SHALOM bedeutet: Frieden

Shalom - PlakatIn keiner deutschen Stadt ist das Spektrum jüdischen Lebens so vielfältig wie in Berlin. Ob orthodox, liberal oder weltlich: angenehme Traditionen werden gerne gelebt und weiter gegeben. Manche Religion hat Speisegesetze. Das Wort KOSCHER kennt fast jeder und wendet es gerne mal an, vor allem, wenn etwas un-koscher ist, – wenn es also nicht ganz einwandfrei ist. Dieses jiddische Wort hat aber vor allem bei Nahrungsmitteln seine wichtigste Bedeutung. Für ganz Strenggläubige müssen die Lebensmittel von einem Rabbiner zertifiziert sein.

Davon konnte ich mich bei BLEIBERGS überzeugen. Hinter der Speisekarte fein säuberlich eingeheftet, findet der Gast das Zertifikat, dass die Lebensmittel in Ordnung sind und nach jüdischem Ritual hergestellt wurden. Das bedeutet außerdem, dass für Shalom - Bleibergs 2fleischige und milchige Produkte getrennte Koch-Utensilien und getrenntes Geschirr benutzt werden. Ich konnte bei der Blumenkohlsuppe von der Mittagskarte keinen Unterschied zu un-koschener Suppe feststellen. Ich ließ mich belehren, dass Gemüse „neutral“ sei. Am wichtigsten ist die Einhaltung der Speisegesetze bei Fleisch und Brot. Man lernt nie aus.

Zu Manuela BLEIBERGs Imperium gehört noch ein Reisebüro, speziell für Israel-Reisen und eine Pension, alles unter einem Dach. Das Café ist nur 45 qm klein, der Besucherandrang aber stets groß, besonders wenn eine Kleszmer-Veranstaltung angekündigt ist. Sie bietet eine Auswahl an koscheren Lebensmitteln und Weinen an und bietet nach Wunsch Catering zu vielen Anlässen. Bei gutem Wetter ist die kleine Terrasse schnell besetzt, viele Zeitungsleser, Kaffeetrinker und auch Schauspieler verbringen hier gerne ihre Zeit.

Koschere Küche und Produkte findet man im Schöneberger Kiez dicht beieinander. Darum ist das nächste jüdisch geprägte Geschäft nur eine Ecke weiter in der Parallelstraße, der Passauer, zu finden. Im PLAEZL, einem ebenfalls Shalom - Plaezl 2übersichtlichen Laden, finde ich im hinteren Bereich eine Imbiss-Theke (DELI) mit Produkten aus Israel. Ich probiere einen Vorspeiseteller mit viel Humus und eingelegtem Gemüse. Dazu gibt es köstliches Mohnbrot. Auch hier ist alles koscher. Das große Weinangebot beeindruckt mich. Aber nicht nur das, hier gibt es Schmuck, traditionell bestickte Hemden und Blusen, Souvenirs, Salz vom Toten Meer und allerlei Nippes. Chanukkaleuchter in vielen Größen, Kippas in Samt und Seide warten auf Käufer. Der freundliche Inhaber versorgt mich mit vielen Prospekten zu jüdischen Veranstaltungen in Berlin und deckt mich mit zu vielen Informationen ein. Ich muss den gemütlichen, etwas kramigen Laden verlassen, denn ich will noch eine andere Adresse hier im Dreh besuchen.

Shalom - FeinbergsEs ist das FEINBERG’S, ebenfalls nur einen Steinwurf weiter, in der Fuggerstraße, alles rund ums KaDeWe. In diesem feinen und inzwischen sehr beliebten Restaurant kocht Yorai Feinberg selbst und serviert junge israelische Küche, die allerdings nicht koscher ist, sondern nur koscher-style bzw. jewish-style, wie liberale Juden sie bevorzugen. Alles wird sehr liebevoll  angerichtet und schmeckt ausgezeichnet. Humus (Kichererbsen-Mus), Sesampaste, Falafel, Matzenknödel, Bagels, Wraps, Salate, gegrilltes Lamm- oder Hühnerfleisch sind von der Mittagskarte als preisgünstige Variation der üppigen Abendkarte zu erhalten. Das Publikum ist bunt und jung. Die leise Orient-Musik und der freundliche Service machen diesen Ort zu einem exotischen Shalom - Baeckerei 2Erlebnis. Besonders gut schmeckt mir das beigelegte Brot, darum frage ich nach der Quelle. Herr Feinberg hat nicht die Zeit, selbst zu backen, darum bezieht er, wie die meisten jüdischen Läden in Berlin, seine Backwaren aus der einzigen koscheren Qualitätsbäckerei in Shalom - Baeckerei 1Prenzlauer Berg. Bei KÄDTLER in der Danziger Straße ist alles, von der Schrippe bis zum Shabbes-Brot, echtes Handwerksprodukt ohne Konservierungsstoffe. Auch Kekse und Kuchen aller Art erfreuen sich großer Beliebtheit!
Während ich das im Silber-Rahmen ausgehängte Zertifikat von Rabbiner Ehrenberg lese, kann ein anderer Kunde nicht an sich halten und will mir einen Witz erzählen. Ich höre zu.

Fragt der katholische Pfarrer den Rabbi: „Wann wirst Du endlich Schweinefleisch essen?“ Darauf antwortet er: „Auf Ihrer Hochzeit, Hochwürden!“

Café Bleibergs
Koscheres Café
Nürnberger Straße 45A
10789 Berlin
Tel.: 030 – 219 13 324
Geöffnet:
Sonntag – Donnerstag: 11.00 bis 21 Uhr
Freitag (Sommer): 9.00 bis 15.00 Uhr
Freitag (Winter): 9.00 bis 12.00 Uhr
Samstag und an jüdischen Feiertagen geschlossen

Plaetzl Imbiss
Koschere Lebensmittel  und Snackbar
Passauer Straße 4
10789 Berlin
Tel.: 030 – 2 17 75 06
Montag – Donnerstag: 9.00 bis 18.00 Uhr
Freitag: 9.00 bis 14.00 Uhr

Restaurant Feinberg’s
Fuggerstraße 37
10777 Berlin
Tel.: 030 – 915 534 62
Geöffnet:
Dienstag – Sonntag: 12.00 bis 23.00 Uhr

Bäckerei Kaedtler
Danziger Straße 135
10405 Berlin
Tel.: 030 – 423 32 33
Geöffnet:
Montag – Freitag: 6.00 bis 18.30 Uhr
Samstag: 7.00 bis 12.00 Uhr

Ein Gedanke zu „SHALOM bedeutet: Frieden

  1. Großartig, dasss es das wieder in Berlin gibt. Aber es ist imemr ncoh zu wenig. Und danke für die Aufklärung: für mich war „koscher“ eine Geschmacksrichtung. Nein, war ich doof.

Schreiben Sie einen Kommentar