsweise mal Frühlingsblumen für die winterliche Wohnung, oder reihe ich mich doch lieber in die Schlange der Leute ein, die hoffen, heute noch einen Platz im Café zu ergattern. Am Wochenende sollte man reservieren, raunen die galoppierenden Kellner mir zu. Gute Idee fürs nächste Mal.

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Nackt bei NEWTON

Newton - aussenSind Sie jetzt geschockt? Bei Helmut Newton gehörte nackt oder „fast unbekleidet“ sein zum Programm. Der in Berlin geborene und auch hier beerdigte Fotokünstler war einer der begehrtesten und teuersten Mode- und Aktfotografen der Welt. 2004 starb er nach einem Verkehrsunfall mit seinem Cadillac in Los Angeles, wo er zeitweise lebte. Er war an vielen Orten der Welt zu Hause, aber seine Heimat blieb Berlin. Darum muss man die elegante NEWTON-Bar am Gendarmenmarkt/Ecke Charlottenstraße als eine Hommage an diesen berühmten Mann sehen, der die Frauen, gute Whiskys, kubanische Zigarren, feine Kleidung und schnelle Autos liebte.

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Es war in Schöneberg …

Weltlaterne - aussenim Monat Mai…. wer kennt sie nicht, diese Schöneberger Nationalhymne? Mitten im kalten Februar an laue Mai-Nächte zu denken, bedarf der Fantasie. Vielleicht gelingt mir das, wenn ich in der SCHÖNEBERGER WELTLATERNE einige geistige Getränke zu mir genommen habe. Heute bin ich mal wieder mit den Öffis unterwegs; an der U-Bahn-Station Viktoria-Luise-Platz steige ich aus, um Hunger und Durst zu stillen. Von dieser Kneipe habe ich schon viel Gutes gehört, sie muss hier ganz in der Nähe sein. Aber jetzt erfreue ich mich erst einmal an diesem schönen Platz. Das Areal steht unter Denkmalschutz und ist mit 25 Lindenbäumen bepflanzt, die von 25 Laternen im Wilhelminischen Stil beleuchtet werden; in der Mitte plätschert ab Frühling wieder der illuminierte Springbrunnen. Früher wurde die Beleuchtung um 23.00 Uhr abgeschaltet, damit „die Stimmung nicht allzu vergnügt wurde“. Weiterlesen

Der Staatsanwalt hat das Wort!

Instanz - aussenDas will ich gerne glauben, wenn ich auf die Speisekarte des ältesten Berliner Restaurants „ZUR LETZTEN INSTANZ“ blicke. Was sich wie eine Anlage zur Zivilprozessordnung liest, wird  für alle Nicht-Juristen ins Speise-Deutsch übersetzt, ins Englische natürlich auch, denn das Publikum ist sehr international. Die Gerichte heißen hier: Einstweilige Verfügung, Verhandlungspause oder Fristverlängerung. Mit dem Sühneversuch ist Sauerbraten gemeint, mit der Beleidigungsklage ein Matjes-Tatar und mit dem Kreuzverhör ein Gulasch. Der Renner ist die Zeugenaussage (Eisbein/Sauerkraut/Erbspüree), aber auch die Urteilsbegründung (Rinderroulade mit Wirsingkohl) wird gern genommen. Was sich hinter Anwaltsfrühstück oder Plädoyer verbirgt, werde ich demnächst den Gerichtsschreiber fragen, denn Land- und Amts-Gericht befinden sich auf der anderen Straßenseite. Weiterlesen