Noch schnattern sie…

martinsgans-gaenseaber schon bald werden die ersten Gänse als traditionelles Festessen zu St. Martin in den Restaurant-Küchen verarbeitet. Der 11. November ist der Stichtag für die Gänsebraten-Saison. Der vor-weihnachtliche Anlass wird auch in Berliner Gasthäusern immer beliebter;  es ist eine kleine Zwischen-Saison, in der die MARTINSGANS als 3- oder 4-Gänge-Menu auf den Tisch kommt. Angeführt von einer Gänse-Consommé ist das Dessert später dann kein Gänse-Eis, sondern ein Zimt-Parfait, ein Bratapfel mit Vanillesauce oder Lebkuchen-Konfekt.

martinsgans-die-gaensemagdManche „Gänselmagd“ wird traurig an  ihre Schar weißer Federviecher denken, deren Schicksal so klar abzusehen ist . Mit den Federn füllen wir unsere Bettdecken und alles andere landet als Festmahl auf unseren Tischen.  Bis Januar wird Brust oder Keule serviert.

Die meisten Restaurants bitten um Vorbestellungen für den 11. November und gehen gern auf die Beilagen-Wünsche der Gäste ein. Klassisch wird die Gans mit Rot- oder Grünkohl gegessen, dazu Salzkartoffeln oder Kartoffelklöße, um die dunkle aromatische Sauce aufzutunken. Bratäpfel, Maronen und Preißelbeerkompott sind beliebte Beigaben. Die Vögel gibt’s natürlich martinsgansauch im Ganzen. Ist die  Familie komplett, macht sich so ein Gänsebraten in der Mitte des Tisches immer gut. Vater kann  wie zu Hause tranchieren oder überlässt es  hier doch lieber dem Fachpersonal …

Zu kaum einem anderen Gericht passen die Worte zelebrieren und Tradition so gut wie zum Martinsgans-Essen. Aber woher kommt diese Tradition? Die Legende will, dass Martin ein frommer Soldat war, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte, der dafür sein edles Kleidungsstück mit dem Schwert zerschnitt. Auf einem Schimmel martinsgans-heilige-martin-2reitend, dazu ein stolzes Schwert und ein roter Samtmantel – so wird Martin meist dargestellt. Er wurde zum Bischof von Tours in Frankreich geweiht und nach seinem Tod heilig gesprochen. Seither gilt St. Martin als Schutzpatron der Bettler, Soldaten, Waffenschmiede und Haustiere !!!

Als der bescheidene Mann von seiner Wahl um Bischof erfuhr, soll er sich vor Schreck in einem Gänsestall versteckt haben, aber die Gänse verrieten ihn durch ihr lautes Geschnatter und die Bürger fanden ihn doch noch. Seitdem müssen die Gänse es büßen, wird erzählt. Er wurde am 11.November 397 n.Chr. beerdigt. Dieses Datum wird regional verschieden in Deutschland begangen. Es gibt  Martinsfeuer und die Laternenumzüge der Kinder. Schulen, Gemeinden und Kommunen organisieren ihre Martins-Vernstaltungen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde es im rheinische Karneval gefluegeloaseüblich, am 11.11. um 11.Uhr 11 die „Karnevals-Session“ auszurufen.  (Alaaf und Helau !!)

Bei so viel Feierlust und Brauchtum ist natürlich die Geflügel-Nachfrage groß. In der Berliner Armenius-Markthalle  hat man für die gefiederten Leckerbissen eine Oase eingerichtet. Hier sind die Vögel zu erwerben, zubereitet werden sie hier nicht. Dafür gibt es in jedem Stadtteil entsprechende Lokalitäten, von denen der Zufallsgenerator einige ausgesucht hat. Ob Geflügelhandlung oder Spezialitäten-Restaurant, für den martinsgans-fuchs-du-hast-die-gans-gestohlenFestbraten zu St. Martin empfiehlt es sich, Vögel zu bestellen oder entsprechend Plätze zu reservieren. Wenn es nicht klappen sollte und wir vorm leeren Teller sitzen, müssen wir einer anderen Legende Glauben schenken und zusammen singen „Fuchs, du hast die Gans gestohlen, gib sie wieder her, sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr.“

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Arminiusmarkthalle                                              Matzbach Berlin

Arminiusstrasse 2-4                                               Restaurant / Bar
10551 Berlin                                                            Marheinekeplatz 15
Tel.: 0151-15307908                                               10961 Berlin
Geöffnet:                                                                 Tel.: 030 – 61 202 312                               Montag – Samstag: 8:00 bis 22.00 Uhr                   Geöffnet: täglich von 9:00 bis 23:00 Uhr

EBERT                                                                   Borchardt
Restaurant und Bar                                                Restaurant
Eisenzahnstr. 59                                                     Französische Straße 47
10709 Berlin                                                            10117 Berlin
Tel.: 030 – 891 75 67                                                Tel.: 030 – 81 88 62 62
Geöffnet:                                                                  Geöffnet:
Montag – Samstag von 17:00 Uhr bis 1.00 Uhr       täglich von 11:30 Uhr bis Mitternacht
Sonntag von 12:00  bis 22.00 Uhr

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