Landgut zum Anfassen

Bereits die U-Bahn-Station mit dem Riet-Dach kündigt die ländliche Umgebung an. Das weltweit einzige Freilandmuseum mit U-Bahnanschluss ist gut zu erreichen und kann darum über Besuchermangel nicht klagen. Der Berliner Villen-Vorort Dahlem ist an sich schon eine grüne Oase. Die DOMÄNE DAHLEM aber ist das Herzstück. Hier wird seit 800 Jahren Landwirtschaft betrieben. Das ehemalige Königlich-Preußische Staatsgut mit dem besucheroffenen Bio-Bauernhof  zieht viele Besucher an.

Aus dem einstigen Rittergut wurde ein Museum für Agrar- und Ernährungskultur mit ökologischem Schwerpunkt. Bildung ist die Kernaufgabe, die hier jährlich von 30.000 Schülern wahrgenommen wird.
Bevor es in die Ställe, Äcker und Wiesen geht, wird das historische Herrenhaus  aus dem Jahre 1560 besichtigt, das heute ein Museum ist und sehr schön restauriert wurde. Mit Ziehbrunnen und Eiskeller war das Leben damals eine Spur unbequemer. Der historische Kaufmannsladen und die Fleischerei aus der Kaiserzeit erfreuen besonders die Kinder.

Aber das ist nur der Anfang, denn hauptsächlich für Kinder gibt es noch eine Menge zu bestaunen, zu lernen und zu erleben. Einzelbesuchern, Gruppen, Klassen und Familien  werden geführte Touren angeboten, um die Besonderheiten des Hofguts kennenzulernen. Auf den vielfältigen Domänenfeldern, am Gemüsegarten, auf den Streuobstwiesen oder bei den Tieren sollten die Besucher verweilen, sich informieren oder einfach erholen.

„Vom Acker auf den Teller“ heißt die Ausstellung im CULINARIUM, das sich im frisch sanierten Pferdestall befindet. Die Kulturgeschichte der Ernährung wird hier für Groß und Klein spannend dargestellt. Wie viele Menschen essen mit Messer und Gabel? Warum wurde die Konservendose erfunden – oder die Margarine? Welches Gemüse hat wann Saison? Was ist ein Mastschwein? Das wollte man alles schon immer mal wissen. Hier gibt es Antworten! Aber auch die Frage nach einer gemütlichen Gastronomie wird positiv beantwortet. In der DOMÄNE erlebt man nun den Werdegang der Lebensmittel vom Feld bis auf den Teller.

In der ehemaligen Remise gibt es ein neues, bio-zertifiziertes Landgasthaus, das verpachtet ist und in Eigenregie geführt wird. Hier ist viel Platz, der sich auch gut für private Feiern  nutzen lässt. Es ist ein besonderer Genuss, ein Gericht zu essen, dessen Zutaten soeben vom Baum oder Strauch oder aus der Erde geholt wurden. Die Kartoffelsuppe schmeckt mir darum besonders gut, weil „meine Sieglinde“ vom Feld der DOMÄNE DAHLEM stammt.

Wo hier die Fischstäbchen wachsen, konnte ich nicht herausfinden. Aber sie stehen als Kindergericht mit Pommes und Ketchup auf der Karte für „Unsere Kleinen“. Warum auch nicht. Speisekarte und die Kuchenvitrine wurden ausgiebig gewürdigt. Nun geht es zu den fleißigen Handwerkern der DOMÄNE, die hinter dem Gasthaus ihre Werkstätten haben: der Kunstschmied, die Vergoldermeisterin, die Töpferin und der Möbelrestaurator lassen einen Blick in ihren Arbeitsalltag zu. An manchen Tagen kommt noch eine Spinn- und Webgruppe dazu. Spezielle Mitmach-Tage werden immer rechtzeitig bekannt gegeben.

Ökomarkt und Hofladen gehören natürlich auch zu einem Landgut. Ein breites Sortiment an Naturwaren wie Felle und Wolldecken runden das übliche Sortiment ab. Bio-Betriebe  aus Berlin, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern bieten samstags ihre Waren auf dem Hofgut an. Von der eingekochten Blutwurst übers Dinkel-Brot bis zum natürlichen Blumenstrauß gibt es Angenehmes, Erstaunliches und Wohlschmeckendes. Dazu dreht sich ein historisches Ketten-Karussell zu Schlagermusik aus den Siebziger Jahren.

Der Hofladen mit dem großen Angebot an Bio-Lebensmitteln gehört zu den  „100 besten Einkaufsadressen Berlins“. Hier ist Gutes teuer. Aber das ist ja ganz normal.

Stiftung Domäne Dahlem – Landgut und Museum
Königin-Luise-Straße 49
14195 Berlin
Tel. 030 – 66 63 00 0

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