Vorsicht: heiße Suppe!

Hilfe, die Tram legt sich quietschend in die Kurve und bereitet mir einen unfreiwilligen Suppengenuss. Mein Ellbogen hängt doch wirklich in einem großen Becher warmer Currysuppe, die intensiv nach Kantine riecht. Für Sekunden stehe ich in Schock-Starre, aber da wird auch schon neben mir die Entschuldigung hinter einem Plastiklöffel gemurmelt. Die hungrige Mitfahrerin hat auch nicht mit dem Schwung in der Kurve gerechnet. Langsam gewinne ich den Eindruck, dass es völlig unmodern geworden ist, zu Hause zu essen, denn um mich herum wird geschmatzt, geschlürft, gekaut, getrunken, gegessen, abgeleckt, probiert, verworfen, runtergeschluckt und ausgespuckt. Ob man die Suppe im Rücken spürt oder seine Schuhe nicht mehr sehen kann, weil ein Döner-Innenleben darauf gefallen ist – ich finde, dass die rastlose Gesellschaft übertreibt.

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