Wareniki, Blini und Pelmini

DATSCHA - BufettRussische Küche war in der DDR nicht sehr verbreitet, Kaviar gab es selten, Wodka dagegen viel. Datscha aber war ein Wort, das jeder kannte. Es bedeutet so viel wie Landhaus auf einem Wochenend-Grundstück. Trotz weltoffener Stadt fährt der Berliner noch immer auf sein Stückchen Land im Grünen. Allerdings nennt er es heute auch gerne Hazienda oder Ranch.

Ich gestalte mir den Sonntag heute in der Stadt. Mein Weg führt über die „Warschauer Brücke“ in Richtung „Frankfurter Tor“, mitten hinein in den Szene-Bezirk Friedrichshain, wo ich mich im Café „DATSCHA“ zum Brunch mit russischer Küche niederlassen möchte.

Hier erinnert eigentlich nichts an eine russische Wochenend-Hütte. „Datscha“ ist ein gemütliches Restaurant mit einer modernen Bar, Datscha - Lichtbildan der Fensterfront mit gepolsterten Bänken, Tischen und Stühlen im Vintage-Stil. Richtig russisch wird es erst an den Wänden. Großformatige Erntebilder zeigen glückliche Fischers-Frauen am Don. Oder ist es die Wolga? Die Farbe der Tresen-Front ist „russisch-grün“. Hinter der Bar schaut vom Getränkeregal eine Parade kleiner DATSCHA - Lenin-Trioweißer Lenin-Büsten auf das bunte Treiben, als wolle sie prüfen, ob der Service das Wohl der Gäste auch immer im Blick hat, denn: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ (Lenin). Doch Kontrolle ist hier nicht nötig! Der Service ist perfekt! Er muss es auch sein, denn der Appetit der Gäste am schön gestalteten Brunch-Tisch scheint mir unersättlich zu sein. Ich reihe mich in die Schlange DATSCHA - Isider Brunch-Freunde ein und bin von der großen Auswahl überwältigt: Karottenröllchen mit Frischkäsefüllung, gefüllte Tomaten, Lammfleisch mit Auberginen, Hähnchenfleisch mit Fruchtfüllung, Rinderstreifen in feiner Pilzrahmsauce, Kartoffelpuffer „Dranikis“ und natürlich die hausgemachten russischen Teigtaschen, die „Warenikis“ und „Pelmenis“ (beides auch DATSCHA - Gericht 1vegetarisch), gebraten und DATSCHA - Gericht 3DATSCHA - Fischgekocht, gefüllt mit Spinat oder Hackfleisch in saurer Sahne. Die Teigtaschen sind hier der absolute Renner! Die Dame vor mir scheint sich in die „Blinis“ (russische Crèpes) verliebt zu haben. Hoffentlich bleiben für mich noch ein paar Häppchen! Ein Augenschmaus für alle ist der ganze Lachs mit Kopf und Flossen. Ein Prachtexemplar! Am Ende des Tisches warten zwei Wärmebehälter mit Nudeln und Curry-Hühnchen auf den Gast. Selbstverständlich gibt es auch: Beef Stroganoff, Soljanka und Bortschtsch! Pudding, Tiramisu und kleine Törtchen sorgen für ein süßes Ende der Mahlzeit.

DATSCHA - Gastraum, neuNatallie Misiuk leitet im DATSCHA die Geschäfte und kümmert sich um das Wohl der Gäste. Sie stammt aus dem Ural, hat in Berlin ihre neue Heimat und im Datscha ihr Wirkungsstätte gefunden. Die Arbeit macht ihr Freude, gerade die Begegnung mit den vielen Nationalitäten und ihren Kulturen hier im Kiez begeistert sie. Sie schaut zur Kasse, wo gerade ein cooler Typ mit Sonnenbrille und in Gamaschen wie Al Capone lässig seine Rechnung bezahlt. Der Gast dort ist Australier, erzählt sie, und überhaupt, hier in der Friedrichshainer Location wird fast nur englisch gesprochen. Die jungen Menschen kommen aus aller Datscha - EingangWelt, wollen was erleben, wollen feiern und dabei all die kulinarischen Köstlichkeiten, die sie aus ihrer Heimat kennen, genießen und Neues kennenlernen. Gerade zum Brunch am Sonntag ist es im DATSCHA total bunt. An den Tischen mischt sich Jung mit Alt, da sitzt der Kiez-Nachbar neben dem Studenten aus London oder Barcelona. Sie bringen ihre Freunde, ihre Familie mit und oft kommt es sogar vor, dass nach Rezepten gefragt wird, weil es so DATSCHA - Bier Moskwagut schmeckt!

Die Schlange am Buffet ist noch immer lang und ich stelle mich vielleicht noch einmal dazu. Dann ergänze ich mein Sonntag-Vergnügen mit einem Moskauer Bier mit Hammer & Sichel. Alles war ganz nach meinem Geschmack! Da ich reichlich und festlich gegessen habe, darf es zum Piwo auch ein original russischer Wodka sein! „Der geht aufs Haus“, lacht Natallie und bringt ihn persönlich.
Na sdorowje in spasibo!

DATSCHA
Gabriel-Max-Straße 1
10245 Berlin
Tel.: 030 – 700 86 735
Geöffnet:
Montag – Samstag: 10:00 bis 01:00 Uhr
Sonntag:: 09:00 bis 01:00 Uhr (Brunch: bis 15:00 Uhr)

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