Multikulti am Nord-Ufer

Deichgraf - Torfstr. AfroladenBesucher, Zugezogene und Ur-Berliner lieben das Multikulturelle an Berlin, weil es die Stadt so einmalig und interessant macht. Seit einigen Jahren zieht es auffällig viele Afrikaner, Inder und Pakistani in den Stadtteil Wedding. Hier sind die Mieten noch verhältnismäßig günstig und bilden sich schnell Communities. Man hilft sich untereinander auf vielerlei Art. Ob Mitwohn-Gelegenheit, Jobvermittlung oder Gratis-Sprachkurse von TU-Studenten. Es wird viel geboten.

Es ist nur normal, dass in einem solchen Umfeld Handel entsteht und die Torfstraße, die von der U-Bahn-Station „Amrumer Straße“ zum Deichgraf -  Ecke U-Bahn Amrumer Str.Nord-Ufer führt, plötzlich bunt aussieht und quirlig ist wie nie zuvor. Afro- und Pakistani-Shops, Restaurants, eine Jazz-Bar und Telefonläden schießen aus dem Boden. Lebensmittelgeschäfte bieten Kochbananen, Yamswurzeln, exotische Früchte und Gewürze an.

Diese bunte Straße führt zu einem über 100 Jahre alten Berliner Traditions-Lokal, wie es deutscher nicht sein kann. Trotzdem passt hier alles irgendwie zusammen. Die einen bleiben in der Curry-Hütte hängen und trinken Mango-Lassi oder Pfefferminz-Tee, die anderen freuen sich auf ein kühles Blondes und essen Berliner Leber mit Kartoffelpüree, geschmorten Zwiebeln und Äpfeln.

Deichgraf - TitelDer DEICHGRAF gehört zum Berliner Gaststätten-Adel und hat sich der Tradition verpflichtet. Hier wird noch das anderen Ortes geschmähte Eisbein serviert und auch eine kräftige Erbsensuppe oder die berühmte Hochzeitssuppe mit Eierstich. Warme Blut- und Leberwurst mit Kartoffelmus (auch gerne „Tote Oma“ genannt) und Gewürzgurke gehören zum traditionsreichen Angebot wie auch die Schnitzelgerichte.

Deichgraf -  innen 2Hierher lassen an festen Tagen ganze „Schnitzelgruppen“ reservieren und erfreuen sich mit Bier oder Wein an diesem Gericht in vielen Variationen. Von der Wiener Art übers Jäger- oder Holzfällerschnitzel, – à la Meier oder nach der Art des Hauses, alles wird gerne gegessen. Eine besondere Freude für die Raucher ist das Zimmer hinten in der Ecke. Hier muss man nicht bei Wind und Wetter vor die Tür, sondern bleibt im Sichtkontakt zu seinen Schnitzelfreunden.

„Der schönste Platz ist immer an der Theke“ heißt es in einem alten Trinklied, das gut hierher passt. In guter Stimmung, von der Hausmannskost gesättigt, gibt es Deichgraf -  Thekehier das vermeintlich letzte Bier oder den Absacker. Spirituosen aller Art sind im Ausschank und der Schnitzelfan sorgt mit einem Fernet Branca oder Underberg für die gute Verteilung seiner Leibspeise. Die Damen sind nicht so schnell bei diesem Thema, sie bleiben gerne noch beim Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott oder Roter Grütze mit Vanille-Creme am Tisch sitzen.
Es ist Zeit für einen Verdauungsspaziergang. Das Nord-Ufer lockt. Etwas abseits von der Weddinger Szene hat der DEICHGRAF durch seine Lage Deichgraf -  Brueckegroße Vorteile.  Viel „Stadtgrün“ entlang des Spandauer Schifffahrtskanals zeigt die Qualität eines kleinen Erholungsgebietes.

Der ehemalige Treidelpfad zwischen Straße und Kanal durfte aus Haftungsgründen offiziell nicht betreten werden. Die Bewohner des Viertels wünschen sich natürlich, dass hier noch einiges umgestaltet wird, damit die steilen und ursprünglich zugewachsenen Uferwege besser und sichtbarer begehbar werden. Für die meisten Besucher ist ein Spaziergang am Nordufer ein tolles Erlebnis zwischen Kiez und Industrie, zwischen Natur und Müllhalde. Besonders reizvoll ist Deichgraf - Industrieanlage 2der Kontrast: auf der einen Seite die wildromantische Ufer-Begrünung und gegenüber das denkmalgeschützte Klinkergebäude der BEHALA, die Schrottverladungs-Anlage und die Gasbehälter des Westhafens.
Diese besondere Stimmung rundet den Multikulti-Besuch hier am Nord-Ufer und „Sprengelkiez“ zwischen Torf- und Lynarstraße ab.

DEICHGRAF
Nordufer 10
13353 Berlin
Tel.: 030 – 45 37 613
Geöffnet:
täglich ab 9:00 Uhr

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.