Vorhang auf!

Oper - BildschirmDie Abende werden länger. Es wird kühler und früher dunkler. Die Opern- und Theater-Saison beginnt. Wir sind bereit, uns nun von der Bühne unterhalten zu lassen. Der rote Samtvorhang wird sich heben und Geheimnisse freigeben. Schon Generationen vor uns liebten diese Situation. Das vertraute Knistern der Bonbontüten im dunklen Saal, das Flüstern der Nachbarn, das Zurechtrücken auf dem Klappsitz. Der Vorhang hebt sich und sofort setzt Applaus ein. Das ist die Begrüßung der neuen Saison.

Oper - DamenJetzt ist nicht nur das Biertrinken, Rauchen und Telefonieren untersagt. Auch die Kamera muss in der Tasche bleiben. Sie kommt in der Pause ganz groß raus, denn es gibt hier nicht nur auf der Bühne, sondern dann auch auf den Gängen, in den Treppenhäusern und in Oper - Plakatden Gastronomie-Bereichen viel zu sehen.

Diese beiden Damen haben sich eindeutig viel zu erzählen und kehren uns den Rücken zu. Ob die Abenteuer des Sommers diskutiert werden oder schon kritische Bemerkungen über die aktuelle Inszenierung fallen, ist nicht zu hören.

Oper - FoyerUm Gesprächsfetzen aufzufangen, die deutlicher hörbar sind, mischt man sich am besten unter das wandelnde Publikum in den Foyers. Es ist ja immer wieder interessant, ob die eigene Einschätzung auch von anderen geteilt wird. Der Architekt hat viel Platz für die Pausen gelassen. Außerdem verschaffen die Seitenfassaden mit den großen Fenstern viel Transparenz und schöne Panorama-Aussichten auf die Innenstadt nach Ost und West.

Oper - aussen 2Die massive Außenwand muss 1961 der letzte Schrei in der Architektur gewesen sein. Jedenfalls wurde der Architekt der Deutschen Oper, Fritz Bornemann (1912 – 2007) dafür mit Lob überschüttet und als Star der Nachkriegs-Moderne gefeiert. Die dicke Betonwand hält den Straßenlärm ab. Pure Dekoration ist sie darum nicht. Auch der Zuschauer-Raum wurde so konzipiert, dass außer der Musik und der Sänger keine Störung von außen zu hören ist. Von jedem der 1.860 Plätze kann man außerdem gut sehen. Das stellten die Gäste der Oper - ServiceMozart-Oper „Don Giovanni“ bei der Eröffnung 1961 bereits einstimmig fest.

Dieses größte der drei Berliner Opernhäuser in Charlottenburg hat zur Freude der Gäste nicht nur Pausen-Bewirtschaftung, mit Kanapees, Wiener Würstchen und Champagner, sondern gleich nebenan auch ein sehr angenehmes Restaurant.

In aller Ruhe kann man hier das dramatische Bühnengeschehen von „La Traviata“ oder „Parsival“ besprechen und noch einen guten Wein oder frisch gezapftes Bier zu sich nehmen. Die Schnittchen mit edlem Belag vom „Theaterteller“ sind rasch Oper - Restaurant, Nachtverzehrt, aber auch ein hochwertiges, warmes Gericht haben die geübten Köche im Angebot und zaubern es noch kurz vor Mitternacht auf den vorgewärmten Teller. Bei Kerzenlicht, Damast-Tischdecke und perfektem Service geht hier das private Ereignis zu Ende.

Der ROTE Vorhang wechselt jetzt die Farbe und wird von der anderen Seite GRÜN. Das ist das Zeichen für den Kantinen-Bereich. Hinter diesem Vorhang ist Selbstbedienung angesagt. Die Speisen und Getränke holen die Mitarbeiter sich vom Buffet, zeigen ihren Oper - Vorhang, gruenDienstausweis an der Kasse und lassen nach getaner Arbeit die Puppen tanzen. Jeder auf seine Art. Hier sitzt der Bühnenarbeiter neben dem Ballett-Mitglied am schlichten Holztisch. Der halbe Gefangenen-Chor der Oper „Nabucco“ trinkt genau so gern eiskalten Weißwein wie der berühmte Dirigent aus Schottland. Hinter dem grünen Vorhang schwinden eine zeitlang die Klassenunterschiede. Die Musiker haben inzwischen schwarzen Frack und weiße Fliege Oper - Klavierin ihre Garderobe gehängt. In Jeans und Hemd schmeckt das Bier doppelt gut. Nun wird auch noch der Kantinen-Flügel aufgeklappt. Es ertönt ein Geburtstagsständchen, das schnell von einigen Sängern unterstützt wird. Die Stimmung nach Feierabend ist überall die beste. Das Geburtstagskind wünscht sich noch einen Schlager, der nichts mit Oper zu tun hat. Alle singen laut den Refrain „Besame, besame mucho“, keiner kann den Text, keine Notenblätter vorhanden. Kein Problem. Einige zücken ihre Smartphons und suchen den Text über Google. Perfekt. Die Party geht weiter.

Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
Tel.: 030 – 34 38 43 43

Restaurant Deutsche Oper
Bismarckstraße 35
10627 Berlin
Tel.: 030 – 34 38 46 70
Täglich ab 10.00 Uhr geöffnet

2 Gedanken zu „Vorhang auf!

    • Hier habe ich schon sooo viele gute Tipps
      bekommen … die Texte lese ich zu gerne,
      weil auch so charmant-witzig geschrieben …
      Ja, auf in die neue Saison. 3 x OPERA in Bln … einfach wunderbar und alle Hamburger beneiden die Berliner … ECHT!!!!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.