Vorhang auf!

Oper - BildschirmDie Abende werden länger. Es wird kühler und früher dunkler. Die Opern- und Theater-Saison beginnt. Wir sind bereit, uns nun von der Bühne unterhalten zu lassen. Der rote Samtvorhang wird sich heben und Geheimnisse freigeben. Schon Generationen vor uns liebten diese Situation. Das vertraute Knistern der Bonbontüten im dunklen Saal, das Flüstern der Nachbarn, das Zurechtrücken auf dem Klappsitz. Der Vorhang hebt sich und sofort setzt Applaus ein. Das ist die Begrüßung der neuen Saison. Weiterlesen

Schön schwarz!

Schwarzes Cafe - aussen 2Im alten Westberlin gibt es ein Lokal, das niemals ruht. Es ist seit 1978 jeden Tag 24 Stunden lang geöffnet. Im Fenster zur Kantstraße hängt ein Papagei aus bunten Leuchtröhren. Vor zwanzig Jahren hatte ich mich schon gewundert, warum ausgerechnet ein bunter Vogel ins SCHWARZE CAFÉ lockt. Auch heute fällt mir und den Leuten hinter dem Tresen dazu keine Erklärung ein. Genau so unerklärlich ist mir auf dem Weg dorthin, der Hype um die PARIS BAR, die auch immer noch dort ist. Und noch immer sitzen in den Fenstern erstarrte Touristen, die Prominente sehen wollen. Das ist in diesem Teil von Charlottenburg nicht schwer, denn rund um den Savignyplatz war schon immer viel Tag- und Nachtleben. Weiterlesen

Fischers Fritze fischte frische Fische

Aber heutzutage heisst er Dietmar ROGACKI und betreibt in Berlin-Charlottenburg einen wahren Gourmet-Tempel. Dieser Name steht seit 1928 für Tradition und Qualität. Aus der kleinen Fisch- und Aal-Räucherei der Großeltern ist eine sehr frequentierte Institution geworden. Die blitzblanke Ladenfront samt Markise leuchtet mir in frühlingshaftem Grün entgegen. Es ist Samstag und ich habe für das Wochenende noch nichts besorgt. Die goldene Regel „Kaufe niemals hungrig ein“ kann ich hier leider nicht einhalten, denn zum Einkaufen komme ich erst gar nicht. Angezogen von köstlichen Küchen-Düften bleibe ich gleich an der ersten Imbiss-Insel kleben und will nie wieder nach Hause. Ein Koch wirbelt am Sofort-Grill und bereitet eine Dorade Royal mit Blattspinat zu. Köstlich, so etwas möchte ich auch essen! Aber ich bin noch nicht dran. Weiterlesen

Mittags Zwiebelfisch

Eine Spezialität aus dem Meer? Bin ich heute in einer Fischbratküche? Nein, ganz und gar nicht. Es ist der Name einer Berliner Traditionskneipe, die, wie ich erfuhr, seit 45 Jahren besteht. Keinen einzigen Fisch findet der Gast auf der Speisekarte, aber die Erklärung dieses Wortes. Es handelt sich um einen Begriff aus der „Schwarzen Kunst“ des Buchdrucks. Ein irrtümlich falsch gesetzter Buchstabe aus einer anderen Schrifttype wurde zur Zeit des Bleisatzes von Druckern und Setzern Zwiebelfisch genannt. Viel romantischer als das Wort „Druckfehler“. Vermutlich Weiterlesen