Fährmann: 1 x klingeln

„Der Berlina liebt dit Jrüne, ooch uffn Wasser, wenn et sein muss – dann aba uff de Spree“. Kann er haben, hat er sich verdient, hat sich seine eigene Arche gebaut und lädt nun zur schönen Aussicht mit Verzehr ein. Noch ist Sommer, ein seltsamer, deshalb tut es gut, jeden Sonnenstrahl zu nutzen. Auf, auf ins Grüne! So zögerte ich am Wochenende nicht lange, machte mich auf den Weg – genau dorthin, nach Köpenick, nach Friedrichshagen, auf die „SpreeArche“, mitten auf der Müggelspree.

Wir waren zu dritt, standen am Ufer und lasen: „1 x klingeln“. Getan. Im Nu sahen wir den Käpt’n mit Floß auf uns zu schippern. Von der Arche bis zur Anlegestelle sind es nur ca. 40 Meter. Freundlich wurden wir aufs Floß gebeten, vom Chef persönlich, Frank Cotte, der gleichzeitig Fährmann, Wirt und Inhaber des schwimmenden Wirtshauses ist. An der Arche angelegt, sahen wir schon, dass es eng werden könnte, denn die obere Terrasse war bereits für Partygäste reserviert. Also keine Chance, die Aussicht von oben zu genießen. Auch unten schienen die Gäste nicht gehen zu wollen – man konnte es ihnen nicht verdenken! Doch hier ist der Chef noch Chef und macht’s möglich. Schnell brachte er einen zusätzlichen Stuhl und stellte ihn uns an den letzten freien Tisch. Wir fühlten uns willkommen, dankten und konnten jetzt im Sitzen die herrliche Aussicht – mitten auf der Spree zum Müggelsee genießen. Welch heiteres Leben um uns herum! Gerade fuhr ein Ausflugsdampfer, die „Luna“, an uns vorbei. Man winkt. Die Paddler waren unterwegs und eine Armada von Segelbooten übte wohl eben ein Wendemanöver. Dazwischen schwammen und putzten sich Enten und Schwäne. Die Berliner Luft wehte leicht und uns war klar, Speisekarten fliegen hier über Bord. Darum schaute ich mich um und fand sie, die Angebotstafeln. Die Wanderung hatte mich durstig gemacht; das Angebot erschwerte meine Wahl: entweder nehme ich ein großes Bier vom Fass zu 3,20 €, oder ein Glas Weißwein zu 3,- €. Auch Erdbeerbowle (3,- €) lockte mich. Ein Pott Kaffee oder ein Glas Tee? Ich blieb beim Bier und las weiter. Natürlich, Fisch ist zu haben, wie es sich auf See gehört, z.B.: „Nudelpfanne mit Garnelen“ (11,90 €), oder „Röstitaler mit Räucherlachs“ (9,90 €), oder „2 Sylter Matjesfilets mit Backkartoffeln“ (9,90 €), vielleicht „Dorschfilet mit Schwenkkartoffeln und Kräuterquark“ (13,90 €)? Für jeden Gast ist etwas dabei – sogar die „Berliner hausgemachte Boulette mit Kartoffelsalat“ fehlte nicht (8,90 €). Klasse – sehr juut!

Ich genoss mein Bier und fühlte mich wohl als Insulaner, mitten in Berlin, Und ich fragte mich: warum sitze ich eigentlich erst heute auf dieser herrlichen „Blockhaus-Arche“. Verpasse ich vielleicht noch andere schöne Plätze in meiner Stadt? Berlin ist groß und grün! Ich nehme mir vor, noch mehr auf Wanderschaft zu gehen, wie Fontane es vormachte. Kommen Sie mit? Mit einem Besuch auf der „SpreeArche“ als Start machen Sie garantiert alles richtig!

SpreeArche
Tel.: 0172/3042111
Öffnungszeiten im Sommer (April – Oktober)
Mo. – Fr.: ab 13 Uhr
Sa., so. u. feiertags: ab 12 Uhr
Öffnungszeiten im Winter (November – März)
Samstag u. Sonntag ab 11:30 Uhr
Zu erreichen:
Von Friedrichshagen kommend: zu Fuß durch den Spreetunnel, dann rechts halten, über die Liegewiese (auch „Teppich“ genannt), am Ufer ist die An- u. Ablegestelle
Von der Müggelheimer Seite her kommend: in den Müggelschlösschenweg hinein, am Wendehammer der BVG-Busse vorbei, nach ca. 900 Meter finden Sie die An- u. Ablegestelle.
Auf dem Wasserweg: mit Boot natürlich auch!