Berliner Brauhaus

Georg - EimgangEs ist ja kein Geheimnis, dass Berlin vom Fremdenverkehr lebt. Manchmal reizt es mich, nachzuschauen, ob die vielen Besucher gut versorgt sind. Den Grundbedürfnissen, wie Essen und Trinken, wird man in dieser großen Stadt auf vielerlei Art gerecht! Das Angebot ist international und bunt. Mich zieht es heute mal zur Überprüfung des Bierkonsums, der Stimmung und der Schweinehaxen-Parade direkt in die Altstadt, ins historische Nikolaiviertel.

Babylonisches Sprachengewirr von allen Seiten. Die Busse sind also schon angekommen und haben ihre hungrige und durstige Fracht ausgeladen, die sich auf
acht unterschiedlich eingerichtete Räume verteilt. Das GEORGBRAEU bietet seinen Gästen aus aller Welt thematisch Georg - Kessel 2unterschiedlich eingerichtete Räume, die alle mit-einander verbunden sind. Die 280 Innenplätze sind an vielen Abenden besetzt. Ich bin schwer beeindruckt vom blanken, kupfernen Braukessel und nehme auf ein erstes hausgebrautes Bier direkt daneben Platz.

Eindeutig befinde ich mich in der „Kupfer“-Abteilung, denn in den anderen Räumen überwiegen Holz, Polster, Stoffe oder Kunstgewerbe mit großen Trockenblumen-
Anteilen. Das alles kann den strengen Biertrinker nicht vom Genuss des dunklen
oder milden hellen Pils abhalten. Allerdings fließt aus dieser modernen Schankanlage
wohl noch manch anderes Getränk. Der Kupfer-Look setzt sich an diesem
computergesteuerten Zapfhahn fort. Sensationell, wie genau alles portioniert wird, nichts geht daneben; Bestellungen werden sehr schnell abwickelt.

Georg - Theke 1Das ist bei diesem Gästeaufkommen sicher nötig. Heute Abend heißen viele Bestellungen „Ein Meter GEORG-Pils, bitte“. Das sind genau 12 Glas à 0,2 l zu 18,- €, die auf einem schmalen Holztablett serviert werden, das genau einen Meter lang ist. Es scheint viel Spaß zu machen, GEORGBRAEU als Meterware zu trinken. Die Tische, auf denen Georg-Braeu - Angebotstafel - neu 2diese Tabletts stehen, schwanken schon vor Geselligkeit. Aber diese Fröhlichkeit beherrschen nicht nur Touristen. Ein paar Berliner Ur-Einwohner sind hier wohl immer zu finden. Studenten, Vaganten, Skatbrüder, Senatoren und deren Enkel sitzen hier am Spreeufer neben dem Roten Rathaus genau so gern. Im Sommer werden natürlich zusätzliche 300 Plätze im Freien eingerichtet.

Bier macht nicht nur gesellig, sondern auch hungrig. Schweinebraten mit Rotkohl, Kasslerrippchen mit Sauerkraut, Sülze mit Remoulade und Bratkartoffeln, Kohlroulade mit Specksauce, geschmorte Haxe, Wurstsalat – das sind die bekannten und beliebten Magen-Kracher, wenn das Bier seine Wirkung getan hat. Heute bin ich bereit, beim „Brauhausknüller“ zuzugreifen: Eisbein mit Sauerkraut, Erbsenpüree, Bratkartoffeln, 0,2 l Pils und einem Schnaps nur 10.92 €. Ich muss ja das Eisbein nicht komplett aufessen, rede ich mir ein….aber so ein tolles Angebot will ich vor mir sehen und es ausprobieren.

Es gibt einen Trend zur Privat-Brauerei, verrät mir ein Braumeister vor Ort. So, wie es beim Wein verschiedene Lagen gibt, die den Geschmack bestimmen, sind es beim Bier die Zutaten, die den Geschmack ausmachen. Hausgebrautes Bier kann jedes Georg - HopfenkranzMal anders schmecken. Industriell hergestelltes Bier „muss“ immer gleich schmecken und ist außerdem konserviert, weil es ja länger haltbar sein muss. Früher tranken manche Spezialisten nur „Export“-Bier, weil es mit Chinin haltbar gemacht wurde, bevor es am anderen Ende der Welt getrunken wurde. Ich würde dem Mann mit der Lederschürze gern noch mehr Geheimnisse entlocken, aber er muss natürlich an die Arbeit und lässt mich unter dem Hopfenkranz im Hopfenzimmer zurück.

Georg-Denkmal.2Diese Bronzeplastik auf dem Platz vor dem Brauhaus stellt den Heiligen Georg dar, der sein Schwert gegen einen wütenden Drachen schwingt. Vielleicht hat der Ritter dem Drachen den letzten Humpen Bier weggetrunken und wird jetzt von ihm verfolgt? Aber wir sind nicht bei „Wünsch dir was“. Diese Skulptur wartete seit 1950 im Volkspark Friedrichshain auf seine neue Bestimmung. 1987 durfte der tapfere Ritter als historische Attraktion an die Spree reiten und ist seitdem in den umliegenden Lokalen Stammgast.

Brauhaus Georgbräu
Spreeufer 4
10178 Berlin
Tel.: 030 – 24 242 44
Geöffnet:
täglich von 12:00 Uhr bis 00:00 Uhr

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