Wo der Pfeffer wächst …

Wünscht man Menschen in eine weit entfernte Gegend, dorthin, wo der Pfeffer wächst, bedeutet das nichts Gutes. Auf dem Pfefferberg im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wird dieses Gewürz nicht angebaut, darum ist es auch kein Ort der Verbannung, sondern der Braukunst. 1841 gründete an dieser Stelle der bayerische Braumeister Joseph PFEFFER die erste Brauerei untergäriger Brauart.

Auch dieser Gebäudekomplex entging dem Schicksal des Leerstandes und der Verwahrlosung im Laufe diverser Kriegs- und Friedenszeiten nicht. Druckerei, Verlage, Großküchen, Lager, Büros, Garagen und Werkstätten nutzten die Räume unter und über der Erde für ihre Bedürfnisse. Erst in den 1980er Jahren gab es zu DDR-Zeiten erste Konzepte für kulturelle Nutzung und soziale Zwecke. 1991 wurde der PFEFFERBERG zum Denkmal erklärt und nach weiteren 10 Jahren begann die Sanierung.

So siedelten sich in den letzten 15 Jahren Kunst, Kultur, Dienstleistungen und Gastronomie hier an. Der gute Ruf als interessanter Kulturstandort schallte bis nach China. Der bekannteste Gegenwartskünstler und Regime-Kritiker aus dem Reich der Mitte, Ai Wei Wei, hat seit 2015 eine große Katakombe im Keller der ehemaligen Brauerei gemietet. Die dortigen Backsteinfassaden haben es ihm besonders angetan. Diese Vorliebe teilt der berühmte Mann mit der Architektur-Galeristin Kristin Feireiss, die hier das Architektur-Forum AEDES leitet. Die Galerie genießt (besonders in Fachkreisen) sehr hohes Ansehen und hat der Gründerin bereits das Bundesverdienstkreuz eingebracht.

Der PFEFFERBERG wird von einer Stiftung verwaltet, die auch dafür sorgt, dass die erfolgreichen Ausbildungsbereiche in Gastronomie, Hotellerie und Stadtkultur weiterhin gefördert werden. Im sommerlichen Biergarten des PFEFFERBRÄU-Restaurants mit Bergbrauerei lassen sich Touristengruppen und Anwohner nur zu gern nieder. Die ehemalige Ruine wurde zum Schmuckstück des Quartiers.

An heißen Tagen ist der Braumeister mit seinen Gesellen im Dauereinsatz, um die gefragten Sorten HELL, DUNKEL und WEIZEN zu brauen. Die Ausbildungsplätze in der Küche, am Herd und im Service werden von den Praktikanten emsig verteidigt. Eine „Treberbrot-Stulle mit Leinölquark und Kresse oder Handkäse“ ist zum Bier sehr beliebt.  Aber auch Gerichte mit längerer Zubereitungszeit sind sehr gefragt. Die „1/2 Ente mit Braumeisterlack und Erbsenpürree“, das „Rindergulasch in Schwarzbier geschmort“, die „Käse-Spätzle“, das „Flank-Steak“ oder das „Färöer Lachsfilet mit wildem Brokkoli und Selleriepuree“ sind momentan die Renner. Als Dessert passen vielleicht noch „Bierwaffeln mit lackierten Kirschen und Sahne“?

Es ist bekannt, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Das ist nicht nur bei gutem Wetter im Restaurant TAURO sichtbar, das ebenfalls einen historischen Biergarten inmitten des Gebäudeensembles der ehemaligen Brauerei bietet. Buntes Treiben und  gute Stimmung gehören besonders am Sonntag zum großen Brunch ins Programm.

Im TAURO IBERICO genießt man in andalusischer Architektur typische Tapas, Paellas, Meeresfrüchte, Schinken- und Salamispezialitäten, Steaks und Pasta aus Spanien. Bemerkenswert ist ein amerikanischer Grillofen, der bei 800 Grad Celsius das Fleisch auf  besondere Art grillt und einmalig saftig hält.

Auch in Andalusien hat  man ein Herz fürNaschkatzen. Eine süße Sensation sind darum die Waffeln, die Don Pedro für die kleinen Gäste gern mit allen bestellten Extras herstellt und sich dabei über die Schulter schauen lässt. Die internationale Zauberpaste Nutella ist auch hier zur Unterstützung angesagt und beseitigt im Nu alle Verständigungsprobleme.

Die Aktionen auf dem Pfefferberg werden sicher noch erweitert oder verändert. Hier ist viel Platz für Entertainment aller Art und zu jeder Jahreszeit. Wir dürfen gespannt darauf sein, was wohl als Nächstes inszeniert wird. Nur  Ai Wei Wei, der berühmte Mann aus China lehnt sich zurück und spricht weise: „Mein Plan ist es, keine Pläne zu haben.“

Schankhalle Pfefferberg
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
Telefon 030 – 473 773 – 60

TAURO
Schönhauser Allee 176
10119 Berlin
Tel.: 030 – 40 05 60 48
Geöffnet:
Mo. – Fr.: von 9:00 bis 1:00 Uhr
Sa./So.: von 11:00 bis 1:00 Uhr

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