Maharadscha und Mango-Lassi

ZAIKA - aussen, SchriftzugNach Goa wollte ich bereits in meiner Sturm- und Drang-Zeit. Indien hat mich schon immer fasziniert, aber mit dem Fahrrad kam ich nie so weit. Den Maharadscha habe ich mir als Märchengestalt in bunter Seidenkleidung vorgestellt. Die Realität findet aber heute Abend für mich im indischen Restaurant ZAIKA, in der Wichertstraße/Ecke Gudvanger Straße statt. Vor Jahren war hier eine Kita untergebracht, danach hat ein pakistanisches Restaurant sein gastronomisches Glück versucht. Es spricht für sich, dass es das ZAIKA seit nunmehr acht Jahren an dieser Stelle gibt.

ZAIKA - innenDer Name bedeutet in der Übersetzung: „Geschmack“. Vielversprechend für den hungrigen Gast, der sich am lauen Sommerabend gerne draußen verwöhnen lässt, oder im orientalisch-indisch dekorierten Interieur des Restaurants zwischen den aprikosenfarbigen Wänden, schmiedeeisernen Spiegeln und Leuchten bei leiser Bollywood-Musik Platz nimmt. Der Blick nach innen und außen überzeugt mich, so dass ich beschließe, nach einer Parkmöglichkeit für mein Fahrrad zu suchen. Das ist nicht ganz so schwierig, aber für Autofahrer wird es eng. Vor dem Haus und in unmittelbarer Nähe gibt es leider wenige Parkplätze, die dann auch noch von einer Parkuhr kontrolliert werden, die nur am Sonntag ausgeschaltet ist. Rechtzeitiges Erscheinen wird daher empfohlen und mit gutem Essen belohnt.

ZAIKA - aussen, GaesteInzwischen sind die Lampen an der blauen Markise angeschaltet, fast alle Außenplätze sind besetzt. Um mich herum sitzen fröhliche Leute aus der Nachbarschaft und lassen es sich schmecken. Ich bekomme aber erst einmal etwas zu trinken, denn jeder Ankommende erhält zur ZAIKA - SektBegrüßung ein Glas Sekt mit Lychee Ananas- oder Kokos-Saft aromatisiert. Gleich fühle ich mich wie ein Maharadscha und erwarte den bengalischen Feuerschlucker. Der ist aber heute nicht im Programm, dafür hat es die feurige Murg Shorba-Curry-Suppe in sich!

Meine Geschmacksrichtung wird genau getroffen, denn mein Interesse an der indischen Küche ist ja nicht neu. Sie zeichnet sich durch die Vielfalt der Gewürze, Farben und scharfen Saucen aus, die sehr geschickt kombiniert und zubereitet werden. Die Küche spiegelt nicht nur die enorme Größe des Landes, sondern auch dessen Kulturvielfalt wider. Elemente der orientalischen Küche sind ebenso vorhanden wie auch westliche Einflüsse aus der Kolonialzeit. Dazu gehören z.B. Tomaten, Kartoffeln und Chili. ZAIKA - KochDie Hindus essen gerne vegetarisch. In manchen Regionen ist Hühnerfleisch eine beliebte Beigabe, in anderen Lamm. Am häufigsten werden zum Würzen Pfeffer, Kurkuma, Kardamom, schwarze Senfsaat und Bockshornklee verwendet. Reis, Weizen und Linsen sind in ganz Indien die Basis-Lebensmittel. Die Verfeinerung der Speisen durch Joghurt-Zubereitungen, geklärte Butter und Früchte ist typisch. Zu den Lieblingsgetränken zählt darum Lassi, meist mit Mango-Püree verfeinert.

Ich bestelle Nr. 51: Chicken Madras, mittelscharf, das aus Hühnerfilet mit Kokosraspeln und südindischer Madras-Currysauce besteht. Der Kellner ist so freundlich, die Gäste auf den jeweiligen Schärfegrad des Gerichtes hinzuweisen, damit der ZAIKA - Kellner-EssenFeuerlöscher nicht zum Einsatz kommen muss. Am Nebentisch ist man sich einig, es wird vier Mal Tandoori-Chicken bestellt, das durch entsprechende Gewürze gefärbt, knallrot auf den Tisch kommt. Dazu werden Pakoras serviert, eine Art knuspriges Brot. Der Kichererbsen-Teig wird sehr dünn ausgerollt und knusprig gebacken, dazu gibt es die unterschiedlichsten scharfen Saucen („Der besten Dinge Bestes ist das Brot“ – Tagore).

Zum Dessert werden – landesüblich – viele Früchte angeboten. Doch ich habe Lust auf etwas ganz Spezielles und wähle hausgemachte Käsebällchen, die Frittiert und mit einer Honig-Rosenwasser-Sauce übergossen wurde. Köstlich! Zur guten Verdauung wird ZAIKA - Teammir ein sieben Jahre alter Rum angeboten. Mit diesem OLD MONK trinke ich auf die gesamte, überaus freundliche Belegschaft, die mir zu einem wunderbaren Abend verholfen hat:  Singh, Iqbal, Soneji, Ghimire und Patel kommen aus den verschiedensten Regionen Indiens. Jetzt wohnen sie schon lange in Ganzberlin! Man sieht ihnen an, dass sie gemäß der indischen Weisheit: „Wenn das Schicksal dir eine Zitrone reicht, mach eine Limonade daraus!“ leben. Das ist ganz nach meinem GESCHMACK.

ZAIKA
„the taste of India“
Wichertstraße 57 (am Humannplatz)
10439 Berlin
Tel.: 030 – 40 00 34 35
Geöffnet:
Täglich von 12.00 bis 24.00 Uhr

0 Gedanken zu „Maharadscha und Mango-Lassi

  1. Wohne ganz in der Nähe, sitze deshalb öfter dort, gerade im Sommer – einfach herrlich, genieße das Flair und meinen Favoriten, Nr. 82 (kann ich auswendig): Ente mit Mandeln und Joghurt-Sauce, Ciao bis zum nächsten Mal ….. Angela

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