Spätschicht im Kiez

Spaeti - TorstrasseWer glaubt, dass das Copyright für den „Spätkauf“ alleine den Berlinern gehört, liegt falsch. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es diese Läden, die weit über den Ladenschluss hinaus geöffnet hatten. Man nannte sie damals „Trinkhallen“. Sie wurden vor den Werktoren errichtet, um den Fabrikarbeitern einen genüsslichen Feierabend bei Mineralwasser, Bier und Schnaps zu bereiten. Erst viel später fand man diese „Trinkhallen“ auch an öffentlichen Plätzen. Für den sofortigen Bedarf kamen dazu: Tabak, Süßwaren, ein überschaubares Lebensmittel-Sortiment, Zeitungen und die Möglichkeit, Lotto zu spielen. Diese Idee des „Spätkaufs“ ist in weiten Teilen Deutschlands bekannt, je nach Region werden sie jedoch unterschiedlich benannt, z.B.: „Wasserhäuschen“ (Frankfurt), „Kiosk“ (Nord- und Süddeutschland), „Bude“ (Ruhrgebiet), „Büdchen“ (Rheinland). Und „Späti“ nennt sie der Berliner (aber auch der Sachse). Weiterlesen