Zugvögel an der Spree

Yaam - Vogelzug 1Dieser Vogelzug ist auf dem Weg in wärmende Gegenden. Ein schönes Bild, das sich mir da bietet. Bei wenigen Grad über Null wäre ich gerne einer von ihnen, die nach Afrika ziehen. Träume vom bunten Leben in wärmender Sonne haben jetzt Konjunktur. Aber ehrlich gesagt, so ganz fernwehmütig ist mir heute an diesem Standort nun auch nicht. Der blaue Himmel lockt, von den Ausflugsschiffen auf der Spree winken die Touristen noch immer den Spaziergängern am Ufer zu.

Yaam - FigurAn einem der letzten sonnigen Herbsttage zieht es auch mich an die Schillingbrücke gegenüber des Berliner Ostbahnhofes. Hier habe ich schon mal „Brücken-Silvester“ gefeiert. Aber der Blick in beide Richtungen der Spree begeistert auch am Tag. Der „Kunst-Kamerad“ vor meiner Linse hat sich schon seit langem einen Logenplatz gesichert.

Das Afrika-Gefühl, das ich eben noch beim Anblick der Zugvögeln neidvoll hatte, stellt sich hier am sonnigen Ufer wieder ein. Der seit 20 Jahren existierende YAAM-Club hat nach wiederholter Umquartierung nun hier sein Lager aufgeschlagen und lädt täglich ab 12:00 Uhr zu Freizeit, Sport, Strandbar und Musik ein. YAAM bedeutet: Young African Arts Market. Der Markt, der gleich am Anfang des Geländes liegt, hat leider keine verbindlichen Öffnungszeiten.

Yaam - AngebotHeute habe ich Glück, weil die Sonne scheint. Das Wetter passt zum bunten Angebot. Exotische Düfte strömen aus der kleinen Bretterbude, in der heftig gewirbelt wird. Verschiedene Töpfe, in denen es brodelt und köchelt, stehen auf Gasflammen. Frittiertes Gemüse wie Maniok, Süß-Kartoffeln und Yaam - Afrikanische K.Yaakwurzeln sind genauso beliebt wie frittierte Bananen und scharf gewürztes Hühnchen mit Gemüse-Reis. Schwarze und weiße Bohnen gehören traditionell zu fast jedem Essen, das gerne mit Erdnuss- oder Zitronen-Sauce serviert wird. Gegenüber steht eine bunt bemalte Bude mit breitem Getränke-Angebot. Statt Feuerlöscher für scharfe Speisen gibt es hier Mineralwasser, Säfte und andere Soft Drinks.

Yaam - BasketballEs ist nicht nur das Spree-Ufer, das sich an diesem Ort ein gutes Stück als Spazierweg präsentiert und Besucher anlockt. Die YAAM-Betreiber haben es hier richtig attraktiv für alle gemacht. Ich gehe an einem Stück Berliner Hinterlandmauer und der Konzerthalle vorbei, schon öffnet sich eine Freifläche mit Liegestühlen auf dem Sand-Areal. Es gibt einen Platz für Fußball und Basketball, Yaam - Spielplatzeinen bunten Kinderspielplatz
viel Fläche für „Urban Gardening“ und eine originelle Strandbar.

Yaam - Theke 2Aus den Lautsprechern an der Bar rieselt Reggae-Musik. Heute wollen viele Besucher frischen Pfefferminz- oder Ingwertee trinken, die frische Zubereitung ist umständlich, denn „Beutelware“ kommt hier nicht ins Glas. Mein Getränke-Wunsch wird schneller erfüllt. Ich muss mich nur noch zwischen DjuDju-Bier oder mexikanischem Corona entscheiden. Doch vorher probiere ich einen Tee, der auf Flaschen gezogen wird, „Club-Mate“. Viele der jungen Leute haben hier solch eine Flasche in der Hand. Wer Yaam - Liegestuehle 2wagt gewinnt. Ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass es ein reines Sommergetränk ist und greife entspannt zum Bier.

Ich befinde mich in der „Entschleunigung“ raunt mir ein Liegestuhl-Nachbar zu. Das mag auch an den leeren Bionade-Flaschen neben seinem Stuhl liegen. Er schwärmt von diesem Ort, den hauptsächlich Jugendliche aus allen Ländern zum Sporteln nutzen, aber es sind auch Üfüs und darüber hier, sagt er Yaam - Konzertpauseschmunzelnd. In vielen Wochenend-Nächten geht in der schwarz getünchten Konzerthalle die Post ab. Soul, HipHop, R’n’R, alles was unter Black- und Urban-Music zählt, gefällt. Natürlich spielt der gute alte Reggae immer noch eine Rolle und die großen Namen Peter Tosh  und Marley werden hier musikalisch verehrt.

„Ich kann auf negative Weise einfach nicht leben – also mache ich Platz für einen positiven Tag!“ Bob Marleys Worte haben auch 33 Jahre nach seinem Tod ihre Wirkung und beschreiben diesen Ort.

YAAM Kult e.V.
Stralauer Platz 33/34
10243 Berlin
Tel.: 030 – 61 513 54

2 Gedanken zu „Zugvögel an der Spree

  1. Mal wieder genüsslich u appetitanregend, hätte gerne mehr über die zugvögel gehört oder gelesen, aber Afrika ist auch super schön, obwohl beim Lesen mehr ein sommergefühl ausbricht….

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