Ein stilles Café

Strauss - Gaeste 3„Die Schokotorte mit Knusperboden schmeckt großartig“ behaupten viele Gäste und kommen zu gerne in dieses Café! Die hauseigenen Obst-Schnäpse, Säfte, Weine, Kaffees, Tees und besonders die Schnittchen sind weitere Attraktionen, die es nicht an jeder Ecke gibt. Damit nicht genug, denn auch der Ort des CAFÉ STRAUSS ist recht ungewöhnlich. Es befindet sich in einer ehemaligen Aufbahrungshalle auf dem Friedrichwerderschen Friedhof in Berlin Kreuzberg.

Die belebte Bergmannstraße hat hier einen ruhigen Abschnitt, an dem vier Friedhöfe nebeneinander liegen. Genauer gesagt, zwischen den U-Bahnstationen Strauss - innen 2Strauss - GaesteGneisenaustraße und Südstern. Die Aufbahrungshalle stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und steht unter Denkmalschutz. Der einstige Zweck war, Verstorbene bis zur Beisetzung hier zu verwahren. Das wird schon sehr lange anders gestaltet, darum wurde die kleine Halle überflüssig.

Der Friedhofsverband sorgte dafür, dass sie aufwendig und liebevoll restauriert wurde. das Angebot, daraus ein Café zu machen, nahm das Ehepaar Strauss gerne an. Olga ist nicht nur Russisch-Lehrerin, sondern auch gelernte Kaffeerösterin Strauss - Ehepaarund hatte die Idee Strauss - Logofür das Friedhofscafé. Martin ist Architekt und hatte auch bei der Sanierung fachliches Mitspracherecht. In dieser idealen Berufskombination wagte das sympathische Paar den Sprung in die Selbständigkeit.

Während einer Wienreise ließen sie sich für ihre Kaffeehaus-Einrichtung inspirieren, denn sie mögen es gerne „klassisch“, so passt alles gut zur strengen, sakralen Strauss - SaalArchitektur des Gebäudes. Die weißen Wände und das braune Gestühl kommen gut zur Geltung. Der schöne rote Ziegelbau stand seit Jahrzehnten leer. Die Umwindmung bekommt ihm gut und wird in der jetzigen Form auch von den Anwohnern wohlwollend begrüßt und genutzt. Dass sich hier nach der Beisetzung die Trauergemeinden treffen, bietet sich an. Die freundlich-fröhliche Bedienung sorgt gerne auch mal mit dafür, dass die Trauer eine Pause macht.

Strauss - Marie-FeeEin ruhiger Anlaufpunkt ohne Trubel soll dieser Ort sein, an dem die Kultur trotzdem nicht zu kurz kommt. Einmal im Monat finden in dem schlichten Café und in dem angrenzenden Raum Ausstellungen, Konzerte oder Lesungen statt. Auch ein Frauen-Krimi-Festival mit dem Titel „Mord nach Noten“ fand hier schon statt. Mit dieser Kulisse im Hintergrund kann kein TV-Tatort mithalten.

Friedhof - WegNicht nur Trauergäste und Hinterbliebene suchen neuerdings Friedhöfe auf, auch Spaziergänger und Touristen nutzen die stillen Wege, schattigen Plätze und baumbestandenen Alleen für erholsame Aus-Zeiten und genießen dort die legendäre Friedhofsruhe.

Denkmalpfleger, Gärtner und Pfarrer, die hier ihren Arbeitsplatz haben, schauen in den Pausen gerne auf ein Getränk, ein paar appetitlich belegte Brote oder Kuchen vorbei. Das STRAUSS schafft zwischen den Lebenden und den Toten eine schöne Verbindung. Es gibt sogar einige Gäste, die sich auf heitere Art mit ihrem Ableben schon heute Friedhof - Statuebeschäftigen und gerne mit Blick auf die Caféterrasse hier auf dem Friedhof zur letzten Ruhe einkehren würden, erzählt der Wirt. Das lässt sich zu Lebzeiten natürlich vorsorglich organisieren! Wann und wie auch immer es dann passiert, hat schon Wilhelm Busch beschrieben: „Denn hinderlich wie überall, ist der eigene Todesfall.“

Café Strauss
Bergmannstraße 42
10961 Berlin
Tel.: 030 – 69 56 44 53
Geöffnet:
Von November bis Februar:
Dienstag bis Samstag: 9:00 – 17:00 Uhr
Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr
Montag: Ruhetag

Von März bis Oktober:
Dienstag bis Samstag: 9:00 – 20:00 Uhr
Sonntag: 10:00 – 20:00 Uhr
Montag: Ruhetag

Das Café Strauss macht Winterpause:
vom 24.12.2014 bis 2.2.2015

Schreiben Sie einen Kommentar