STUDENTENFUTTER

Mensa - Titel113.600 Studenten sind an den Berliner Hochschulen eingeschrieben. Fast alle haben immer Hunger, die meisten in der Mittagszeit. Dann möchten sie gerne essen was schmeckt, schnell, preiswert und viel. Da das Studentenwerk unter anderem auch für Hunger und Durst zuständig ist, bietet es in allen Hochschul-Mensen der Stadt seine Dienste an. „Du studierst, wir machen den Rest!“ lautet der Slogan, denn Marketing ist heute Pflicht. Die MENSA NORD gehört zur Humboldt-Universität und liegt in Mitte auf dem Campus der Charité, den manche leider nur als Patient des gleichnamigen Krankenhauses kennen.

Mensa - EingangHier möchte ich gerne probieren, wie es in der Mensa von heute schmeckt, denn in meiner Erinnerung an die Studentenzeit hatte das Essen keinen großen Stellenwert. Meistens kochten wir in der Gemeinschaftsküche des Wohnheimes selbst oder bei Kommilitonen auf der Bude. Das Mensa-Essen war Massen-Abfertigung und hatte keine Farbe. Heute ist es ein Genuss dort zu speisen, denn das Angebot ist verlockend und vielfältig!

Zu meiner Zeit gab es täglich vier Gerichte, Nudeln mit Tomatensoße, Eintopf, Rührei und ab und an Jägerschnitzel. Heute sind fast alle kulinarischen Glaubensrichtungen vertreten. Bio, Vegi, Regio, Fair, klimafreundlich, Keim-, Lactose- und Gluten-frei – alles Mensa - Frikasseeaus dem Reich des Guten! Alle Flexitarier können satt werden, ohne gleich eine Allergie zu bekommen, denn es ist alles bezeichnet und ausgeschildert. Jeder hat die Wahl, für alle ist gesorgt. Diese Mensa ist wirklich auf dem neuesten Stand!

Ich freue mich auf das Frikassee mit Huhn und Reis. Allerdings zahle ich dafür einen höheren Preis als die Studenten. Das muss ein Gast oder Angestellter der Uni bereits vorher am Karten-Automaten klären, denn hier gibt es nichts gegen bares Geld. Man Mensa - Kassestudiert im Foyer das Angebot und wählt an den Automaten die Art der Karte. Dort bestimmt man den Betrag und dann schiebt der Gast den entsprechenden Geldschein in den Automaten, um die Karte aufzuladen. An den „Kassen“ wird über einen kleinen Monitor dann abgebucht. Wie bei einem Besuch im All.

Ein Blick nach rechts holt mich in die Wirklichkeit zurück. Einige Studenten verstehen die Kunst des Stapelns perfekt. Hier wird (noch) nicht gewogen, sondern pro Speise Mensa - Koechinberechnet. Da versucht man doch gerne, so viel wie möglich auf den Teller zu kriegen. Dafür eignet sich Salat besonders gut. Das Grünzeug nach unten und dann die schweren Sachen oben drauf: Tomaten, Gurken, Schafskäse, Thunfisch, Ei, Oliven und Nüsse. Auch Kartoffelbrei-Krater in kunstvoller Höhe werden mit Gulasch gefüllt. Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott ist ebenfalls stapelbar und wird mit Siegespose zu den Tischen getragen. Vom guten Essen so viel wie möglich sei allen Studierenden gegönnt!

Mensa - Speisesaal 2Der aufwändig sanierte Backsteinbau wurde einst von Walter Gropius entworfen. Das ehemalige Waschhaus der Charité hat für seine heutige Funktion eine gläserne Eingangshalle bekommen und wurde technisch aufgerüstet. Ergänzend erhielt diese Mensa, die sich vorher in der Reinhardtstraße befand, eine großzügige Außenterrasse mit angrenzendem Garten. In den warmen Monaten ein studentisches Muss!

Mensa - draussenWer in Mitte, speziell in unmittelbarer Umgebung der Charité, einen „anderen“ Platz zum Essen oder für eine Kaffee- und Kuchen-Pause sucht, ist hier gut bedient. Nicht nur das tägliche Angebot, die appetitlichen Salat- und Dessert-Bars sind attraktiv – auch die Kochinseln, an denen spezielle Gerichte frisch zubereitet werden, ob im Wok oder auf dem Grill, entsprechen hohen Anforderungen.

Im unteren Bereich gibt es eine Kaffee-Lounge mit gemütlichen roten Ledermöbeln und auf der ersten Etage einen weiteren Speisesaal sowie eine Kaffee-Bar, an der meine Espressotasse mit heißem Wasser angewärmt wurde. Das habe ich bei vielen Mensa - Charite, KH 2„In-Italienern“ schon lange nicht mehr gesehen. Von einem großen Keks-Teller kann man sich gratis bedienen. Dazu noch ein nettes Gespräch mit der Dame hinterm Tresen. An der Kaffee-Bar wurde mir von der violetten Gast-Karte dafür 1 Euro abgebucht. Wo hat man DAS noch heute?

Die Lateiner der Medizinischen Fakultät haben sich das römische Zitat MENS SANA IN CORPORE SANA zu eigen gemacht, denn der gesunde Geist, der in einem gesunden Körper wohnen soll, braucht gesundes Futter!

Mensa HU Nord
Hannoversche Straße 7
10115 Berlin
Tel.: 030 – 939 397 520
Geöffnet:
Täglich: 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag/Sonntag: geschlossen

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