ZUM FROMMEN LÖFFEL

Frommer Loeffel - EingangEin Wirtshausschild mit diesem Namen wird man vergeblich suchen. Auch die Erwartung, eine karge Herberge vorzufinden, die von schweigenden Mönchen in brauner Kutte geführt wird, erfüllt sich nicht. „Wir gehen in den frommen Löffel“, meinte vor vielen Jahren den Besuch einer sehr preiswerten Cafeteria, mit Mensa oder Kantine vergleichbar. Die Besucher kamen vorwiegend aus der Umgebung und von den Hochschulen. Das Villenviertel am Berliner Herthasee war und ist kein sozialer Brennpunkt, sondern bevorzugter Wohnort des Finanz- und Bildungsbürgertums.

Frommer Loeffel - Brunnen-BergpredigtHeute ist daraus ein ansehnliches Restaurant geworden, das zum St.-Michaels-Heim gehört. Dieses Heim ist seit 1957 dem Johannischen Sozialwerk zugeordnet, das auf christlicher Grundlage arbeitet. In der Gemeinschaft anerkannter Wohlfahrtsverbände wird hier seit langer Zeit schon Gutes getan. Die Mitarbeiter gehören verschiedenen Nationen und Religionen bzw. Konfessionen an. Im Geiste gegenseitiger Akzeptanz und Toleranz wird Dienst am Nächsten geleistet.

Der große Steinbrunnen vor dem Eingang trägt den Titel: „Bergpredigt“, damit soll die Geisteshaltung des Unternehmens vermittelt werden. Die christliche Grundhaltung gibt wahrscheinlich vielen Gästen das Gefühl, gut aufgehoben und beschützt zu sein. Neben Restaurant, Bar und Biergarten gibt es ein 3-Sterne-Hotel, ein Jugendgästehaus, diverse Räume für Tagungen und Feiern – und eine Kirche auf dem Gelände.

Frommer Loeffel - GebaeudeDas inzwischen sehr modernisierte Haus wurde einst vom Hofarchitekten des Kaisers Wilhelm II gebaut, Ernst von Ihne. Der Bauherr war Bankier Franz von Mendelssohn, der 1899 hier mit seiner Familie einzog. Er liebte den englischen Landhausstil, wie er auch im Schloss Cecilienhof in Potsdam sichtbar ist. Das Palais Mendelssohn wurde schnell zu einem Zentrum des kulturellen Lebens in der Villen-Kolonie am Herthasee.

Frommer Loeffel - Gedenktafel1938 wurde das Haus unter Hitler enteignet, als NS- Gästehaus genutzt und später von der Gestapo als Abhörzentrale missbraucht. Nach dem Krieg wurde es von den Briten der Familie Mendelssohn zurückgegeben, die es an die Religionsgemeinschaft verkaufte, in deren Besitz es Frommer Loeffel - Tresen v. obenheute ist. Viele große Berliner Häuser haben eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Am Eingangstor erinnert diese Gedenktafel daran.

Gegessen und getrunken wird natürlich überall und immerzu. Hotelgäste, Restaurantbesucher, Tagungsteilnehmer, alle wollen hier versorgt werden. Brennender Durst kann an dieser Theke schnell und Frommer Loeffel - Schildersicher behandelt werden. Für den Hunger gibt es  Selbstbedienungsbuffet und eine Essensausgabe für den Mittagstisch. Die Tellergerichte sind mit 8,- und 9,- € nicht gerade billig. Aber Bio und Vollwert kosten einfach mehr. Es schmeckt und bekommt aber auch besser! Heute wählt der Gast zwischen „Lammstelze mit Kartoffelgratin und grünen Bohnen“ und „Garnelen gebraten in Salbeibutter mit Curryreis“. Nicht schlecht.

Frommer Loeffel - SkulpturMit dem Tablett in den Händen steht man vor diesen Wegweisern – und entscheidet sich bei gutem Wetter natürlich für den Park. (Die Bel Etage wird beim Kaffeegedeck eingesetzt). Angenehme Umgebung innen wie außen. Dieser stadtnahe Ausflug mit Landhaus-Feeling ist schnell zu machen: Die S-Bahnhöfe Grunewald und Halensee sind nur 10 Geh-Minuten entfernt. Das Haus liegt in einem großen Park mit Seeblick. Schöne Aussicht und WLAN sind selbstverständlich. Aber diese Schöne aus Stein hat gar kein Smartphon dabei ….

ST. MICHAELS
Johannische Dienstleistungen GmbH
Bismarckallee 23
14193 Berlin
Bankett & Catering
Tel.: 030 – 896 88 688
Restaurant
Tel.: 030 – 896 88 600
Geöffnet:
Mai – September: Mo. – So.: 7 bis 22 Uhr
Oktober – April: Mo. – Fr.: 7 bis 21 Uhr
Sa./ So.: 7 bis 18 Uhr

Ein Gedanke zu „ZUM FROMMEN LÖFFEL

  1. Der „Fromme Löffel“ war für viele Familien im großen Berlin auch der Ort, um entweder Taufen, Hochzeiten, Konfirmationen oder sonstige Feste zu feiern.

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