Maja in Aktion

Wer kennt sie nicht, unsere wunderbare, kleine Biene Maja? Zusammen mit Freund Willi ist sie ständig unterwegs, um Pollen-Klöße zu sammeln. Davon profitiert aber nicht nur das Bienen-, sondern auch das Menschen-Volk. Dieses geliebte, süße Lebensmittel erfreut uns seit Jahrhunderten. Die Bezeichnung „Honig“ stammt aus dem Indogermanischen und meint „Goldfarben“. Also her mit dem goldenen Saft, der Wunder schafft,  – dem laut Mythologie die griechischen Götter ihre Unsterblichkeit verdanken.

Es muss ja nicht gleich das ewige Leben sein. Honig hat eine große Bedeutung in der Volksheilkunde, das ist unbestritten. Ob zur Linderung bei Erkältung im heißen Tee aufgelöst, der warmen Milch beigegeben, als Honigbad zur Heilung von wunden Körperstellen oder einfach als Genussmittel, das sich nebenbei noch günstig auf die Herztätigkeit auswirkt. Der Honig mit seinen Mineralstoffen, Enzymen und Vitaminen hat’s eben. Für Desserts und Kuchen ist der göttliche Stoff so unverzichtbar wie fürs tägliche Honigbrot zum Frühstück. Aber Vorsicht: wo Milch und Honig fließen, ist es klebrig.

Der Pro-Kopf-Verbrauch in der BRD liegt bei 1 kg pro Jahr. Aber nur 20 % des hier konsumierten Honigs stammen auch von deutschen Bienen. Wir importieren Honig aus 35 Ländern. Hauptlieferant ist Argentinien, dann folgen Mexiko, Chile und Uruguay. Der Laie und Fahrrad-Tourist wundert sich über die Ankaufmengen aus Süd-Amerika, haben die Bienen hier nicht genug zu tun? Rapsfelder bis zum Horizont. In jedem Jahr wird von mir feinster Rapshonig mit deutschem Gütesiegel auf einer Tour durch deutsche Lande gekauft. Er ist weiß bis elfenbeinfarbig und hat eine cremige Konsistenz, das Aroma erinnert an den Frühling! Nicht ganz billig, aber sehr wohlschmeckend!

Das Fachgespräch mit dem Imker in den ländlichen Regionen gehört natürlich dazu. Beim Fotografieren der Bienenstöcke werden Lebensweisheiten und Freundlichkeiten getauscht, bitte nicht stechen … .ist der zentrale Gedanke. Die Bienenvölker werden in diesen künstlichen Nisthölen vor Witterungseinflüssen und Räubereien anderer Tiere geschützt.

Wir unterscheiden in dieser Imkerei  den „Scheibenhonig“, den „Wabenhonig“ (Mittelwände der Wabe bleiben erhalten) und den „Schleuderhonig“ (Ausschleudern der Waben). Imker im Nebenberuf oder nach Feierabend – das kann nach einem Grundkurs praktisch jeder werden, der Natur, Bienen und Honig mag.

Intensiver mit dem Thema beschäftigen sich die  Bienenzüchter. Ich erfahre: man nennt Bienen, die nur wohnen, „Drohnen“. Aber das Gespräch über die nächste „Bienenkönigin“ muss unterbrochen werden, weil nun zum Kaffee bester Bienenstich serviert wird.

Für das natürliche Aroma des Honigs sorgt Biene Maja mit ihrem gezielten Anflug auf bestimmte Blüten, die natürlich gut für sie erreichbar sein müssen. In Deutschland ist darum neben Raps die würzig-kräftige Heideblüte beliebt; französische Honigsorten sorgen für Lavendel-Aroma, spanische für Orangenblüten. Thymian steht für die griechische Region. Nektar von Minze- und Thymianblüten suchen die fleißigen Bienen im Iran.

Der norddeutsche Spezialist für Rapshonig raucht nachdenklich seine Pfeife und gibt noch eine Kostprobe seines staubtrockenen Humors: „Wissen Sie, warum die Bienen summen? Weil sie den Text vergessen haben.“

Bildnachweis: Pinderst, Feddersen Gastro

Ein Gedanke zu „Maja in Aktion

  1. Darum gibt es also kaum noch Bienen in unserm Garten: sind alle auf den Rapsfeldern. Werde mich beschweren. Bei der Bienenkönigin. Oder doch besser bei den Bauern?

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