Kunst kommt von Können

BRAVO - Kunstwerke 1Keine Sorge, diesen bekannten Aphorismus will ich nicht auch noch strapazieren, musste jedoch daran denken, als ich in Berlin-Mitte unterwegs war. In der Auguststraße gibt es auf 200 Metern 63 Galerien. Feine und sehr feine. Teuer sind sie alle, originell die wenigsten. Vielleicht bin ich darum in diesem auffälligen Eingang hängen geblieben. Der türkisfarbene Anstrich des Torbogens inmitten der vornehm-weißen Häuser mit dem Hinweis auf Kunst gefällt mir. Die früher etwas verkommene Straße hat durch private und städtische Verschönerungs- Investitionen einen ungeheuren Auftrieb bekommen. In den sehr gepflegten Hinterhöfen hat „die Szene“ ihren Auftritt. Es bleibt nichts mehr dem Zufall überlassen, dafür sind die Mieten inzwischen zu hoch.

BRAVO - Umgebung, rechts, Cafe meBRAVO - Ausstellungen, FahnenHier im Scheunenviertel hatten viele Künstler und Könner seit den 1990er Jahren Ideen, ihre Kunst unter das Volk zu bringen. Einer davon war Klaus Biesenbach, der im Gebäude einer ehemaligen Margarinefabrik mit Kommilitonen zusammen die „Kunst-Werke Berlin“ installierte. Zeitgenössische Kunst hat BRAVO - Glascafe 1in der Auguststraße einen festen und mittlerweile berühmten Platz. Alle zwei Jahre finden hier auch Veranstaltungen der Berliner Biennale statt. Mancher Spaßmacher behauptet, das Publikum sei hier interessanter als die Kunst.

Für mich steht das wichtigste Objekt im Hof der Kunst-Werke zwischen den durch-sanierten Altbauten. Espresso-Duft steigt mir in die Nase. Er kommt eindeutig aus dem gläsernen CAFÉ BRAVO. Noch kann ich nicht erkennen, was innen BRAVO - Publikumund außen ist, denn in der Sonne spiegelt sich alles. Torten essende Touristen und an Salat-Tellern nippende Models gibt darum gleich doppelt.

Grob beschrieben bilden zwei ineinander geschobene gläserne Kuben das architektonische Präzisionswerk aus Stahl und Glas. Es wurde komplett vorgefertigt und mit dem Kran über die engen Dächer der Straße gehievt. Dick und schwer ist das leicht grün-silbern schimmernde Glas. Der Entwurf dieses ungewöhnlichen Pavillons stammt vom amerikanischen Konzeptkünstler Dan Graham.

Der Innenraum ist angenehm puristisch. Der halb runde Tresen ist gegen Abend zur Cocktail-Zeit nicht mehr sichtbar, weil er so umlagert ist. Aber bevor die Kreativen beim BRAVO - TresenGin-Fiz, Dry Martini oder Swimmingpool ihre Kunstpause einlegen und mir den Blick verstellen, mache ich schnell ein Foto an dieser Stelle.

Die große Auswahl an BRAVO - ZeitungenKunst-, Design- und BRAVO - innen, Mobiliargehobenen Magazinen sowie Kunst-Büchern und Katalogen ist so groß, dass man sich schon mal fest lesen kann. Für das Abendbrot ist dann ein Wechsel nicht nötig. Vegetarische Pastagerichte oder ein
mehrstöckiges Club-Sandwich zu normalen Preisen sind BRAVO - Kuchenschnell serviert.

Zum guten Schluss muss ich noch einmal am Torten-Kühlschrank vorbei und will mich darauf beschränken, nur zu schauen, denn die Dekorationen der Obsttorten sind hier origineller als anderswo. Für die Johannisbeere-Schnee-Torte oder den Kirschen-Marzipan-Kuchen komme ich bestimmt noch einmal wieder. Natürlich werde ich mich auch über die neuesten Trends in Kunst und Gesellschaft informieren, um wieder – wie mein altes Vorbild Karl Valentin – festzustellen:
„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Café BRAVO
Auguststraße 64
10117 Berlin
Telefon: 030 – 28044903
Geöffnet:
täglich von 10:00 Uhr bis Mitternacht

KW Institute for Contemporary Art –

KUNST-WERKE BERLIN e.V.
Auguststraße 69
10117 Berlin
Geöffnet:
Mittwoch – Montag: 12:00 Uhr bis 19:00 U hr
Donnerstag: 12:00 Uhr bis  21:00 Uhr
Dienstag: geschlossen

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