Alle Jahre wieder …

ist Weihnachten die Zeit der ganz süßen Versuchungen. In den Küchen duftet es nach himmlischen Leckereien. Rund um die Uhr wird in den Familien gebacken, bis sich die Ofenbleche biegen. Es wird geknetet, gerollt, ausgestochen und genascht. Gerade in der Adventzeit gibt es viele Backtraditionen, an denen wir festhalten und sie gerne an die nächste Generation weitergeben. Doch worin liegt der Ursprung für dieses weihnachtliche Naschwerk? Blicken wir dem Chronisten über die Schulter.

plaetzchenWeihnachts-Plätzchen. Eine Legende erzählt, dass die Hirten, die einst dem Weihnachtsstern folgten, in ihrer Aufregung zu Hause die Brote im Ofen vergaßen. Bei ihrer Rückkehr war das Brot dunkel, aber nicht verbrannt, und es schmeckte „himmlisch süß“. In viele kleine Stücke gebrochen, waren somit die Vorgänger der heutigen Weihnachts-Plätzchen erfunden. Der Name „Plätzchen“ stammt vom süddeutschen „Platz“ ab, einem Wort für flach geformte Kuchen, die einst in den oberen Schichten zu Kaffee und Tee gereicht wurden. In der Weihnachtszeit wurden sie später mit Marmelade, Marzipan, Nüssen und Schokolade verfeinert.

spekulatius-tueteSpekulatius. Der Name Spekulatius leitet sich vom lateinischen „spekulator“ (der Schauende, der Beobachtende) ab, dem Beinamen des Heiligen Nikolaus. Dieser typische Weihnachts-Keks besteht aus Mürbeteig, der durch die Zugabe von Zimt, Kardamom und Nelken sein charakteristisches Aroma erhält. Traditionelle Ausstechformen stellen Symbole wie Schiffe oder Pferde, Windmühlen, Bauernhäuser und Elefanten dar. Aber auch das Brandenburger Tor, Smartphones und Dinosaurier sind heute beliebte Motive.

Lebkuchen. Ein Klassiker des Weihnachts-Gebäcks ist das Lebkuchenhaus – nicht nur wegen des Märchens von  Hänsel und Gretel. Wieder findet sich ein lateinisches Wort als Ursprung. „libum“. lebkuchenEs bedeutet so viel wie „Fladen“ oder „Opferkuchen“. Diesem Honigkuchen mit Nüssen, Mandeln und kostbaren Gewürzen wie Pfeffer und Zimt wurde schon in der Antike heilende Wirkung nachgesagt. Um 1500 galt der Lebkuchen oder Pfefferkuchen auch als Patenbrot: Patenonkel und –tante schenkten den Mädchen „eine Frau“ und den Jungen „einen Reiter“ aus Lebkuchenteig.

weihnachts-gebaeck-vanille-kipferl-2Vanillekipfel. Die Herkunft dieses Gebäcks lässt sich über den Namen lösen, der aus zwei Wörtern besteht: Vanille und Kipfel. Vanille wurde schon von den Azteken hoch geschätzt. Der Ursprung des Kipferls führt nach Österreich. Aus Freude über die Befreiung Wiens von der Türkenbelagerung (1683) soll ein Wiener Bäcker den türkischen Halbmond zur Verspottung als Form des Kipfels erfunden haben. Die Form ist bis heute geblieben, doch die Rezepte zur Herstellung sind vielfältiger geworden.

Zimtsterne. Der Weihnachtsstern symbolisiert natürlich den Stern von Bethlehem, der die Weisen aus dem Morgenland zum Jesus-Kind führte. Deshalb finden wir ihn seit jeher als zimtsterneWeihnachtsschmuck in allen Zimmern, aber  auch auf allen Tellern als süßes Gebäck. Dass man den Sternen für den besonderen Genuss reichlich Zimt zugeben kann, darauf kamen Anfang des 16. Jahrhunderts die Schwaben. Kaiser Karl der V. war seinerzeit  so begeistert von den Sternen und Sternschnuppen, dass er auf diese Beigabe zum Tee nicht mehr verzichten wollte.

Stollen.  Der Christstollen ist vermutlich das älteste Weihnachtsgebäck in Deutschland. Der Stollen war im 15. Jahrhundert in der enthaltsamen Adventzeit eine Fastenspeise. Die Verwendung von Milch und Butter waren kirchlich verboten. Das magere Brot aus dresdner-stollenHafermehl, Wasser und Rapsöl  schmeckte tranig und dem Kurfürst Ernst von Sachsen so gar nicht. Darum bat er den Papst, das Butterverbot für den Stollen aufzuheben. 1491 wurde der Bitte mit dem sogenannten „Butterbrief“ statt gegeben. Von nun an durfte Butter an Stelle von Öl zum Backen verwendet werde. Der Überlieferung nach war es dann ein Bäcker im sächsischen Torgau, der auf die Idee kam, dem Teig Rosinen, Mandeln, Zitronat und Marzipan zuzugeben. Der heutige Dresdener Christstollen war damit erfunden und begeistert bis heute Feinschmecker in aller Welt.

Es ist ja bekannt, dass wir vom Essen zunehmen. Von den guten Plätzchen besonders! Aber zu Weihnachten darf es uns egal sein, darum: Auf die Plätzchen fertig los!.

Unseren Lesern wünsche ich ein friedvolles Fest,
besinnliche Feiertage und einen fröhlichen Start
in ein gutes, neues Jahr!

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