Im Grunewald ist Holzauktion!

Floh - Bahnhof 2Dieser Gassenhauer, der mit einer „Rheinländer“-Melodie unterlegt ist und vor ca. 100 Jahren in Berlin gesungen wurde, ist nicht der einzige und wirkliche Grund für meinen Ausflug an den westlichen Stadtrand von Berlin. In dieser Gegend machen mich weitere Namen und Zustände neugierig. Was wird sich hinter „Hasensprung“, Hundekehlesee“, „Schmetterlingsplatz“, „Löwenpalais“, „Dianasee“, „Koenigssee“, „Gleis 17“ oder „Restaurant FLOH“ verbergen? Ich mache mich also daran, einiges davon aufzuklären. „Holzauktion“ gibt es schon lange nicht mehr, wie mir ein alter Berliner Bär in der Wannsee-S-Bahn erzählt. Mit dem Rad und zu Fuß geht es an dieser Haltestelle heute weiter.

Der viel besungene und gepriesene Grunewald ist heute kein provinzieller Wald mehr, sondern ein Forst, also eine Kulturlandschaft. Und wer sich über den Moloch Berlin mit Floh - Schild, aussen 2seinen vielen Touristen aufregt, muss sich sagen lassen, dass er hier immer noch mehr Grün gibt, als in London, Paris oder New York. Einer Holzauktion werden jetzt andere Vergnügungen Floh - aussenvorgezogen. Allerlei Wassersport auf den schönen Seen, Fahrrad-Touren, Themenwanderungen oder gemütliche Spaziergänge helfen, dem dichten Gewimmel der Stadt zu entkommen.

Wen es aber nicht gleich in den Wald treibt, oder wer nach all den Aktivitäten müde geworden ist und Hunger und Durst verspürt, der ist im Restaurant FLOH, direkt neben der S-Bahnstation Grunewald gut aufgehoben.
Floh - Bahnhof, innenEs ist ein uriges Lokal im Bauhüttenstil. Hier wurde wohl einiges von der Holzauktion verarbeitet! Der Inhaber, Wolfgang Rabe, betreibt es seit dreißig Jahren im familiären Stil und ist jeden Tag zwölf Stunden für seine Gäste am Start, die es ihm mit Treuepunkten danken.

Mit fünf Biersorten vom Fass ist der Wirt bei den Ausflüglern und Anwohnern der Villen-Kolonie hier gleichermaßen beliebt. An den prächtigen Häusern ringsum, die zum Teil wie kleine Märchenschlösser aussehen, tragen die Klingelschilder an den Grundstückszäunen keinen Namen. Floh - ZapfhaehneMan bleibt anonym. Wer hier wohnt, hat es scheinbar „geschafft“. Die Liste prominenter Anwohner aus Vergangenheit und Gegenwart ist lang. Lyonel Feininger, Ingeborg Bachmann, Hildegard Knef, Romy Schneider, Harald Juhnke, Johannes Heesters, Helmut Kohl, Joschka Fischer – sind nur einige.

Aber auch oder gerade bei den Wohlhabenden bleibt die Küche manchmal kalt. Die Rettung ist dann stets ein ausgedehnter Besuch im FLOH. Die Schnitzelkarte ist wohl das wichtigste Dokument dieser Gaststätte. „Wiener Art“ und „Jäger Art“ werden am häufigsten bestellt, dicht gefolgt von Kalbsleber „Berliner Art“ und Schweinemedaillons mit Rahm-Champignons. Leberkäse mit Spiegelei, Bouletten und Sülze sind ebenso gefragt.Floh - Biergarten Dazu gibt es herrlich krosse Bratkartoffeln mit Speck und Zwiebeln. Königin-Pastete, geräucherter Lachs mit Rösti, gebackener Camembert oder Gemüsegratin werden gerne für den „kleinen Hunger“ geordnet.

In den Sommermonaten lässt es sich in FLOHs Biergarten mit fünfzig Plätzen oder an den Tischen direkt vor dem Lokal gut aushalten. Hier ist neben Bier, Wein, und Sekt natürlich auch Kaffee und hausgemachter Kuchen angesagt. Mit bodenständigem Essen und gepflegten Getränken werden auch Fußball-Fans im hinteren Gastraum mit SKY-TV versorgt.

Floh - Gleis 17Bei aller Gegenwärtigkeit ist hier auch ein Ort der leidvollen Erinnerung, denn direkt an das Gasthaus grenzt das Mahnmal „Gleis 17“. Von hier aus wurden in den Jahren 1941 und 1942 Berliner Juden in die Vernichtungslager deportiert.

Restaurant FLOH
Am Bahnhof Grunewald 4
14193 Berlin
Tel.: 030 – 892 93 56
Geöffnet:
täglich von 12.00 bis 24 Uhr

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