Ebbe und Flut

Pellworm - Watt 4Für Bewohner der Nordseeküsten-Region mag das alltäglich sein. Die Berliner, zeitlebens in Richtung Ostsee orientiert, sind natürlich fasziniert von diesem graubraunen Naturwunder, das Wattenmeer genannt wird. Meer ist gut, – denn das Wasser ist weg. Hier springt man nicht mal eben in die Fluten, man muss schon auf Hochwasser warten. Aber bei Niedrigwasser zeigen die trockengefallenen Sand- und Schlickflächen ein einzigartiges, von Prielen (tiefere Wasserstellen) durchzogenes Naturschutzgebiet.

Die Gezeiten (Tiden) sind eine Erscheinung des regelmäßigen Hebens und Senkens des Meeresspiegels. Etwa alle 12 Stunden gibt es einen Höchststand, 6 Stunden danach einen Pellworm - StrandkorbTiefstand, darum kann der Kahn seine Ausflugsgäste erst zu den Halligen schippern, wenn er wieder oben schwimmt. Dieses Abenteuer erlebt der Besucher während eines Ausflugs auf die grüne Insel PELLWORM. Hier gibt es keinerlei Strand, aber grüne Wiesen und Deiche, soweit man blicken kann.

Pellworm - Strohdach-Haus 1Die gesamte Insel ist grün eingerahmt von Deichen und die meisten Häuser stehen auf Warften (aufgeschüttete Anhöhungen), um dem Hochwasser und den Sturmfluten zu trotzen. Den vielen Schafen gefällt das gut, denn sie gedeihen prächtig. Das Leben sieht hier im Sommer durch das Grün und die vielen bunten Blumen in den Gärten der Reetdach-Häuser strahlend und gesund aus. Ein schönes Erholungsgebiet für müde Pellworm - KarteStädter, denn es gibt nichts Lautes hier. Nachts ist es so still, dass man die Nordsee hört.

Es ist eine Insel für Individualisten. Nordfriesland mit seinen Inseln und Halligen hat Urlauber aus der gesamten Republik, jedoch sind die Hamburger Gäste besonders stark vertreten. Sie sagen „Immer oder Nimmer“ und meinen damit, dass sie schon seit 30 Jahren hierher kommen.

Zur Beschaulichkeit, der frischen Brise und dem Gezeiten-Wunder gehört natürlich am Urlaubsort die Gastlichkeit. Auch in diesem Bereich findet man die Extreme. Entweder ganz was Feines mit allem Drum und Dran oder der Imbiss am Deich, bei dem es ebenfalls etwas Gutes aus Topf und Pfanne gibt, aber die Tischdecken sind nicht aus weißem Leinen, sondern bunt und abwischbar.

Pellworm - GasthausDer Imbiss ist gut besucht, die Stimmung ist fröhlich, dazu tragen die entsprechenden
Getränke bei. Zu Matjes mit Kartoffelpuffern oder Pellworm - weiss nichtzum deftigen Eintopf mit Wurst und Petersilie wird hier unten gern das norddeutsche Pils mit dem Zisch-Flupp-Verschluss getrunken. Die Kinder können sich satt essen mit allem, was Käpt’n Iglu bereit hält, denn die Fischstäbchen werden vor Ort gefangen. Das behauptet jedenfalls der Koch hinterm Tresen, der jedes Essen mit passendem Spruch herüber reicht. Ganz anders geht es im roten Klinkerbau mit Strohdach zu.

Pellworm - EingangsschildIm familiengeführten Gasthaus HOOGER FÄHRE ist alles stilvoll, das Essen ist frisch und gut; die Zutaten sind so regional wie nur möglich. Das ist so direkt an der See für den Fisch-Liebhaber Pellworm - Kochnichts Besonderes. Der Fleisch-Fan muss vielleicht doch kurz innehalten, wenn er dieses Schild sieht:

Die Lämmchen, die eben noch am grünen Deich blökten, stehen hier bereits auf der Speisekarte! In diesem Moment wird einem klar, warum es so viele Vegetarier gibt. Auf der gemütlichen Terrasse kann der Gast den Blick über Felder und Wiesen schweifen lassen. Das „Fischerfrühstück“ mit Rührei, Krabben und Bratkartoffeln wird zum friesisch-herben Bier vom Fass serviert. Himmlische Ruhe, Natur pur und freundliche Gastgeber zeichnen die kleine Insel aus.

Pellworm - FaehreAuf der letzten Fähre zum Festland geht für viele Tages-Urlauber der Ausflug zu Ende. Mit dem Rad ist man schnell am Anleger, denn hier ist alles flach, so dass man über die Wiesen „fliegen“ kann. Kaum an Bord wird abgelegt, das Festland ist bald in Sicht.

Gasthaus und Imbiss
HOOGER FÄHRE
25849 Pellworm
Telefon 04844 – 99 23 23

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