Nicht nur für Lateiner!

Cum Laude - Cafe-SchriftCUM LAUDE, dieser Begriff kommt im Umgang mit Universitäten vor. Wer in seinem Studienfach eine Doktorarbeit eingereicht und die schriftliche und mündliche Prüfung bestanden hat, erhält eine Note. Die Übersetzung aus dem Lateinischen bedeutet hier „mit Lob“, ist aber einer durchschnittlichen Leistung gleichzusetzen. Das Restaurant, das ich heute entdeckt habe, wird seine Gründe für diesen Namen haben.

Berlin hat einige Universitäten; ich habe mir die ehrwürdige ausgesucht: Die Humboldt-Uni im Herzen der Stadt. Museumsinsel, Dom, Friedrichstraße, alte Wache und Maxim-Cum Laude - F.turm, DomGorki-Theater befinden sich in unmittelbarer Nähe. Cum Laude - GORKI-TheaterPassanten, die „Unter den Linden“ wandeln, machen hier gern eine Mittagspause oder essen gemütlich zu Abend, weil es ganz nah dran, aber trotzdem fernab der Touristen-Gastronomie liegt.

Cum Laude - aussenLange Gänge, hohe Räume, hallende Schritte, Freitreppen, Stuck und Statuen sind die mir bekannten Merkmale des klassizistischen Bildungstempels. Um in das CUM LAUDE zu gelangen, kann ich aber ohne Ehrfurcht direkt durch den Eingang im Westflügel der Uni gehen. Im Vorgarten stehen schon Tische, Stühle und Sonnenschirme für die Saison mit Augustinerbräu-Ausschank im Freien bereit.

Cum Laude - GastraumCum Laude - Studenten-ThekeIm hohen, weitläufigen Raum befand sich früher die Professoren-Mensa. Hier war es etwas ruhiger als in der Futterkrippe der zukünftigen Wissenschaftler. Deren Mensa ist heute ein paar Schritte weiter, im Hofgebäude. Im CUM LAUDE sind zur Lunch-Time Cum Laude - Audimax-Schildsicher auch Studenten anzutreffen, denn die Preise für die täglich wechselnden zwei Mittagsgerichte sind moderat. Konspirative Sitzungen finden heutzutage weniger statt, vielleicht später, wenn es dunkel ist, im Kinosaal?

Obwohl hier heutzutage gemischtes Publikum speist, hat der Raum sein exquisites Flair behalten. Der Parkettboden, das dunkle Holz- und Leder-Meublement, dezente Farben und Ölbilder an den Wänden tragen dazu bei. Neben dem Eingang gibt es eine Galerie der Nobelpreisträger, die die Humboldt-Uni hervorgebracht hat.

Cum Laude - BildGegenüber zeigt ein großes Bild ein angebliches Treffen zwischen dem Wissenschaftler Alexander von Humboldt (1769-1859) und dem südamerikanischen Freihheitskämpfer Simón Bolivar ( 1783-1830). Die peruanischen Malerin, Etna Velarde (*1940), pflegt diesen historischen Malstil und hat den Mythos der Begegnung farbenfroh und eindrucksvoll gestaltet. Das Bild der damaligen DDR-Künstlerin entstand 1983.

In dieser Atmosphäre kann der Mensch sich wohl fühlen und das schnell servierte Curry-Huhn mit Reis genießen. Die Menue-Suppe wird weggelassen, damit noch etwas Platz bleibt für den Cum Laude - TorteEspresso danach, der doppelt gut zu einem Stück der hausgemachten Kuchen schmeckt. Die Wahl fällt auf Pfirsich-Maracuja. Beim nächsten Besuch wird die Esterhazy-Torte probiert. Studenten, Profs, Mitte-Flaneure, Touristen und Schauspieler gehen wie ich, wieder ihrer Wege und überlegen, ob sich das Restaurant nicht doch MAGNA CUM LAUDE (mit großem Lob) nennen sollte….

Restaurant Cum Laude
Platz der Märzrevolution
10117 Berlin
Tel.: 030 – 208 28 83
Fax: 030 – 53 00 76 9
Geöffnet:
täglich 12 bis 24 Uhr
(Küche bis 22 Uhr)

2 Gedanken zu „Nicht nur für Lateiner!

  1. wieder mal sehr einladend, dieser Artikel.Möchte gern WIEDER studieren und ins Summa cum laude gehen…oder als Prof….schön, dass es immer geöffnet ist.wirklich mal wieder Lust auf Berlin bekommen.toll, mehr,mehr!!!!

Schreiben Sie einen Kommentar