Mecklenburger Fischbrötchen

WAREN - RadkarteDie Möwen über der Spree schaffen es leider selten, meinen Appetit auf Fisch zu wecken. Dabei könnte ich an manchen Tagen zu jeder Stunde Fischbrötchen essen, am liebsten unter blauem Himmel bei einer frischen Brise. Für den köstlichen Happen extra an die Ostsee zu fahren, wäre natürlich übertrieben. Es gibt aber einen kürzeren Weg zu den Fischen ans Meer, nämlich ans „Kleine Meer“, an die Müritz, wie die Mecklenburger das Herzstück ihrer Seenplatte gerne nennen. Das beliebte Erholungsgebiet möchte ich erkunden. Bevor ich jedoch in die Pedalen trete, lasse ich mich mit Rad und Rucksack erst einmal ein gutes Stück mit der Bahn transportieren.

WAREN - HafenIn Waren steige ich aus. Die kleine Hafenstadt ist das Kurzentrum an diesem größten See der Mecklenburgischen Seenplatte, etwa 170 km nordwestlich von Berlin. In der liebevoll sanierten Altstadt laden die vielen Cafés mit Seeblick zum Verweilen ein. Über dem See WAREN - Adlervergnügen sich die Möwen und Boote schippern gelassen rüber und nüber. An den Ufern wird gebadet und geangelt. Auch die Sonnenanbeter kommen auf ihre Kosten. Und für den Radfahrer wie mich ist mit vielen ausgeschilderten Radwegen gut gesorgt. Die Sturmvögel über mir ziehen ihre Bahnen ganz ohne Hinweis-Schilder. Dieser hölzerne Adler hat sich hier am Ufer allerdings schon zur Ruhe gesetzt; er verzieht keine Miene, auch die Flügel bleiben ohne Bewegung.

Ich dagegen lasse mich ausnahmsweise auf dem Marktplatz zu einer kleinen Führung einladen und mir die 750 Jahre alte Geschichte des Naturheilbades Waren erzählen. Restaurierte Fachwerkhäuser und zwei schöne Kirchen begeistern die Besucher. Nach dem WAREN - EUROPAGang durch die romantischen, stillen Gassen, steht noch ein Abstecher in den Stadthafen mit seinen historischen Fachwerkspeichern auf dem Programm. Von hier aus kann man Fahrten unternehmen; unterschiedliche Schiffe warten auf ihre Gäste. Wer es nostalgisch mag, kann einen Salonplatz auf der EUROPA buchen, dem einzigen Dampfschiff auf der ganzen Seenplatte – angetrieben von einer Dampfmaschine aus den 20er Jahren!

WAREN - WegweiserIch mache mich mit meinem Drahtesel auf den Weg, suche und finde weiter Sehenswertes. Auf den umliegenden, zahlreichen Seen wird viel gefischt, besonders auf dem Kölpinsee, wo ich eine Pause einlege. Anschließend werden Teile des Fanges geräuchert. So frisch wie hier wurde selten mein Fischbrötchen belegt. Noch warm aus dem Rauch kommt ein gutes Stück Stör zwischen WAREN - Fischerhof Damerow 2Salatblättern, feine Zwiebelringe und knusprige Brötchenhälften. Dort könnte ich von einem Verkaufsstand zum anderen gehen und überall eine Kostprobe nehmen. Hunger und Durst läuten immer wieder Pausen ein, die angenehmen Kontakt zu den Mecklenburgern bescheren. Ich suche eine günstige Übernachtungsmöglichkeit und bekomme den entscheidenden Tipp bei gebratenem Zanderfilet mit Salatplatte auf dem Fischerhof Damerow vom Wirt persönlich.

Bald werde ich ausruhen können, bevor ich am nächsten Morgen meine Radtour fortsetze, um die Landschaft mit ihren vielen Seen weiter zu erkunden.

WAREN - ZettelDas Zimmer ist in Ordnung, es gibt keinen Seeblick, dafür aber viele Klebezettel mit Hinweisen, was zu tun – und was zu lassen ist. Mein Vermieter ist ein ordentlicher Mensch, er kennt sich aus mit dem Wetter in seiner Gegend. In der Nacht soll es ein Gewitter geben, meint er. An der Badtür finde ich den praktischen Hinweis darauf. „Donnerwetter“, denke ich – natürlich erledige ich das, will ja wiederkommen.

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