Olympia-verdächtig

Bald ist es wieder soweit. Die Kieler Woche vom 17. bis 25. Juni 2017 wird vorbereitet und der einstige Olympiahafen von Schilksee gleicht schon jetzt einem Mastenwald. 1972 fand hier (nach 1936) die zweite Segler-Olympiade statt. Hafenanlage und Infra-Struktur  wurden seitdem erhalten und ergänzt, so dass Regatta-Teilnehmer und Zuschauer aus aller Welt die Stadt an der Förde zum größten Sommerfest Europas mit besonderem Flair werden lassen.

Die Hafenstadt hat stets eine besondere Beziehung zur Segelschiffahrt gehabt und gilt unter den Sportlern als sehr gastfreundlich. Damit ist nicht nur der großzügige und stressarme Umgang im Yachthafen gemeint. Die erste Regatta dieser Art fand  hier 1882 statt und seitdem ist gewiss, dass Sport hungrig macht. Es geht also um Brot und Brise.

Vom Boot aus schnell zu erreichen ist das Restaurant „elMövenschiss“ am Hafeneingang von Schilksee. Der leicht fremde Zungenschlag ist der spanische Akzent des Küchenchefs, der einige Jahre in Sevilla gearbeitet hat. Die Brüder André und Helmut Zipner führen den Familienbetrieb seit sieben Jahren mit großem Erfolg. Gehobene Qualität erklärt die Preise der raffinierten Speisen.

Der Hafen-Kiosk mit Fischbrötchen-Verkauf ist gleich nebenan. Man kommt sich durch die unterschiedlichen Angebote und Ansprüche absolut nicht ins Gehege. „Mövenschiss“ gibt es hier wie dort. Wenn der auf der Schulter des Küstenspaziergängers landet, soll er angeblich Glück bringen.

Viel angenehmer ist es, den „original Mövenschiss“  als Getränk im Restaurant bei Zipners einzunehmen: Eiskalter Weizenkorn mit einer Scheibe Salami und Merrettich. Prost und Ahoi! Die ausgestopften Möwen, die hier an der Decke fliegen, sind absolut ungefährlich, keiner muss in Deckung gehen.

Aus der offenen Küche werden Platten mit deutschen und analusischen Tapas in den Bar-Tisch-Bereich getragen. Dort tagen 18 Seebären auf den hohen Stühlen und Tischen.  Die 80 Plätze im mittleren Bereich sind fast alle reserviert. Schnell und freundlich ist der Service, denn die Seeluft macht auch die Seh-Leute hungrig und durstig, die hier ebenso gern gesehen sind. Mit Blick auf Hafen und Strand schmecken der Butt mit Speckstippe oder der Dorsch in körniger Senfsauce besonders gut.

Zu den norddeutschen und spanisch/mediterranen Gerichten gibt es natürlich eine entsprechende Getränke-Auswahl. Besonders hervorzuheben sind die spanischen Weine, die am Sommerabend hervorragend auf der großen Terrasse munden. 120 Personen finden hier an Tischen oder in Strandkörben Platz. Innen wie aussen gibt es keine Beschallung, Wind, Wasser und Möwen machen hier die Musik.

Was die Möwen vom Dach pfeifen, ist längst bekannt, denn der Höhepunkt der Kieler Woche ist die große Windjammer-Parade am letzten Tag. Schulschiffe, große Rahsegler, mittelgroße Schoner, kleine Briggs, Sloops und Yawls, wie sie einst auf allen Weltmeeren zu sehen waren, schieben sich majestätisch in Wolken aus Segeltuch über die Förde. Da lässt sogar der Koch eine Weile vom spanischen Schinken ab und steht mit Fernglas am Ufer. Eine Landratte aus der Innenstadt raunt ihm zu: „Lieber Wasser unterm Kiel als Kiel unter Wasser.“

Restaurant und Cafe
„elMövenschiss“, Zipner GbR,
Soling 36,
24159 Kiel
Tel.: 0431 – 88 805 14
Geöffnet:
So. – Do.: 11:00 bis 22:00 Uhr
Küche: 11:30 bis 21:00 Uhr
Fr. – Sa.: 11:00 bis 23:00 Uhr
Küche: 11:30 bis 21:30 Uhr

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