Balalaika und Borschtsch

Alexandrowka - TitelWer Potsdam hört, denkt an Friedrich den Großen, an Kunst und Seen, an prunkvolle Schlösser, an herrliche Gärten und Parks, vielleicht an die Glienicker Brücke und das Potsdamer Abkommen, neuerdings auch an Jauch, Joop & Co. Doch Potsdam lockt noch mit anderen Attraktionen, wie der Russischen Kolonie Alexandrowka, ein Stück Russland mitten in Europa.

Alexandrowka - Foto, zusammenGeschichtliches: Eine tiefe Freundschaft verband König Friedrich Wilhelm III mit Zar Alexander I. Der Grund: Im Kampf gegen Napoleon (1813) erlaubte der Preußenkönig dem Zaren, dass russische Gefangene in Potsdam bleiben durften. Unter ihnen befanden sich Männer, die wunderbar singen konnten. Als Chor sollten sie das preußische Heer mit russischen Volksliedern unterhalten. Für deren  musikalischen Einsatz dankte der Kaiser mit dem Wunsch: Die Sänger mögen sich in Potsdam wie zu Alexandrowka - HausHause fühlen! So ließ er dreizehn Holzhäuser im russischen Blockhausstil errichtet. Zur Bewirtschaftung erhielt jeder Haushalt noch eine Kuh. Um die Häuser herum wurden nach Entwürfen von Peter Joseph von Lenné Obstgärten und Parks angelegt. Bis heute sind einige Häuser noch Wohnsitz der Nachfahren. Doch gesungen wird im Alexandrowka nicht mehr, dafür Alexandrowka - Namenströmen Touristen aus der ganzen Welt in die Siedlung, fotografieren jede Schnitzerei, jeden Giebel, klopfen an jede Tür. Das Leben in den Häusern ist nicht leicht. Es gibt keine Wärmedämmung, durch die Wände pfeift der Wind, geheizt wird mit Holz. Trotzdem können sich die Bewohner kein anderes Leben vorstellen. Wenn alles verschneit ist, kommt man sich vor, als wäre man in Sibirien und Dr. Schiwago käme plötzlich auf einem Schlitten vorbei, versichern die Einwohner.

Wer nach dem Spaziergang durch das denkmalgeschützte Kunstdorf Appetit auf herzhaft-deftige Küche hat, wird nicht enttäuscht. Im Blockhaus Nr. 1 kann er es sich bei Balalaika-Klängen und Bortsch Alexandrowka - Gastraumgemütlich machen. Angeboten werden original russische Spezialitäten wie: Boef Stroganoff mit Pilzen, Zwiebeln, Salzgurken; Lachs nach Tatarenart gedünstet im Kräutersud; Russische Eier mit Kaviar, Borschtsch und Soljanka natürlich, Kartoffel-Piroggen Alexandrowka - Esseckeklassisch wie vegetarisch; und mehr. Die Biertrinker dürfen sich auf Piwo aus Sankt Petersburg freuen und die Teetrinker auf den Samowar. Wer auf das Dessert nicht verzichten kann, dem wird mit Blaubeer-Eierkuchen,  Warenikis mit Früchten und Eis nach Moskauer Art geholfen.  Längst hat sich der russische Koch auch auf das Deutsche Weihnachtsfest eingestellt. Empfangen werden die Gäste mit Speck-Häppchen und Wodka. Danach darf geprasst werden. Auf dem Speiseplan stehen: Wildsuppe „Taiga“, Entenbrust mit Moosbeeren-Konfit, Rotkohl, Bratapfel-Cremé-Eis mit gerösteten WalnüssenAlexandrowka - draussen. Alles natürlich bei Sekt von der Krim. Verwöhnung ist programmiert!

Sollten die Gäste allerdings beim Abschied glauben, sie seien der Donkosaken-Chor und laut „Kalinka“ singen, kann es Ärger geben! Hinten im „Pfeffer-Kuchen“-Haus wird gewohnt. Vielleicht steht dann Hexe Babajaga vor der Tür und droht mit dem Besen.

Alexandrowka
Russische Kolonie Haus 1
14469 Potsdam
Tel.: 0331 – 20 06 478
Geöffnet:
Dienstag – Sonntag: 11:30 Uhr bis 20:00 Uhr
samstags: bis 21:00 Uhr
Januar / Februar: bis 18:00 Uhr
März / April: bis 20:00 Uhr
Mai – Oktober: bis 22:00 Uhr
November / Dezember: bis 21:00 Uhr

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