Alles koscher?

Im Jüdischen Café LEONAR im Hamburger Grindelviertel, direkt neben der Universität ist das nicht die Frage, weil es eine Selbstverständlichkeit ist. In einer attraktiven und belebten Straße dieses Stadtviertels wurde der Traum vom neuen Jüdischen Alltag 2008 Wirklichkeit. Vor dem 2. Weltkrieg waren hier schon einmal die Schönen Künste zuhause, mit allem, was dazugehörte. Auch Kaffeehäuser und kleine Restaurants, Handel und Wandel, Literarische Salons, Theater- und Musik-Bühnen bestimmten das Leben hier.

Für die Gäste des LEONAR fühlt es sich inzwischen so an, als sei dieses Café in einer ehemaligen Druckerei schon immer dagewesen. Es ist innerhalb von 3 Jahren zu einem sehr beliebten Treffpunkt geworden. Man fühlt sich zu jeder Zeit hier willkommen und wird freundlich umsorgt. Das letzte israelische Lager-Bier MACCABEE (3,80 €) sollte man um Mitternacht genießen, denn das Personal schließt die Institution um diese Stunde.

Wer früh hoch ist, kann sich hier ab 8 Uhr auf ein ganz individuelles Frühstücksangebot freuen. Meist startet der Gast mit einer der inzwischen allerorts üblichen Café- oder Teebesonderheiten, die man nicht erwähnen muss, die aber im LEONAR getoppt werden von z.B. Café Ristretto (1,60 €) oder Bohnenkaffee zum selber Aufbrühen (3,20 €). Wo gibt’s das noch? Das Frühstück im Jüdischen Viertel ist ab 5 € zu haben (Heissgetränk immer inklusive), 26 € legt man für ein Sektfrühstück zu zweit hin. Aber auch außerhalb der „normalen“ Morgenzutaten wie Marmelade, Quark, Käse, Schinken, Lachs, Obstsalat, Müsli, schmeckt mir ganz hervorragend ein TCHOUCHOUKA (Rührei mit Paprikagemüse) für 5,80 €. Nicht zu verachten ist auch REUBEN’S Sandwich mit Pastrami und Sauerkraut zu 6,20 €.
Vom täglich wechselndem Mittagstisch (bis 10 €) ist immer ein fleischloses Gericht dabei. Aber vielleicht reicht Ihnen nur eine Suppe? Die GOLDENE JOICH (Hühnersuppe mit Matzenknödel) kostet 6,- € / der BORSCH 5,- € wird nach einem Rezept aus Odessa gekocht. Die arabische Küche widerum schmecken Sie durch alle 8 liebevoll zubereiteten MEZZE (salatähnliche Vorspeisen), die in kleinen Schalen separat gereicht werden (kleine Portion 5,50 €, groß 8,50 €)
Jüdische Rezepte von früh bis spät – auch bei den köstlichen Kuchen und orten, die in der Glasvitrine am Tresen zu besichtigen sind. Ab 2,90 € ist hier ein Stück vom Paradies (aus eigener Küche natürlich) zu kosten. „Kaffee und Kuchen“ sind hier aber nicht Pflicht, man kann wunderbar Grünen Veltliner zum Guglhupf trinken oder einen köstlichen, schweren Rotwein (Berg Carmel oder Golan) zur Käse-Mohntorte. Dass in den koscheren Weinen des LEONAR nur das enthalten ist, was in der Traube ist – dafür bürgt ein Rabbiner. Na dann: Mazzel Toff!

LABANEH – Salat aus Schafskäse / ein Rezept aus Haifa
Zutaten: 250 g Schafskäse
4 Esslöffel Milch
4 kleine Salatgurken
2 zerdrückte Knoblauchzehen
1 bis 2 Esslöffel fein gehackte, frische Minze
1/4 Teelöffel Salz
2 Esslöffel Olivenöl
Zubereitung:
Den Käse mit Milch zu einem glatten Brei verrühren, Gurke mit Schale in klitzkleine Würfel schneiden und dann mit den restlichen Zutaten in den Käsebrei geben und ebenso verrühren. Feines Olivenöl über den angerichteten Salat geben. Mit frischer Minze dekorieren.

Café LEONAR, Grindelhof 59, 20146 Hamburg