Puccini bei ALDI

Es lag kein Brot mehr im Korb. Ich griff hastig zum Schlüssel, rannte treppab. Zu ALDI war es nicht weit. Links neben dem Eingang nahm ein Mann mit einer Gitarre Platz. Ich war nicht der letzte Kunde. Eine Mutter schob vor mir ein Kind im Einkaufswagen durch die Tür; ich überholte sie und umkurvte einen müden Mann. Den kürzesten Weg zum Brotstand kannte ich. Ja, die“Bauernschnitte“ lag wie immer an ihrem Platz. Ich griff danach – schielte zum Preis, 59 Cent. Passt. Das Band vor mir an der Kasse ruckte. Mein einsames Brotpaket flog über den Scanner. Ich zahlte. „Juten Tach noch“ gab mir die Kassiererin mit auf den Weg – na schön, den wünschte ich mir auch, nur war so spät am Tag noch etwas zu erhoffen?
Ich wurde nicht enttäuscht Als ich aus der Tür trat, spürte ich plötzlich keine Eile mehr -denn ich hörte Puccini. Der Mann mit der Gitarre links am Eingang zupfte eine Musik, die mir bekannt vor kam. Ich blieb stehe
n und sah ein Lächeln auf seinem Gesicht. Wurden die Töne höher, schloss er die Augen. Ich trat näher, wollte mehr hören und wissen. „Das war doch aus Tosca“ erinnerte ich mich. „Da, da“ war seine Antwort. Jetzt zauberte er die bekannte Arie aus Rigoletto mit seinem Wunder-Instrument: „La donna è mobile ….“. Ich war versucht, mitzusingen. Er spielte voller Hingabe, wiegte sich und die Gitarre in die Klänge – ich begriff, jetzt war nur Verdi wichtig! Weiterlesen